Erfttal wird 30 Jahre

Neuss (PN/FI/902). In diesem Jahr wird Erfttal 30 Jahre alt. Anlaß, um gemeinsam zu feiern, aber auch, um über die Zukunft des Stadtteiles gemeinsam nachzudenken! Die Potenziale in dem Neusser Stadtteil sind groß: Vielfältiges Vereineinsleben, Nachbarschaften, Engagement von Bürgerinnen und Bürgern und die bestehende Infrastruktur sind die Stärken des Stadtteiles. Aber auch die Probleme des Stadtteiles sind vielfältig: Arbeitslosigkeit, Defizite im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld, eine hohe Fluktation der Bevölkerung und eine fehlende bzw. unzureichende soziale und kulturelle Integration neuer Bevölkerungsgruppen führten zu einem negativen Image des Stadtteiles. 1999 wurde auf Initiative der Stadt Neuss und des Sozialdienstes Katholischer Männer Neuss e.V. ein integriertes Handlungskonzept für Erfttal erarbeitet. In unterschiedlichen Handlungsfeldern - aber ressortübergreifend - wurden zentrale Probleme aufgezeigt, Fragen aufgeworfen und Perspektiven für die weitere Entwicklung des Stadtteiles thematisiert.

Die Themen und Perspektiven sollen jetzt in einem Beteiligungsverfahren gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und Trägern vor Ort aufgegriffen, konkretisiert und umgesetzt werden. Der Rat der Stadt Neuss hat in diesem Zusammenhang auf seiner Sitzung am 25. Februar 2000 u.a. entschieden: "...einen Stadtteilentwicklungsprozeß auf der Grundlage des Handlungskonzeptes einzuleiten, die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteiles über eine Zukunftswerkstatt und andere geeignete Verfahren, Formen etc. frühzeitig in allen Phasen der Planung bzw. der Realisierung einzelner Maßnahmen zu beteiligen...". In Umsetzung dieses Beschlusses und zur Durchführung des Beteiligungsverfahrens gibt es seit September 2000 eine Vereinbarung zwischen der Stadt Neuss, dem Sozialdienst Katholischer Männer Neuss e.V. und den anderen, in der Trägerkonferenz Erfttal zusammengeschlossenen, Einrichtungen und Diensten des Stadtteiles. Einen ersten Schritt stellte die personelle Verstärkung für dieses Projekt vor Ort dar: Der SKM hat für diesen Stadtteilentwicklungsprozeß wesentliche Planungs- und Koordinationsaufgaben übernommen: als Stadtteilmanager ist Paul Petersen tätig.

Zentrale Aspekte des angelaufenen Prozesses sind insbesondere

1. Arbeitsgruppen
Beschäftigung und Qualifizierung Jugendlicher, Arbeitsgruppe Dienstleistungszentrum Erfttal, Qualifizierung für Frauen, Wohnen in Neuss-Erfttal/Wohnungswirtschaft, Sicherheit und Ordnung, Neugestaltung von Kinderspielplätzen, Jugend und Soziales, Ein Marktplatz für Erfttal, Integration, Stadtteilimage, Tagesbetreuung für Kinder, Tagesobdachlosigkeit.

2. Stadtteilfest "30 Jahre Erfttal"
Einen ersten Höhepunkt der Aktiviäten Erfttals wird das Stadtteilfest am Samstag 12. Mai 2001 darstellen. Die Einrichtungen, Vereine und Initiativen des Stadtteiles bieten ein umfangreiches und buntes Programm rund um das Bürgerzentrum und das Paul-Schneider-Haus. Zentrale Programmpunkte - Musik, Informationen aus den Arbeitsgruppen und eine Live-Berichterstattung von NE-WS 89,4 aus dem Stadtteil finden auf der Bühne Ecke Euskirchener Straße/Bedburger Straße statt. Auf dem Stadtteilfest startet die Aktion "Bürgerinnen und Bürger packen einen Koffer für die Zukunft": auf T-Shirts werden "Fragen, Probleme aber auch Ideen, wie man es anpacken könnte", geschrieben und in den Koffer für die Zukunftswerkstatt gepackt. Die Sven-West-Show am Abend stellt einen weiteren Höhepunkt dar und schließt das Stadtteilfest gegen ca. 22.00 Uhr.

3. Stadtteilbesuch
Der Bürgermeister der Stadt Neuss, Herbert Napp, lädt am Dienstag, 15. Mai 2001, Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch. Dieser Stadtteilbsuch beginnt um 16.30 Uhr auf dem Kinderspielplatz in Erfttal-West, setzt sich fort um 17.15 Uhr vor dem Einkaufszentrum Euskirchener Straße und geht ab ca. 18.00 Uhr über in einen gemeinsamen Gesprächsabend im Bürgerzentrum mit Vertreterinnen und Vertretern von Vereinen, Einrichtungen, Initiativen und insbesondere der laufenden Arbeitsgruppen zur Zukunftswerkstatt. Die Aktion "Bürgerinnen und Bürger packen einen Koffer für die Zukunft" wird im Rahmen des Stadtteilbesuches fortgesetzt.

4. Zukunftswerkstatt
Eine Zukunftswerkstatt ist eine große Veranstaltung, auf der Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessengruppen wie Politik, Verwaltung, Vereinen, Kirchen und natürlich Ihnen als Bürgerinnen und Bürger von Erfttal zusammenarbeiten. Ziel ist es, konkrete und handfeste Maßnahmen und Projekte zu entwickeln, um Erfttal zu einem lebendigen und lebenswerten Stadtteil zu entwickeln. Folgende Schritte sollen an den zwei Tagen erarbeitet werden: 1.) Wo stehen wir jetzt? - Wo drückt der Schuh, was bewegt Sie? 2.) Was kommt auf Erfttal zu? - Ein gemeinsamer Blick über den Tellerrand. 3.) Wo wollen wir hin? - Gemeinsame Ideen und Leitlinien für Erfttals Entwicklung. 4.) Was wollen wir tun? - Projektideen für ein lebendiges Erfttal. 5.) Wie wollen wir es tun? - Die wichtigsten Schritte zur Umsetzung. Die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteiles sind sozusagen die "Experten" für Ihren Stadtteil und die Zukunft Ihres Stadtteils hängt ganz entscheidend von Ihrer Tatkraft und Ihrem Engagement ab. Es ist wichtig, dass sie möglichst zahlreich an der Zukunftswerkstatt teilnehmen. Diese Veranstaltung wird geleitet und moderiert von der Firma "OpuS-Team-Consulting, Bielefeld, die hier ihre "Zukunftsspindel" einsetzen wird.

Bürgerinnen und Bürger, die Interesse, aber nicht die Möglichkeit oder Zeit haben, an diesem Wochenende über beide Tage kontinuierlich mitzuarbeiten, bekommen trotzdem die Möglichkeit der Mitwirkung: Im Verlauf der Zukunftswerkstatt wird es einen Kontakt- und Informationsbereich, d.h. im Außenbereich des Bürgerzentrums gibt es an beiden Tagen, parallel zu den Arbeitsgruppen, ein vielfältiges Programm: Wandtafeln und Stände informieren zu den wichtigen Themen, im Kinderplenum diskutieren Kinder des Stadtteils mit dem Bürgermeister über das, was Kinder bewegt, das Spielmobil bietet für Kinder Spaß und Aktionen. Ein Besuch lohnt sich also - auch ohne Anmeldung!

Die Ergebnisse der Veranstaltung sollen in einem "Paket Erfttal geschnürt" werden, welches den Gremien der Stadtverwaltung und der Politik zur Beratung und Entscheidung vorgelegt wird. Wobei ein gewisser Zeithorizont zu beachten bzw. angestrebt ist: einige Themen werden sich unmittelbar aufgreifen und realisieren lassen. Hier sind bereits heute in den Arbeitsgruppen gute und erfolgversprechende Ansätze erkennbar. Andere Projekte und Veränderungen bedürfen der längerfristigen Planung und Umsetzung: Verbesserungen im Baubestand und im Wohnumfeld, Fortschritte in der sozialen und kulturellen Integratition und eine sich verändernde, tragfähige Zusammensetzung bzw. Mischung der Bevölkerung des Stadtteiles werden sich im Ergebnis erst mittel- und langfristig einstellen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Neuss vom 8.5.2001 (Übernahme aus http://www.neuss.de)

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