Streetworkarbeit in Erfttal muss fortgesetzt werden – allerdings ist auch ein Wohnungs- und Belegungsmanagement zwingend!

Nachfolgend werden zum Thema ein Bericht des Stadt-Kuriers und eine dazu abgelieferte Leserzuschrift vorgestellt:

 

Stehen die Streetworker in Erfttal auf der Kippe?

Erfttal. Steht das Erfttal Ende des Jahres ohne Streetworker da? Das will jedenfalls die Junge Union vermeiden. Sie setzt sich nachhaltig für den Erhalt der Streetworker für Erfttal und die Innenstadt ein. Auf ihrer letzten Vorstandssitzung fassten die Nachwuchspolitiker den einstimmigen Beschluss, eine Erweiterung des bisherigen Projekts zu beantragen. Der Einsatz von Streetworkern ist zunächst nur bis Ende des Jahres 2004 vorgesehen. Thomas Kaumanns, JU-Vize und sachkundiger Bürger im Jugendhilfeausschuss, äußert sich so: „Die Streetworker haben bisher gute Arbeit geleistet. Ihre Angebote sind insbesondere in den sozialen Brennpunkten für alle da und sie werden auch von allen angenommen. Diese Arbeit muss fortgesetzt werden". Vertreter der Jungen Union hatten sich kürzlich im Rahmen einer Ortsbegehung im Erfttal über die Arbeit der Streetworker informiert.

Im Rahmen der Beratungen zum städtischen Haushalt für das Jahr 2005 wird sich die JU für einen Erhalt der Angebote einsetzen. Priorität müsse die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zukommen, erst recht bei der präventiven Arbeit in sozialen Brennpunkten. Jeder eingesparte Euro müsse in mehrfacher Höhe später ausgegeben werden, wenn die vorbeugende Arbeit nicht gelänge. JU-Vorsitzender Sven Schümann betont auch, dass der Einsatz von Streetworkern in Erfttal und der Innenstadt nur ein Anfang sei. Die anderen Stadtteile dürften dabei nicht in Vergessenheit geraten. „Der Einsatz muss flexibel auch in anderen Stadtteilen erfolgen können".

Quelle: Stadt-Kurier vom 31.7.2004

Zu dem vorstehenden Bericht habe ich am 1.8.2004 dem Stadtkurier folgende Leserzuschrift übermittelt:

Streetworker müssen in Erfttal bleiben – aber Belegungs- und Wohnungsmanagement darf nicht fehlen!

Angesichts der vielfältigen Probleme mit Kindern und Jugendlichen in Erfttal ist die Fortsetzung der Arbeit von drei Streetworkern hier vor Ort dringend erforderlich. Insoweit kann das Engagement der Jungen Union, sich für die Streetworkarbeit in Erfttal einzusetzen, nur begrüßt werden! Allerdings ist die Anmerkung, dass die Streetworkarbeit in Erfttal von allen (Kindern und Jugendlichen) angenommen werde, nicht ganz zutreffend. Richtig ist, dass die große Zahl problematischer Kinder und Jugendlicher selbst mit der vorhandenen Personalausstattung nicht wirklich aufgefangen werden kann. Zunächst fehlt es den Streetworkern an ausreichenden sachlichen und räumlichen Möglichkeiten, mit allen Kindern und Jugendlichen sinnvoll zu arbeiten. Zum anderen verweigern sich zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene dem Streetworkangebot; sie sorgen so in Erfttal weiter für erhebliche Spannungen durch spätabendliche und nächtliche Ruhestörungen mit Besäufnissen, Gegröhle usw. Die offensichtlichen Engpässe in der personellen und sachlichen Ausstattung der Neusser Polizei (der Stadt-Kurier berichtete hierzu am 28.7.2004) lässt diesem Störpotential in jüngster Zeit einen breiten Raum. Die Verbitterung der besonders betroffenen Bürgerinnen und Bürger ist auf einem Höhepunkt und hat aktuell zu einer entsprechenden Eingabe an die Kreispolizeibehörde geführt.

Die Gemengelage an Problemen in Erfttal kann, wie ich seit Jahren immer wieder herausstelle, langfristig nur so aufgelöst werden, dass hier massive Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur angestrebt werden. Dazu bedarf es zwingend eines Belegungs- und Wohnungsmanagements, das uns die Stadt Neuss bisher mit ausdrücklicher Billigung von Heinz Sahnen, dem örtlichen Stadtverordneten, verweigert. Allerdings spricht auch Heinz Sahnen neuerdings von einer notwendigen „Entmischung" in Erfttal. Wenn er sich damit auf das notwendige Wohnungs- und Belegungsmanagement zubewegt, wäre das der entscheidende Fortschritt für Erfttal. Es wäre ein Schritt nach vorne, die Voraussetzung für eine solche Managementarbeit mit dem städtischen Haushalt 2005 zu schaffen.

Übrigens: Ich stehe jederzeit zur Verfügung, um Interessierten (in Bürgerschaft und Politik) die Erfttaler Situation vor Ort näher zu erläutern. Damit könnte verdeutlicht werden, dass die „Friede-Freude-Eierkochen"-Parolen der Erfttaler Gesundbeter die Verhältnisse nahezu auf den Kopf stellen und diese Personen damit selbst zu einem Problem geworden sind!

Werner Schell, Harffer Straße 59, 41469 Neuss

Sprecher des Arbeitskreises „Sicherheit und Ordnung" der Stadtteilkonferenz in Neuss-Erfttal

_