Kommunaler Servicedienst wird demnächst in Erfttal nach dem Rechten sehen

Auf kleiner Flamme Flagge zeigen

Erfttal. Ab Mitte August und zeitlich befristet bis November werden auch in Erfttal Mitarbeiter des so genannten kommunalen Servicedienstes im Einsatz sein. Zur Zeit sind diese in der Innenstadt unterwegs, helfen, eine „Gemengelage von Problemen" zu lösen. Dazu gehören die Kontrolle der Sauberkeit und Ordnung in der Stadt: Also beispielsweise auf den Straßen, in Parks und auf Spielplätzen nach dem Rechten zu sehen.

Einem Wunsch der Erfttaler Bevölkerung entsprechend hatte die Verwaltung zwei Planstellen für einen kommunalen Servicedienst in Erfttal vorgeschlagen: der Rat jedoch nur eine genehmigt. Das fanden weder Verwaltung noch die Bürger praktikabel, trotz der Etatisierung von 38.274 Euro im städtischen Haushalt (Sachkosten, nicht Personalkosten) drohte das gesamte Projekt zu kippen. Doch es wurde eine Lösung gefunden: Zusätzlich zu ihrer Aufgabe in der Innenstadt werden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch in Erfttal nach dem Rechten schauen. Amtsleiter Peter Gruschwitz: „Das geht zur Zeit nur per Überstunden, die von den Mitarbeitern nach Absprache geleistet werden. Natürlich werden diese nicht dem normalen Arbeitstag aufgepackt. Es ist unrealistisch, nach einem Vollstundentag mal eben in Erfttal vorbeizuschauen. Wir brauchen Leute, die sich voll auf diese Zusatzaufgabe konzentrieren können." Außerdem hätte die strenge städtische Personalverwaltung sicherlich aus tarifrechtlichen Gründen nicht mitgemacht, wenn der 38,5-Stunden-Arbeitstag der Mitarbeiter willkürlich verlängert worden wäre. Also wurde folgende Lösung gefunden: Maximal 20 Stunden werden die Mitarbeiter monatlich in Erfttal unterwegs sein. Und dies nicht mal eben für eine Stunde, sondern tageweise. Und dies unregelmäßig von montags bis freitags."

Als „Entgegenkommen der Behörde", will Beigeordneter Ernst-Horst Goldammer diese Maßnahme sehen: „Die Bürger sollen wissen, dass die Stadt sich kümmert. Wir werden das Beste daraus machen und – wenn auch auf kleiner Flamme – Flagge zeigen. Im November muss dann die Politik entscheiden, wie es weitergehen soll und ihren Willen im Etat für 2003 beziehungsweise 2004 deutlich machen."

Werner Schell vom Arbeitskreis Sicherheit und Ordnung im Rahmen der Stadtteilkonferenz sieht das zwar nicht als die Ideallösung an, doch sei das mehr als gar nichts. „Ich könnte mir aber als Alternative im kommunalen Servicedienst aber auch eine Ordnungspartnerschaft Blau-Grün vorstellen. Also einen städtischen Mitarbeiter, der zusammen mit einem Polizeibeamten unterwegs ist", regt Schell als Möglichkeit an.

Rolf Hoppe

Quelle: Bericht der NGZ vom 10.8.2002

http://www.wernerschell.de