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Bauliche Stadtteilerneuerung in Erfttal

Entdichtung und Entmischung

Bei der baulichen Stadtteilerneuerung in Erfttal müssen alle Register gezogen werden, um das Quartier zu anderen Wohngebieten konkurrenzfähig zu machen. Das Land bietet dazu Fördermittel. Was fehlt, sind Förderanträge.

Von Christoph Kleinau

Die in Erfttal engagierten Wohnungsbaugesellschaften sind so weit auseinander, dass sie sich auf ein zentrales Belegungsmanagement nicht festlegen wollen, am Thema Stadtteilerneuerung aber immerhin so stark interessiert, dass keine dem Expertengespräch im Gemeinwesenzentrum, zu dem der CDU-Stadtverordnete und Landespolitiker Heinz Sahnen eingeladen hatte, fern blieb.

Diesen Gesellschaften diktierte Dr. Hans-Dieter Krupinski vom Landesbauministerium in den Block: "Wir müssen die Quartiere so herrichten, dass sie mittelfristig gegenüber anderen Wohnlagen konkurrenzfähig werden." Dazu sei eine Fülle von Maßnahmen notwendig - für die er eine Palette an Fördermodellen vorstellte. "Wir brauchen nur ein paar Anträge." Das Thema Wohn- und Wohnumfeldverbesserung nahm gestern breiten Raum bei diesem Gespräch ein, bei dem weitere Ziele zur Stabilisierung von Wohn- und Lebensverhältnissen erarbeitet werden sollten.

Ein Dauerbrenner, ein seit Jahren andauernder Prozess, wie Sahnen hervorhob. Und ein Prozess, der seine Fortsetzung finden muss - aber nicht Wahlkampfthema werden soll. Mit den Bürgern diskutiert werden die gestern gegebenen Anstöße erst im November - nach der Wahl. Dass der bisher verfolgte Weg einer Vernetzung von sozial-politischen Maßnahmen und den Möglichkeiten der Wohnungswirtschaft richtig ist, bestätigte nicht zuletzt Professor Rainer Danielzyk vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund.

Er war Experte und Moderator in einer Person und bei der Vorbereitung auf diese Aufgabe ins Staunen gekommen: "In Erfttal läuft schon sehr viel, ohne dass Neuss im Landesprogramm ,Soziale Stadt' ist", resümierte er. Gute Beispiele für Stadtteilerneuerung gebe es auch im Ruhrgebiet, doch ständen dort Millionen aus der Landeskasse dahinter. Millionen hat Neuss nicht - aber einige hunderttausend wurden doch investiert, seit der Rat vor drei Jahren sein "Votum für Erfttal" abgab. Dieses Projekt läuft zwar zum Jahresende aus, doch kann sich Bürgermeister Herbert Napp nicht vorstellen, dass die Politik einer Fortführung den Weg versperrt.

Die Verwaltung jedenfalls werde bestimmte Projekte weiter fördern- auch wenn, wie ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes anfügte - nie genug Geld vorhanden sein wird, um zum Beispiel beim Thema Sicherheit das Wünschenswerte zu erreichen. Napp kündigte ferner an, Sahnens Antrag auf Verzicht einer Fehlbelegerabgabe für "Alt-Erfttal" um weitere fünf Jahre beim Land zu unterstützen. "Entdichtung" und "Entmischung" waren zuletzt Schlagworte bei der Diskussion baulicher Maßnahmen.

Beides soll im Ortsteil stabilisierend wirken und sein Image nach außen verbessern. Als Musterbeispiel für beides nannte Krupinski die Entscheidung des Neusser Bauvereins, den Hochhaus-Komplex Harffer Straße abzureißen und an gleicher Stelle Einfamilienhäuser zu errichten. So wurden Fehler der 70er Jahre überwunden und Menschen angesiedelt, die Eigentümer und nicht mehr Mieter sind. Auch bei der Wohnanlage der in Insolvenz befindlichen GB/AG werde, so Napp, mittelfristig ein (Teil-)Abriss "unumgänglich sein".

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 10.7.2004