Zur NGZ-Berichterstattung über den Verkauf von 384 LEG-Wohnungen in
Erfttal wurde am 19.01.2000 in der NGZ folgende Leserzuschrift vorgestellt:
"Der CDU - Stadtverordnete Herr Heinz Sahnen hat bereits im Juli 1999 den
beabsichtigten Verkauf aufgegriffen und sich für einen Verbleib der Wohnungen im Bestand
der LEG ausgesprochen. Die Trägerkonferenz der Erfttaler Vereine und Institutionen hat
dann am 22.7.1999 in einer Sondersitzung eine Resolution gegen den Verkauf verfaßt. Diese
Resolution wurde den verantwortlichen Politikern, aber auch der Öffentlichkeit
vorgestellt. Dass diese Bemühungen, einen Verkauf zu verhindern, nicht erfolgreich waren,
ist zu bedauern.
Ich habe im Juli des vergangenen Jahres auch den Bürgermeister der Stadt Neuss, Herrn
Napp, den Ministerpräsidenten des Landes, Herrn Clement, und Herrn Dr. Fritz Behrens, SPD
- Landtagskandidat für Neuss, auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht und um Hilfe
gebeten. Dieser Briefwechsel war eine Enttäuschung: Vom Bürgermeister der Stadt Neuss
habe ich bis heute keine abschließende Antwort erhalten. Von den Landespolitikern erhielt
ich lediglich allgemeine Erklärungen. Die verschiedenen Briefe stimmten textlich
weitgehend überein, so dass der Schluss nahe liegt: die Politiker in Düsseldorf haben
sich mit dem Vorgang nicht ernsthaft befasst und sich eine passende Begründung von der
LEG vorschreiben lassen. Herr Dr. Behrens hätte sich aber für die Neuss - Erfttaler
Belange besonders engagiert zeigen können. Von einem solchen Engagement war aber nichts
zu spüren. Selbst der Landtag, an den ich eine Petition zur Verhinderung des Verkaufs
gerichtet hatte, ließ sich für die Beantwortung meiner Petition nur die aus anderen
Schriftsätzen bereits bekannten nichtssagenden Formulierungen einfallen.
Die Befürchtungen, die wir bereits im Juli 1999 hegten, scheinen sich zu bestätigen: Die
neue Eigentümerin will sich hier vor Ort überhaupt nicht dauerhaft sozialverträglich
engagieren. Es ist vielmehr die klare Absicht der Gesellschaft, nach einer gewissen Frist
die einzelnen Wohnungen weiter zu veräußern, und dies natürlich profitabel (was
sonst?). Und das mit ausdrücklicher Billigung der in Düsseldorf verantwortlichen SPD -
Politiker in Regierung und Parlament!
Ich fordere hiermit alle politisch Verantwortlichen auf, dem Vorgang umgehend nachzugehen
und in den entsprechenden Gremien für gezielte Nachfragen und Folgerungen bemüht zu
sein. Den Bürgermeister der Stadt Neuss bitte ich ebenfalls, schnellstmöglich in der
Angelegenheit Position zu beziehen und sicherzustellen, dass die vor Jahren der LEG
bewilligten Fördergelder zur Wohnfeldsanierung in Erfttal zurückgefordert werden. Die
erstatteten Gelder können dann wieder sinnvoll für Erfttal eingesetzt werden. Mein
Vorschlag wäre, das Geld gezielt für die Kinder- und Jugendförderung einzusetzen. Mehr
als 1/3 der Erfttaler sind nämlich Kinder und Jugendliche bzw. Heranwachsende."
Werner Schell, Harffer Straße 59, Erfttal