Erfttal - Integrationsangebote für Spätaussiedler dringend geboten
Die NGZ vom 25.02.2000 titelte "Sozialausschuss stimmt für Begegnungszentrum - Spätaussiedler mit mehr Angeboten integrieren". Dann führte die NGZ aus:
"Die Integration der nach Deutschland einreisenden Spätaussiedler ist in den letzten Jahren deutlich problematischer geworden. Dies ist insbesondere auf die großen sprachlichen Defizite der jüngeren Aussiedler-Generation zurückzuführen." So heißt es in einer Stellungnahme der Sozialverwaltung der Stadt zu dem Tagesordnungspunkt "Ausweitung der Betreuungsarbeit im Spätaussiedler-Bereich, Einrichtung eines Begegnungszentrums", mit dem sich jetzt der Sozialausschuss befasste.
Seitens der Verwaltung wurde deutlich gemacht, dass die Integrations-Bereitschaft der in jüngerer Vergangenheit gekommenen Spätaussiedler in vielen Fällen nicht ausreichend sei. Dadurch, dass von den ehemals zwölf städtischen Unterkünften aufgrund der weitgehenden Privat-Unterbringung zehn geschlossen worden seien, ergäben sich jetzt große Integrations-Probleme in einigen Stadtteilen.
Vor allem die Situation in Erfttal und Grimlinghausen gebe Anlass zur Sorge. Die Problemfelder führten immer häufiger zu einer Perspektivlosigkeit, die dann nicht selten zu Alkoholproblemen oder - gerade bei jugendlichen Spätaussiedlern - in die Kriminaliät oder Drogenabhängigkeit führe.
In Zusammenarbeit mit der Sozialverwaltung hätten die im Aussiedlerbereich tätigen Wohlfahrtsverbände Ende des vergangenen Jahres eine Konzeption erarbeitet, und zwar mit dem Ziel, durch eine Bündelung und Vernetzung der bereits bestehenden Angebote die Integration zu verbessern.
Diese Konzeption basiere auf der Einrichtung eines Begegnungszentrums an der Bergheimer Straße 233 a, in der auch familienorientierte Gruppenangebote vermittelt werden sollten. In diesem Begegnungszentrum sollten auch von den Aussiedlern selbst initiierte Bildungs- und Kulturangebote veranstaltet werden, die sich an deren Bedürfnissen orientierten.
Durch diese verstärkte Betreuungsarbeit in den besonders betroffenen Stadtteilen solle vor allem die Auflösung der bereits bestehenden Ghetto-Bildung, der Aufbau von Kommunikationsstrukturen zwischen Spätaussiedlern und einheimischer Bevölkerung sowie die verstärkte Einbindung der Aussiedler in bereits bestehende Strukturen - Sportvereine, Jugendeinrichtungen und Pfarreien - erreicht werden.
Der Neusser Bauverein habe in diesem Zusammenhang bereits angeboten, eine Wohnung als Büro beziehungsweise Anlaufstelle vor Ort zur Verfügung zu stellen. Für die Umsetzung des Programms sei es jedoch erforderlich, zusätzliches Personal - zwei Streetworker - einzustellen. In der nur kurzen Debatte vertrat der stellvertretende Bürgermeister Dr. Udo Kissenkoetter (SPD) die Meinung, die beste Integration des infrage kommenden Personenkreises sei wohl über den Anschluss an Vereine zu erzielen.
Der Einrichtung des Begegnungszentrums stimmte der Sozialausschuss, der unter der Leitung von Ratsfrau Anna Maria Holt tagte, einstimmig zu und begrüßte zudem die Gesamtkonzeption.
Quelle: NGZ-Bericht vom 25.02.2000 h-er

http://www.wernerschell.de