Integration ist in Neuss-Erfttal klar gescheitert - jede andere Botschaft ist eine Irreführung!

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Bericht „Vorbildfunktion für das Land" vom 26.4.2006 teile ich mit:

Leider konnte ich als Bürgervertreter an der Besuchsveranstaltung von Herrn Minister Laschet im Bürgerhaus Erfttal am 25.4.2006 (wg. einer ganztägigen Lehrveranstaltung) nicht teilnehmen. Wie ich bereits vermutete, wurde die Veranstaltung zu einer weitgehend als Lobhudelei ablaufenden Show nach dem Motto: In Erfttal ist die Welt in Ordnung. Sie titeln dann auch gleich in Ihrem Bericht „Vorbildfunktion …". Ich bedaure sehr, dass Sie keine Hinweise aus dem Ihnen vor der Veranstaltung übersandten umfangreichen Pressetext von mir in den Bericht übernommen haben. Nun bin ich mittlerweile von verschiedener Seite angesprochen worden, warum ich nicht teilgenommen habe, meine Statements zur wirklichen Lage in Erfttal seien vermisst worden.

Angeregt durch diese Ansprachen gebe ich nun zu dem o.a. Bericht folgenden Leserbrief ab:

Der Bericht über den Besuch von Minister Laschet suggeriert, in Neuss-Erfttal sei die Welt in Ordnung; es wird sogar von Vorbildfunktion gesprochen. Als hier seit 1973 wohnender und in der Stadtteilerneuerung intensiv beteiligter Bürger verschlägt es einem ob solcher Feststellung nahezu die Sprache. Tatsache ist, und das habe ich seit Jahren in vielen Statements vor Ort und in Leserbriefen geäußert, dass die Integration klar gescheitert ist und mehrere Parallelgesellschaften im Stadtteil fest verankert sind. Vor allem die aus dem türkischen Raum stammenden Zuwanderer wollen offensichtlich auch keine Integration, sie entfernen sich tagtäglich immer weiter von dem, fast uns miteinander verbinden könnte. Leider!

Ich will dabei nicht verkennen, dass es in Erfttal zahlreiche Bemühungen von Institutionen und deren Mitarbeitern gibt, das gute Miteinander der verschiedenen Kulturen durch verschiedene Angebote zu fördern. Die Erfolge sind aber angesichts der schon weitgehend gefestigten Parallelsysteme bescheiden und werden es wohl auch bleiben.

Erforderlich sind nicht nur ein paar Sprachkurse mehr für einige Gutwillige. Notwendig ist der Druck auf alle Zugewanderten, die deutsche Sprache konsequent zu erlernen und zu benutzen. Familien, die ihren Kindern diese deutsche Sprache vorenthalten und sich damit gegen das Kindeswohl stellen, sollten energisch in die Pflicht genommen werden - bis hin zu Leistungskürzungen! Nur so kann es eine Integration geben. Wer es bescheidener angehen lassen will, hat keine Ahnung von der wirklich dramatischen Situation. Ich bin bereit, jedem, der sich näher informieren will, an Ort und Stelle mit entsprechenden Informationen weiter zu helfen.

Werner Schell, Harffer Straße 59, 41469 Neuss (28.04.2006)

http://www.wernerschell.de