Streetworker wird in Erfttal für die aufsuchende Sozialarbeit benötigt!!!
Seit Jahren führe ich mit der Stadt Neuss Schriftwechsel über notwendige Hilfen der Kommune bei den zahlreichen Problemen hier vor Ort. Dazu gehört auch meine Forderung, mindestens einen Streetworker in Erfttal einzusetzen. Leider ist dem berechtigten Anliegen bislang nicht entsprochen worden. Es gibt ausweichende Antworten und zusätzlich Irritationen in der Presse. Es bestand so Veranlassung, das Thema in Form eines Leserbriefes aufzugreifen. Dieser Brief wurde am 22.12.2000 in der NGZ mit der Titelung "Streetworker" abgedruckt.

Der Text wird nachfolgend vorgestellt:

"Die Mitteilung, dass sich ein Arbeitskreis der Jungen Union für den Einsatz von Streetworkern in Neuss einsetzen will, habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Initiativen kommen spät, aber vielleicht nicht zu spät. Bei den Hinweisen, die Herr Schnitzler (CDU) für sein Konzept abgegeben hat, vermisse ich aber eine Einbeziehung von Erfttal in die vorgesehene Betreuungsarbeit. Werden vielleicht die Prioritäten in Neuss verkannt? Hat man sich ausreichend über die Problembereiche sachkundig gemacht?
Dass Streetworker wichtige Aufgaben bei einer aufsuchenden Sozialarbeit wahrnehmen können, ist seit längerer Zeit in Fachkreisen völlig unbestritten. Auf Grund gegebener Umstände habe ich daher gegenüber der Stadt Neuss seit Jahren(!) gebeten, in Erfttal (zumindest einen) Streetworker einzusetzen, um insoweit dringlichste Maßnahmen des vorbeugenden Jugendschutzes anbieten zu können. Meine diesbezüglichen Bitten wurden wiederholt mündlich und schriftlich vorgetragen. Im Sommer dieses Jahres dann wurde seitens der Stadt Neuss erklärt, ich solle meinen diesbezüglichen Schriftwechsel einstellen, es sei doch alles geregelt. Konkret: zwei Streetworker stünden für den Einsatz in Neuss zur Verfügung (davon einer für Erfttal!). Da aber von den zugesagten Streetworkern bis November 2000 weit und breit nichts zu sehen war, habe ich beim Leserbrieffrühstück am 18.11.2000 nachgefragt. Daraufhin erfahre ich nun (durch Brief des Bürgermeisters vom 8.12.2000), dass lediglich Absichten bestehen, Streetworker einzusetzen. Angeblich muss nun erst einmal die Entscheidung über die Bewilligung von Fördermitteln abgewartet werden. Eine Entscheidung ist nicht vor April 2001 zu erwarten.
Ich sehe leider in der Behandlung der Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in Erfttal durch die Stadt Neuss zu wenig Engagement. Auch die gebetsmühlenartige Behauptung der zuständigen städtischen Vertreter, für die Erfttaler Kinder und Jugendlichen sei bereits viel auf den Weg gebracht worden, ist nicht geeignet, die gravierenden Defizite aufzulösen. Tatsache ist, dass es hier vor Ort beträchtliche Unzulänglichkeiten in der Kinder- und Jugendbetreuung gibt. Diese Unzulänglichkeiten habe ich gegenüber der Stadt Neuss wiederholt ausführlich schriftlich aufgezeigt und vor gefahrenträchtigen Weiterungen gewarnt. U.a. gibt es im "Kontakt Erfttal" beträchtliche personelle und sachliche Engpässe, die eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Raumkapazitäten und somit eine dringend notwendige Erweiterung der Angebotspalette für die Jugend nicht zulassen.
Was sich ergeben kann, wenn man die zahlreich gegebenen Hinweise nicht nicht ernst genug nimmt, zeigt der ebenfalls am 15.12.2000 abgedruckte Bericht der NGZ, in dem über einen Raubüberfall Jugendlicher am Norfbach informiert wird. Was muss eigentlich noch passieren, bis die Verantwortlichen endlich begreifen, was eigentlich los?"
Werner Schell, Harffer Str. 59, 41469 Neuss-Erfttal