Vorgängerkoloss städtebaulich falsch

An diesen Koloss erinnert heute nichts mehr. Eine 4250 Quadratmeter große Fläche steht jetzt für die neue Bebauung zur Verfügung. In einem Jahr sollen die Einfamilien-Häuser fertig sein. Neun Familien - insgesamt 18 Erwachsene und 18 Kinder - haben sich bereits zum Hauskauf entschlossen, bevor mit dem Bau überhaupt begonnen wurde. "Es ist ein Trend zum eigenen Haus zu erkennen", sagte Napp, "diesem kommen wir mit den Niedrigenergiehäusern nach."
Der Landtagsabgeordnete und Erfttaler Bürger Heinz Sahnen erklärte, wie es überhaupt zu dem Bau des Hochhauses kommen konnte: "Zu dieser Zeit entstanden Hochhäuser jeweils in der Nähe von Bahnkörpern, um möglichst vielen Menschen eine gute Verkehrsanbindung zu sichern." In diesem Zuge sei auch das Haus in Erfttal errichtet worden. "Die Wohnanlage war städtebaulich falsch", sagt auch Harnischmacher und verweist unter anderem auf die St. Cornelius-Kirche, die hinter dem hohen Gebäude nicht zur Geltung gekommen sei. Vor allen Dingen habe es wegen der baulichen Fehler Probleme im Miteinander der Bewohner gegeben.
"Die Menschen wohnten je an zwei Treppenhäusern und knubbelten sich an ihren Eingangstüren", so Harnischmacher. Deshalb seien sie sehr unglücklich gewesen. Schließlich habe es Probleme mit Müll und Dreck gegeben, da sich niemand für die Wohnanlage verantwortlich gefühlt hat. Das soll sich durch die neue Bebauung ändern. "Zum einen kümmern sich Eigentümer mehr um ihr Umfeld, ihren Garten zum Beispiel", erläutert Sahnen, "und zum anderen wird der Fluktuation in Erfttal entgegen gewirkt, da ein Eigentümer nicht so schnell weg zieht."
Kommende Woche steht schon der nächste Spatenstich in Erfttal auf dem Programm: In unmittelbarer Nähe des St. Cornelius-Kindergartens wird eine Kindertagesstätte errichtet. Außerdem sollen die Hochhäuser an der Euskirchener Straße ab Anfang nächsten Jahres grundsaniert und in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. In Erfttal tut sich etwas.
Quelle: NGZ-Online vom 2.12.2002