Zwei Erfttaler waren bei der Entstehung eines Latein-Lehrbuches in Comic-Form massgeblich mitbeteiligt: Florian Küllchen und Alina Steuber

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„Neusser Gymnasiasten entwickelten Quirinus-Comic - Latein-Lehrbuch mit Sprechblasen", so titelte die NGZ am 22.02.2000. In dem folgenden Bericht wird dann ausgeführt:
„In Neuss wird in diesem Jahr die Übertragung der Reliquien des Stadtpatrons vor 950 Jahren gefeiert. Mit einem lateinischen Comic möchte das Quirinus-Gymnasium einen Beitrag zu diesem Fest leisten. So manchen Nachmittag haben fünf Schüler der Klasse OIII b in den vergangenen Monaten in der Schule mit Zeichnen und Übersetzen verbracht. Gestern stellten sie das Ergebnis vor.
"De conversione sancti Quirini" (Von der Bekehrung des heiligen Quirinus) lautet der Titel des bunt bebilderten Heftes. Wer den Inhalt der Sprechblasen verstehen will, sollte schon mindestens zwei Jahre Latein-Unterricht hinter sich haben. Damit es nicht zu schwer wird, geben die Schüler in den Fußnoten Vokabel-Hilfen. Dabei waren sie oft strenger als ihr fachlicher Berater, Schulleiter Dr. Johannes Hamacher. Wenn sich Schüler und Lehrer nicht einigen konnten, wie viel Übersetzungshilfe nötig ist, mussten die kleinen Geschwister der Comic-Autoren kurzerhand als Testpersonen herhalten.
Christian Brensing (14), Florian Küllchen (15), Bettina Langkamp (14), Alina Steuber (15) und Kanali Togawa (15) sind sich einig, dass Latein kein verstaubtes, langweiliges Fach ist, sondern viel Spaß macht: "Latein ist auch sehr nützlich. Ich erfahre, was sich in früheren Jahrhunderten ereignet hat, denn ich kann die historischen Quellen verstehen und bin nicht auf Übersetzungen angewiesen", sagt Kanali. Und Florian ergänzt, dass es leichter sei, eine zweite Fremdsprache zu lernen, wenn man auf Erfahrungen aus dem Latein-Unterricht aufbauen könne.
Florian hat für die Arbeitsgruppe sein Zeichen-Talent zur Verfügung gestellt. Kanali kolorierte die Bilder und gestaltete die Sprechblasen am Computer, Christian scannte die Zeichnungen in den Computer ein, Bettina erarbeitete die Vokabel-Hilfen, und Alina schrieb die Einleitung. Alle Schüler gemeinsam entwickelten die Comic-Version des Originaltextes aus der "Legenda aurea", die um das Jahr 1265 von Jacobus de Voragine verfasst wurde.
"Quirinus war Aufseher in einem Gefängnis, in dem Hermes, ehemaliger Stadtpräfekt Roms, und Papst Alexander wegen ihres christlichen Glaubens festgehalten wurden", fasst Florian zusammen. "Wenn Euer Gott so großartig ist, wird er sicher meine Tochter Balbina heilen können, die an einem Kropf erkrankt ist", habe Quirinus zu den beiden Christen gesagt. Das Wunder geschah, "Quirinus und Balbina wurden getauft und gleich danach geköpft", erzählt Florian.
Diese blutige Szene habe er aber nicht zeichnen dürfen, denn schließlich soll der Comic Neusser Gymnasiasten für den Unterricht zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus beteiligt sich die Gruppe mit der "Bekehrung des Quirinus" am Bundeswettbewerb Latein. Kurz vor dem Abgabetermin fiel den Mädchen allerdings auf, dass Florian auf einigen Bildern Quirinus, Hermes und Alexander Zähne gezeichnet hatte und auf anderen nicht.
In Windeseile machte Florian sich an die Korrekturen: "So schnell hat in Neuss noch keiner ein Gebiss bekommen", sagt er lachend. Weitere Beiträge des Quirinus-Gymnasiums zum Jubiläumsjahr sind ein "Quirinusical", Projekttage und ein Schulfest. Zunächst warten die Schüler jedoch gespannt darauf, ob sie beim Bundeswettbewerb Erfolg haben."
Quelle: NGZ-Bericht von Christine Sommerfeld vom 22.02.2000 („Die junge NGZ")

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