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Neuss-Erfttal, den 08.02.2003

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Neuss-Grevenbroicher Zeitung
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Lokalredaktion
Moselstr.

Neuss

Betr.: Berichte der NGZ vom 5. und 7.2.2003 „Sprachlose Gewalt" und „Keine weiche Stelle" (Interview mit Dr. Behrens)

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gebe zu den vorbezeichneten Artikeln folgende Leserzuschrift ab:

Ihre Berichte zeigen auf, welche Probleme wir uns in jüngster Zeit mit der ungebremsten Zuwanderung von Spätaussiedlern (nur noch jeder Vierte ist deutschstämmig!) eingehandelt haben. Besonders die jugendlichen Spätaussiedler sind durch Alkoholexzesse, Drogenkonsum und Randale eine nicht mehr zu leugnende Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Damit werden meine seit Jahren für den Stadtteil Neuss-Erfttal beschriebenen Zustände in eindrucksvoller Weise bestätigt (Zitat des NGZ-Berichtes vom 5.2.2003: „Seit Jahren schon warnen Polizisten und Sozialarbeiter vor den jungen Männern aus Russland, deren Gewaltbereitschaft Furcht und Schrecken verbreitet"). Mittlerweile bereiten diese Zustände auch dem Innenminister des Landes und MdL für Neuss, Dr. Behrens, erhebliche Sorgen. Er spricht davon, dass diesen Zuständen, vor allem der „Radikalisierung jugendlicher Russlanddeutscher" entgegengewirkt werden muss.
Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich Herr Dr. Behrens ganz gezielt für die Belange hier vor Ort einsetzen könnte. Seine Einschätzung wird sicherlich bei den Verantwortlichen Gehör finden! Wir brauchen, wie ich seit einigen Jahren fordere, dringlichst ein Belegungs- und Wohnungsmanagement für Erfttal. Nur so können die strukturellen Probleme angegangen und gelöst werden. Bedauerlicherweise hat die Stadt Neuss in diesem Punkt völlig versagt; Ende 2001 wurde eine für Erfttal vorgesehene Stelle eines Managers für Belegungs- und Wohnungsfragen vom Rat gekippt.
Übrigens ist es nicht ganz richtig, dass die Spätaussiedler, die in Erfttal zuziehen, die türkische Wohnbevölkerung verdrängen. Richtig ist vielmehr, dass sich hier zwei gefestigte Parallelgesellschaften gebildet haben, bei denen Integrationsbemühungen eher auf Ablehnung stoßen. Im Übrigen: Der Besuch eines Sprachkurses ist noch keine vollzogene Integration!

Werner Schell, Harffer Str. 59, 41469 Neuss-Erfttal
Bürger von Erfttal und Sprecher des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnung"

Mit freundlichen Grüßen

(Werner Schell)

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