Erfttaler wünschen sich städtische Aufsichtsbedienstete für ihre
Kinderspielplätze
Die NGZ berichtete am 29.11.1999 über die Spielplätze in Erfttal und
titelte Auf Norfer Spielplätzen - Vermehrte Kontrollen"
Erftstadt. Aufgrund der vermehrten Streifengänge der Polizei ist auf den
Kinderspielplätzen in Erfttal wieder Ruhe eingekehrt, nachdem von besorgten Müttern
zuvor über den Gebrauch von Schusswaffen berichtet worden war. Dieses erfreuliche Fazit
zog jetzt Wolfgang Schlicht, sachkundiger Bürger der SPD-Ratsfraktion. Die Kontrollen der
Spielplätze Am Norfbach würden fortgesetzt.
Der Stadt Kurier griff das Thema am 1.12.1999 ebenfalls auf. Dabei störte
allerdings die reisserische Überschrift Erhöhte Polizeipräsens in Erfttal -
Schusswaffen auf Spielplätzen?". Der Stadtverordnete Heinz Sahnen bezieht in diesem
Artikel klar Position und sieht weiteren Handlungsbedarf. Sahnen kennt die ständig
wechselnden Treffpunkte (die Zusammenrottungen lösen ein Klima der Angst
aus"), möchte den SKM bewegen, einen Streetworker für Erfttal einzustellen, kann
sich auch vorstellen, dass der kommunale Ordnungsdienst in die Ortsteile geht.
Ausdrücklich erwähnt Sahnen die gute Arbeit des Kontakt Erfttal.
Zu dem Bericht "Auf Norfer Spielplätzen - Vermehrte Kontrollen" (NGZ vom
29.11.99) druckte die NGZ am 13.12.1999 folgende Leserzuschrift ab:
Die offensichtlich auf Angaben eines sachkundigen Bürgers der SPD beruhenden Angaben
bedürfen einer formellen und inhaltlichen Kommentierung. Bei den Spielplätzen, auf denen
vor allem im Sommer über, vorsichtig gesagt, zweckfremde Nutzung geklagt wurde, handelt
es sich keineswegs um Anlagen in Norf, sondern in Erfttal (und nicht in Erftstadt).
Tatsache ist, dass die Ursachen der vielfach beklagten Missstände keineswegs behoben
sind. Die Spielplätze werden in der nass-kalten Zeit von kleineren Kindern (und ihren
Eltern) kaum in Anspruch genommen. Folglich gibt es auch weniger Klagen über zweckwidrige
Nutzungen.
Wir fordern seit längerer Zeit und weiter anhaltend, daß die Stadtverwaltung Neuss
deutlich vermehrt Aufsichtsbeamte in den hiesigen Spielanlagen einsetzt, und zwar zu
Zeiten, in denen sich erfahrungsgemäß die gerügten mißbräuchlichen Nutzungen (durch
Jugendliche, Heranwachsende und Trinker) feststellen lassen (z.B. später Nachmittag,
Wochenenden). Die in der Stadt Neuss Verantwortlichen werden daher nochmals gebeten,
Konzepte zu entwickeln, wie dem Problem der zweckwidrigen Spielplatznutzung
(wahrscheinlich ähnlich in anderen Stadtteilen) in geeigneter Weise begegnet werden kann.
Das richtige Konzept zur Lösung der Probleme scheint in den kritischen Zeiten die
ständige oder zumindest häufige Anwesenheit einer Aufsichtsperson zu sein. Es ist eher
abwegig zu erwarten, daß Kinder oder Eltern von den Spielplätzen aus (vielleicht per
Handy?) die Polizei herbeibitten sollen (so mir von der Stadt Neuss mit Schriftsatz vom
28.4.1999 empfohlen!). Dies hat, wie konkrete Beispiele belegen, in der Vergangenheit auch
nicht funktioniert. Wir fordern sicherzustellen, daß die aus guten Gründen angelegten
Kinderspielplätze auch als solche uneingeschränkt und unbehelligt genutzt werden
können!!
Werner Schell, Harffer Straße 59, Erfttal