Werner Schell, Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung"

Erfttal: Mehr Angebote für die Jugend gefordert

Erfttal. Eine ganz persönliche Meinung zu Erfttal und zur Beurteilung des Neusser Stadtteils in der Öffentlich hat Werner Schell, Erfttaler Bürger, entwickelt: „Ich wohne mit meiner Familie seit fast 30 Jahren in Neuss-Erfttal. Eine lange Zeit, in der wir überwiegend die angenehmen Seiten unseres Stadtteils kennen und schätzen gelernt haben. Erfttal ist verkehrsmäßig hervorragend gelegen und erfreut immer wieder durch die üppige Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern. Im Lauf der Zeit haben sich viele Institutionen und Gemeinschaften, beispielsweise aus den Bereichen Kirchen, Jugendgruppen und Nachbarschaften gebildet. Sie haben die Menschen zueinander geführt, aus vielerlei Gründen kann man sich wohlfühlen."

Probleme gemeinsam lösen

Gleichwohl dürfen, so Schell, die Probleme Erfttals nicht verschwiegen werden. Die grundlegenden Fehler seien bereits in den siebziger Jahren gemacht worden, als mit verdichteter Hochhausbebauung wohnungspolitische Lösungen gesucht wurden. In Folge dieser Fehler hat sich, so Schell, im Laufe der Zeit eine Bevölkerungsstruktur gebildet, die das tagtägliche Miteinander auch aufgrund der Bevölkerungsstruktur immer problematischer gestalte. Von Integration könne dabei keine Rede sein. Doch Schell, Sprecher des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnung" der Stadtteilkonferenz, legt nicht nur den Finger in die Wunde und ist der Meinung, das bauwirtschaftliche Kosmetik sowie Streicheleinheiten nicht weiter bringen würden, sondern zeigt auch nötige Veränderungen auf:

„Dringend notwendig ist ein Belegungs- und Wohnungsmanagement, in dem angestrebt werden muss, langfristig die Bevölkerungsstruktur zu verändern. Es genügt auch nicht, lediglich Streetworker nach Erfttal zu schicken. Die sind zwar bitter nötig, müssen aber so ausgestattet sein, dass sie den Kindern und Jugendlichen mehr als bisher anbieten können. Daher ist die Verstärkung der Angebote für diese Gruppen zwingend. Wenn es gelänge, für Kinder und Jugendliche vernünftige Angebote zu machen, würden sich wahrscheinlich vielfältige sicherheits- und ordnungsrechtliche Probleme, die sich rund um die Themen Alkohol, Drogen, Lärm, Vandalismus bewegen, beträchtlich minimieren oder gar auflösen lassen". Dafür müsse die Stadt zwar wahrscheinlich etwas mehr Geld investieren, als das bisher geschehen sei. Aber erst dann werde sich hier etwas zum Besseren wenden. Einen Unterstand auf dem Kirmesplatz zu erreichten und drumherum ein Aktionsprogramm anzubieten, sei zwar nicht verkehrt gewesen, aber allenfalls eine Hilfslösung für Schönwetterlagen.

Es wäre seiner Meinung nach vernünftig, das ehemalige Druckereigebäude Beinecke aufzukaufen und für die Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Letztendlich schlägt Schell eine verstärkte Beteiligung Erfttaler Bürger an der von allen Seiten gewünschten Stadtteilerneuung vor: Sie kennen die Verhältnisse wirklich". ho

Quelle: Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 28.6.2003

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