Probleme mit Kindern und Jugendlichen in Erfttal nicht zum Wahlkampfthema machen!

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) berichtete in ihrer Ausgabe vom 31.01.2004 unter der Titelung

„Erfttal: Ein Kinder- und Jugendforum könnte zur Verbesserung des Wohnklimas beitragen – Wünsche formulieren und ´Sprachrohr` sein".

Grundlage dieses Berichtes war ein sog. Bürgerbrief des Erfttaler Stadtverordneten Heinz Sahnen von Januar 2004, in dem er u.a. zu einer Kinder / Jugendversammlung einlädt.

Dazu habe ich heute, 01.02.2004, die nachfolgende Stellungnahme in Form einer Leserzuschrift abgegeben.

Der Text:

Der Erfftaler Abgeordnete Heinz Sahnen fordert in einem sog. Bürgerbrief die Einrichtung eines Kinder- und Jugendforums (die NGZ berichtete am 31.01.2004). Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

Alle Maßnahmen zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen in Erfttal können grundsätzlich nur begrüßt werden. In diesem Sinne wird auch bereits seit Jahren in den verschiedenen Gesprächsrunden diskutiert und städtisches Handeln eingefordert. Ich habe zum Beispiel nicht nur seit Jahren den Einsatz von mindestens zwei Streetworkern gefordert, sondern auch immer wieder darauf hingewiesen (schriftlich dokumentiert!), dass die Ausstattung des Stadtteils mit weiteren geeigneten Angeboten für Kinder und Jugendliche deutlich verbessert werden muss („mit zwei kleinen Schritten kommt man nicht über einen Abgrund"). 18.7 % der Bewohner von Erfttal sind Kinder und Jugendliche bis unter 18 Jahre (bis unter 21 Jahre = 21,9 %, bis unter 25 Jahre = 26,4%, bis unter 30 Jahre = 32,1 %). Die Wünsche der jungen Menschen sind bekannt (u.a. innerhalb der Zukunftswerkstatt ermittelt) und müssen nicht erneut durch ein „Scheinparlament" erst erfragt und lange diskutiert werden. Es müssen vor allem Räume und zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt werden, um die jungen Menschen mit altersgerechten Angeboten „von der Straße" zu bringen (z.B. Ausweitung der Angebote von „Kontakt", weniger entbehrliche Dienstleistungen im Bürgerzentrum und dafür verstärkte personelle Zuwendung in Richtung Jugendarbeit).

Wenn jetzt Heinz Sahnen, der im Rahmen der Stadtteilerneuerung bisher bei den Diskussionen um die geeigneten Hilfen für junge Menschen nicht hervorgetreten ist, plötzlich „ein Kaninchen" (Kinder- und Jugendforum) „aus dem Hut zaubert", muss er sich sagen lassen, dass dies Populismus bzw. blanke Wahlwerbung (im September 2004 sind Kommunalwahlen) ist. Die bislang von der sog. Mehrheitsfraktion (CDU) nicht gelösten Probleme mit Kindern und Jugendlichen in Erfttal unter solchen Umständen für Wahlwerbung zu missbrauchen, kann nicht akzeptiert werden!

Werner Schell

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