Erfttal - Neuss jüngster Stadtteil wird nun dreißig Jahre alt/Am 12. Mai steigt ein großes Stadtteilfest
Erfttal. Nordöstlich der Eisenbahnstrecke Neuss / Köln - begrenzt durch
die Erft, die Autobahn A 57 und den Norfbach - bauten die Neusser ein neues
Quartier, das den Derikumer Hof einschließt, dessen Geschichte bis mindestens
in das Jahr 1223 zurückgeht. Die zu Beginn der 70er Jahre eingeleitete
Entwicklung fand 1986 eine Fortsetzung - es folgte der Sprung auf die Westseite
des Berghäuschensweg, und es entstand eine neue Erfttaler Siedlung zwischen
Bezirkssportanlage und Gnadentaler Mühle.
Für das heutige Erfttal wurde 1971 der erste Spatenstich gesetzt. So wird
der jüngste Neusser Stadtteil nunmehr auch schon dreißig Jahre alt. Dieser „runde
Geburtstag" soll gefeiert werden. Die Vorbereitungen zu einem fröhlichen,
verbindenden Stadtteilfest laufen auf vollen Touren. Am Samstag, 12. Mai, soll
unter Beteiligung der gesamten Bürgerschaft gefeiert werden; viele Erfttaler
Vereine und Organisationen werden sich an der Gestaltung des Programms
beteiligen. In elf Arbeitskreisen haben sich die Erfttaler auf die Fahnen
geschrieben, die Stärken ihres Stadtteils, wie vielfältiges Vereinsleben,
lebendige Nachbarschaften, hohes Bürgerengagement zu betonen und die bestehende
Infrastruktur zu verbessern, aber gleichzeitig auch Problemfelder anzupacken und
zu lösen. Für die Zielsetzungen soll das Stadtteilfest ein Wir-Gefühl
entwickeln helfen und den Startschuss bilden. Am 15. Mai will Bürgermeister
Herbert Napp Erfttal besuchen und mit den Einwohnern über deren Wünsche und
Vorstellungen diskutieren. Und der Bürgermeister verspricht, dass er
ausreichend Zeit mitbringt. Auf das Wochenende 19./20. Mai wurde eine so
genannte Zukunftswerkstatt terminiert. Im Bürgerzentrum werden Experten,
Politiker und Bürger aus Erfttal Probleme des Stadtteils aufzeigen,
analysieren, diskutieren und Lösungsansätze suchen.
Die jetzt schon in Erfttal tätigen Arbeitskreise richten ihre Tätigkeit auf
die Zukunftswerkstatt aus, in die sie die Ergebnisse ihrer Bemühungen
einbringen werden. Der Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung" unter
Vorsitz von Werner Schell trifft sich morgen (17 Uhr) an der Bedburger Straße
zu seiner nächsten Sitzung. Schell: „Alle interessierten Bürgerinnen und
Bürger sind zur Teilnahme herzlich eingeladen". Der Arbeitskreis bemühe
sich unter anderem um Maßnahmen der Verkehrsberuhigung und -sicherheit in
Erfttal-Ost und -West. Ein weiterer Arbeitskreis trifft sich am Freitag (27.) um
17 Uhr im Bürgerzentrum. Unter der Leitung von Hans-Josef Schliebs geht es im
Bereich „Jugend und Soziales" um die Freizeitbedürfnisse der über
tausend Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Schliebs ermuntert: „Mitmachen
erwünscht!"
Die dichte Bebauung mit vielen Hochhäusern spiegelt den Städtebau der
damaligen Zeit wieder, für den bereits vor zwölf Jahren schon das damalige
Rathaus-Spitzenduo, Bürgermeister Dr. Bertold Reinartz und Stadtdirektor
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, nachhaltig um Nachsicht warben: „Bei der
Beurteilung der Erfttaler Situation darf man nicht vergessen, dass damals mit
der Entwicklung dieses Stadtteils eine schwierige Wohnungssituation in Neuss
entscheidend verbessert wurde."
Ludger Baten
Quelle: Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) vom 23.04.2001