Stadtteilerneuerung in Erfttal muss entschiedener voran gebracht werden! – NGZ druckte am 6.7.2005 eine Leserzuschrift eingekürzt ab !

Die NGZ berichtete am 24.6.2006 wie folgt:

Begleitmaßnahmen für Erfttal erhalten

Erfttal – Das Projekt Schulwerkstatt „Blitz", die Arbeit der Streetworker und flankierende Hilfen durch das Bürgerzentrum Erfttal sollen für den Stadtteil erhalten bleiben. Diesen Beschluss fasste die Arbeitsgruppe Erfttal, eine Kommission des Hauptausschusses, auf Vorschlag der CDU-Stadtverordneten Anne Holt. Ursprünglich war die Förderung dieser begleitenden sozialen Projekte im Rahmen der Stadtteilerneuerung auf drei Jahre begrenzt. Die Gruppe unterstrich, dass dieses Thema bei den Haushaltsberatungen im Herbst erneut aufgerufen werden muss. Ärgerlich für die Stadt ist nach Darstellung des CDU-Stadtverordneten Heinz Sahnen, dass sich das Land aus der Mitfinanzierung weitgehend zurückzieht. So erhalten die Kindertageseinrichtungen und der Kontakt Erfttal 2005 deutlich weniger Landesmittel. Diese Lücke könne die Stadt nicht schließen.

Quelle: Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) vom 24.6.2004

 

Zu dem vorstehenden Artikel schrieb ich eine Leserzuschrift für die NGZ. Diese Zuschrift wurde am 6.7.2004 abgedruckt (siehe hierzu auch Bürgerforum).

Nachfolgend wird der vollständige Text der Leserzuschrift vorgestellt:

Stadtteilerneuerung in Erfttal muss entschiedener voran gebracht werden!

Die Rats-Arbeitsgruppe „Politik" hat vorgeschlagen, einige Projekte zur Stadtteilerneuerung in Erfttal fortzuführen (Schulwerkstatt „Blitz", Streetwork, flankierende Hilfen). Eine Bürgerbeteiligung hat bei den Beratungen und der Beschlussfassung - entgegen früheren Bekundungen – nicht stattgefunden. Im Gegenteil: Man hat wiederholt versucht, engagierte Bürger „auszubremsen"! Kein Wunder, dass die Vorstellungen über die Fortführung einer abgespeckten Stadtteilerneuerung als völlig unzulänglich eingestuft werden müssen.
Die bisherige Streetworkarbeit kann grundsätzlich als positiv beurteilt werden. Dauernd erfolgreich kann diese Arbeit aber deshalb nicht sein, weil die Streetworker kaum konkrete Angebote für Kinder und Jugendliche zur Verfügung haben. Der Jugendtreff an der Euskirchener Straße muss, so der Wille der Verwaltung, kurzfristig aufgegebenen werden. Die angedachten Alternativen können nicht überzeugen. Das leerstehende Gebäude der „Druckerei Beinecke" wäre wegen der Nähe zum Bürgerzentrum eine geeignete Bleibe für Kinder und Jugendliche. Wenn richtigerweise vorgesehen werden soll, die Streetworkarbeit fortzuführen, müssen zwingend ausreichende Angebote für Kinder und Jugendliche zur Verfügung gestellt werden. Es muss auch gewährleistet werden, dass alle drei Streetworker (einer russischsprechend) weiterhin zur Verfügung stehen.
Dass ein Belegungs- und Wohnungsmanagement für Erfttal seit Jahren überfällig ist, wurde von mir wiederholt herausgestellt. Bereits die Zukunftswerkstatt (2001) hat die Notwendigkeit, die wohnungswirtschaftlichen Probleme aufzugreifen, für außerordentlich wichtig herausgestellt. Es war daher folgerichtig, dass die Verwaltung für den Haushalt 2002 eine Personalstelle für das Belegungs- und Wohnungsmanagement vorsah. Diese Stelle wurde aber durch den Rat Ende 2001 nicht bewilligt – und damit war besiegelt, dass sich niemand mehr um die wohnungswirtschaftlichen Probleme in Erfttal gekümmert hat – auch Heinz Sahnen nicht. Um es auf den Punkt zu bringen: das entscheidende Thema für eine wirkliche Stadtteilerneuerung ist bis heute nicht angegangen worden.
Daher sind die seit vielen Jahren beklagten Zustände (Parallelgesellschaften, keine Spur von Integrationsbereitschaft usw.) unverändert. Auch wenn gelegentlich auf „kosmetische" Erfolge (z. B. Neubau von Eigenheimen am Ortseingang) verwiesen wird, kann das nicht über die Gemengelage an fortdauernden Problemen hinwegtäuschen. Ein für den 9. Juli 2004 vorgesehenes Expertengespräch zur Stadtteilerneuerung in Erfttal sehe ich schon jetzt (mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl) als organisiertes Ablenkungsmanöver interessierter Kreise.

Werner Schell, Neuss-Erfttal (3.7.2004)

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