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Neuss-Erfttal, den 31. Juli 2001 (50.Doc) 

Offener Brief

 

Herrn
Bürgermeister Herbert Napp
Stadtverwaltung Neuss
Rathaus Markt
41456 Neuss

 

Betr.: Verhältnisse im Stadtteil Neuss- Erfttal
Bezug:
Ihr Schreiben vom 16.7.2001 - Fachbereich Jugend und Soziales

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Napp,

mit Ihrem Bezugsschreiben kommen Sie erneut auf die „Zukunftswerkstatt" (am 19./20.5.2001) zurück und sprechen von der anstehenden Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 29.6.2001. Sodann bitten Sie um eine Beteiligung am weiteren Werkstattverfahren.

Dazu antworte ich wie folgt:

In einem umfangreichen Schriftwechsel habe ich Sie seit 1997 über die konkreten Verhältnisse in Neuss-Erfttal informiert und zielgerichtet um die erforderlichen Maßnahmen gebeten. Im Wesentlichen sind Sie daraufhin untätig geblieben!

Immerhin haben meine zahlreichen Eingaben zur Folge gehabt, dass Sie ein (Mini)- „Handlungskonzept für Neuss-Erfttal" auf den Weg gebracht haben. In diesem Zusammenhang kam es zur „Zukunftswerkstatt" mit dem anschließenden Votum und dem Ratsbeschluss vom 29.6.2001. Die jetzigen Überlegungen zielen zum Teil in die falsche Richtung und werden mit einer Langatmigkeit diskutiert, dass man nichts Positives für Neuss-Erfttal erwarten darf. Es wird uns schlicht etwas vorgegaukelt!

Wer diese Vorgeschichte mit sachverständigem Blick verfolgt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass nicht ich zur Mitarbeit aufgefordert werden muss, sondern es in erster Linie Sache der zuständigen Behörden ist, uns jetzt, und zwar schnell, zu helfen! Bitte, tun S I E endlich etwas!!!!

Mein gesamter Schriftwechsel und die Kritik am städtischen Verfahren sind von mir umfassend dokumentiert worden; die wesentlichen Kritikpunkte sind vollständig im Internet unter http://www.neuss-erfttal.de eingestellt und dort abrufbar (Rubrik „Handlungskonzept" und „Bürgerforum"). Daraus wird u.a. auch ersichtlich: Meine in den vergangenen Monaten (u.a. im Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung") erarbeiteten Forderungen und Projekte sind im sog. Votum (als Grundlage für den Ratsbeschluss gedacht gewesen) unterschlagen worden (= klare Dienstpflichtverletzung des zuständigen Mitarbeiters!). Damit gibt das Votum ein völlig falsches Bild ab, es ist damit eigentlich völlig wertlos!

Die Erfttaler Trägerkonferenz feierte kürzlich in einer Stellungnahme die Abstimmungsprozeduren in Zukunftswerkstatt und Rat als Erfolg und kündigte eine bessere Zukunft für Erfttal an. Wie sich aber verdeutlichen ließ, sind die anvisierten Projekt- und Maßnahmeplanungen fremdbestimmt zustande gekommen und gehen zu einem Teil an einer sinnvollen Problemlösung vorbei. Auch die Trägerkonferenz, die vorgibt, für Erfttal zu sprechen, wird durch eine Mehrheit von Akteuren dominiert, die nicht in Erfttal wohnen und nur unsere Probleme verwalten!

Im Interesse von Erfttal müssen vorrangig folgende Maßnahmen / Projekte angegangen werden:

Die Verwaltung wird (auch unter Hinweis auf den seit Jahren geführten Schriftwechsel) aufgefordert, die wirklich wichtigen Projekte / Maßnahmen, so, wie sie vorstehend angesprochen sind, voranzutreiben. Auf „Kosmetik und Streicheleinheiten" verzichten wir gern. Es muss der Erfttaler Bevölkerung, die in großen Teilen schon resigniert hat, gezeigt werden, dass die Verantwortlichen willens und fähig sind, die erforderliche Erneuerungsarbeit jetzt und nicht erst demnächst in Gang zu bringen.

Hinsichtlich der Einschätzung der Unzulänglichkeiten in der Zukunftswerkstatt, des Votums und der vorrangig anzugehenden Projekte / Maßnahmen (siehe oben) bestand übrigens noch vor der Ratssitzung am 29.6.2001 völlige Übereinstimmung zwischen dem Stadtverordneten für Neuss-Erfttal, Herrn Heinz Sahnen, und mir!

Es wird im Übrigen als zweckdienlich erachtet, die Stadtteilmanagementaufgaben dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) zu entziehen. Dies u.a. deshalb, weil die insoweit bislang erbrachten Dienstleistungen eine Fortsetzung dieser Tätigkeit als wenig sinnvoll erscheinen lassen. Das örtliche Management hat es z.B. nicht verstanden, die Erfttaler Bevölkerung zu motivieren, sich in die Erneuerungsarbeit einzubringen. Das sozialpolitisch festgelegte Auftreten des sog. Stadtteilmanagers beinhaltet wenig Bereitschaft, die wirklichen Probleme der Erfttaler Bevölkerung aufzugreifen und in Aktionen umzusetzen. Durch die freiwerdenden Personalkräfte des SKM, die bisher Managementaufgaben wahrgenommen haben, könnten sinnvollerweise Aufgabenstellungen in der Jugendbetreuung (Kontakt Erfttal) abgedeckt werden (in Ergänzung der Streetworkeraktivitäten).

Mit freundlichen Grüßen

(Werner Schell)

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