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Neuss-Erfttal, den 18.02.2004

Fax (2 Blatt)

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Neuss-Grevenbroicher Zeitung
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Lokalredaktion
Moselstr.
Neuss

Betr.: Bericht der NGZ vom 18.02.2004 „Heinz Sahnen startete Kinder- und Jugendforum im Kontakt Erfttal …"

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gebe zu dem vorbezeichneten Artikel die nachfolgende Leserzuschrift ab.

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Probleme mit Kindern und Jugendlichen in Erfttal nicht zum Wahlkampfthema machen!

Der Erfftaler Abgeordnete Heinz Sahnen suggeriert, mit der Einrichtung eines Kinder-und Jugendforums könnten die Probleme des Stadtteils Erfttal gemeinsam angegangen oder gar gelöst werden. Damit liegt er völlig daneben!

Zur „Kinderversammlung" hatte Heinz Sahnen und seine Seilschaft zahlreiche Kinder gebeten, allerdings diejenigen, die hier vor Ort „aus dem Ruder laufen", waren erst gar nicht erschienen. Parlamentarisches Palavern in ausgewählten Kreisen hilft daher nicht weiter. Wie der NGZ-Berichterstatter feststellte, verließen türkische und russlanddeutsche Kinder und Jugendliche bereits 1 Stunde nach Eröffnung der Versammlung den Ort des Geschehens. Zu Heinz Sahnen meinte u.a. einer der Jugendlichen „Der hat schon so viel versprochen" (Zitat aus NGZ-Bericht). Offensichtlich waren die Jugendlichen an der durchsichtigen Aktion des Abgeordneten nicht interessiert. Verständlich!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Alle Maßnahmen, die sich wirklich zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen in Erfttal auswirken, können grundsätzlich nur begrüßt werden. In diesem Sinne wird auch bereits seit Jahren in den verschiedenen Gesprächsrunden diskutiert und städtisches Handeln eingefordert. Ich habe zum Beispiel nicht nur seit Jahren den Einsatz von mindestens zwei Streetworkern gefordert, sondern auch immer wieder darauf hingewiesen (schriftlich dokumentiert!), dass die Ausstattung des Stadtteils mit weiteren geeigneten Angeboten für Kinder und Jugendliche deutlich verbessert werden muss („mit zwei kleinen Schritten kommt man nicht über einen Abgrund"). 18.7 % der Bewohner von Erfttal sind Kinder und Jugendliche bis unter 18 Jahre (bis unter 21 Jahre = 21,9 %, bis unter 25 Jahre = 26,4%, bis unter 30 Jahre = 32,1 %). Die Wünsche der jungen Menschen sind bekannt (u.a. innerhalb der Zukunftswerkstatt 2001 ermittelt) und müssen nicht erneut durch ein „Scheinparlament" erst erfragt und lange diskutiert werden. Es müssen vor allem Räume und zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werden, um die jungen Menschen mit altersgerechten Angeboten „von der Straße" zu bringen (z.B. Ausweitung der Angebote von „Kontakt", weniger entbehrliche Dienstleistungen im Bürgerzentrum und dafür verstärkte personelle Zuwendung in Richtung Jugendarbeit).

Wenn jetzt Heinz Sahnen, der im Rahmen der Stadtteilerneuerung bisher bei den Diskussionen um die geeigneten Hilfen für junge Menschen nicht hervorgetreten ist, plötzlich „ein Kaninchen" (Kinder- und Jugendforum) „aus dem Hut zaubert", muss er sich sagen lassen, dass dies Populismus bzw. blanke Wahlwerbung (im September 2004 sind Kommunalwahlen) ist. Die bislang von der sog. Mehrheitsfraktion (CDU) nicht gelösten Probleme mit Kindern und Jugendlichen in Erfttal unter solchen Umständen für Wahlwerbung zu missbrauchen, kann nicht akzeptiert werden!

Werner Schell, Harffer Str. 59, 41469 Neuss-Erfttal,

Sprecher des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnung" der Stadtteilkonferenz von Erfttal und Mitglied des Arbeitskreises „Streetwork"­ ­ ­

Mit freundlichen Grüßen

(Werner Schell)

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