Stadtteilkonferenz Erfttal

 

Zentrum für Gemeinwesenarbeit Bedburger Str. 57 41469 Neuss

 

Integriertes Handlungskonzept in Neuss-Erfttal

Fortführung der Stadtteilerneuerung gemäß Votum-Erfttal Neuss, am 27.10.2003

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Sitzung der Stadtteilkonferenz Erfttal vom 25.09.03 wurden die Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen und Projekte zur Erneuerung des Stadtteils Erfttal diskutiert. In Anerkennung und mit ausdrücklicher Unterstützung für dass, was durch die städtischen Mittel bisher geleistet werden konnte aber auch mit Blick auf das gemeinsam verabschiedete Ranking des Erfttaler Votums vom Juni 2001 spricht sich die Stadtteilkonferenz dafür aus, dass an allen Ergebnissen der Zukunftswerkstatt in jedem Fall festzuhalten ist.

Die Beschlussfassungen und Empfehlungen der AG-Politik vom 18.09.2003 werden von der Stadtteilkonferenz ausdrücklich begrüßt. Hinsichtlich einer mittel- bis langfristigen Zukunftsplanung für den Stadtteil werden jedoch deutlichere Signale und Zusicherungen zur Umsetzung bzw. Fortführung der insgesamt 15 Projekte aus dem Votum-Erfttal erwartet. Für die Finanzierung des Stadtteilerneuerungsprozesses geht die Stadtteilkonferenz insofern von einem Sonderbudget Erfttal aus, dass weit über das HH 2004 hinaus zur Verfügung steht.

Die Stadtteilkonferenz verweist hierbei ausdrücklich auf die im integrierten Handlungskonzept Erfttal zusammengefassten Empfehlungen. In Anlehnung an dieses Zukunftskonzept hatte sich der Rat der Stadt Neuss mit seinem Beschluss vom 25.02.2000 darauf verständigt, einen ganzheitlichen Prozess mit insgesamt fünf verschiedenen Handlungsfeldern zur Erneuerung Erfttals auf den Weg zu bringen. Nur im Zusammenspiel der verschiedenen Handlungsfelder können die Verhältnisse im Stadtteil grundlegend strukturell in einem Erneuerungsprozess angegangen werden.

Die bisherigen wichtigen Maßnahmen dienten einer Verbesserung der sozialen Infrastruktur. Städtebauliche und wohnungswirtschaftliche, wie auch beschäftigungs-wirksame und gesundheitsfördernde Maßnahmen wurden im Sinne des integrierten Handlungskonzeptes bislang noch nicht realisiert.

Die weiteren Maßnahmen des Votums sollen der Integration und des Miteinanders, der Beschäftigungssituation und der Gesundheitsvorsorge im Stadtteil dienen. Alle vereinbarten Projekte müssen durchgesetzt werden; sie garantieren eine ganzheitliche und zukunftsgerichtete Fortentwicklung Erfttals.

Die Akteure im Stadtteil sind sich jedoch auch darüber im Klaren, dass die kommunale Finanzsituation eine unmittelbare Umsetzung nicht leisten kann. Um so wichtiger erscheint es der Stadtteilkonferenz, eine realistische Zeitplanung mit Verwaltung und Politik abzustimmen. Keinesfalls darf jetzt der Eindruck entstehen, dass sich die Verwaltung und die verantwortliche Kommunalpolitik nach dreijähriger Bezuschussung abwendet und das Sonderbudget mit dem HH 2004 auslaufen lässt. Für alle Beteiligten wäre dies das falsche Signal. Es kommt nun darauf an, sich zunächst auf dringlichste und wesentliche Aufgaben zu konzentrieren.

Hier sieht die Stadtteilkonferenz vor allem das Handlungsfeld Wohnungswirtschaft, da die Akteure vor Ort weitestgehend ihre Möglichkeiten ausgeschöpft haben und ohne die Unterstützung der Stadt Neuss kein Fortkommen zu erwarten ist.

Mit Blick auf die im Votum Erfttal gefasste Prioritätensetzung, auf die den Stadtteil belastende Bewohnerstruktur und die vielfach unzureichende Lebensqualität in den Geschosswohnanlagen, ist ein Handeln der Wohnungsunternehmen dringend einzufordern. Das offenkundige Desinteresse der Wohnungswirtschaft am Erneuerungsprozess im Stadtteil Erfttal darf keinesfalls dazu führen, das Handlungsfeld Wohnungswirtschaft zu vernachlässigen oder gar zu verlassen. Die Ergebnisse der von der Trägerkonferenz beauftragten WohnBund-Beratung Bochum, Frau Karhoff, werden von der Stadtteilkonferenz als Aufforderung an Verwaltungsführung und Politik verstanden, Wohnungsbauunternehmen, Eigentümer und Verwaltungs- und Vermietungsgesellschaften in die Pflicht zu nehmen und sie an ihre soziale Verantwortung gegenüber ihrer Mieterschaft aber auch gegenüber dem gesamten Stadtteil zu erinnern.

Die Wohnungsunternehmen entscheiden maßgeblich über die Qualität des Wohnraumangebotes vor Ort und beeinflussen damit die Attraktivität des Stadtteils für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Das Image des Stadtteils wird durch ihre Bestände entscheidend geprägt; durch ihre Investitionen beeinflussen sie das Wohn- und Lebensgefühl der Bewohnerschaft. Insofern entscheiden die Wohnungs-unternehmen auch über die Entwicklung Erfttals, wenn sie sich einer Kooperation mit den Akteuren im Stadtteil verweigern. Nach den Erfahrungen des Bundesprogramms „Soziale Stadt" erfordert die Wirksamkeit von Stadtteilerneuerungsprozessen ein aktives Mitwirken der Wohnungswirtschaft vor Ort, häufig sogar als initiierender Akteur.

Zusammenfassend formuliert die Stadtteilkonferenz gegenüber der Stadt Neuss folgende Erwartungen:

  1. dass an dem mit der Entscheidung des Rates vom 25.02.2000 beschlossenen Stadtteilerneuerungsprozess auf Grundlage des integrierten Handlungskonzeptes festgehalten wird und die Projekte des Votums Erfttal umgesetzt werden,
  2. dass sowohl die Verwaltungsspitze wie auch der Rat der Stadt Neuss gezielt auf die Wohnungswirtschaft einwirken und die entsprechenden Unternehmen zu einer gemeinsamen Erarbeitung von Belegungs-konzepten und anderen wohnungswirtschaftlich relevanten Maßnahmen für Erfttal bewegt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

für die Stadtteilkonferenz

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Paul Petersen, Stadtteilmanagement

Elisabeth Hüls, Gebr.-Grimm-Schule

http://www.wernerschell.de