Probleme in Grimlinghausen und Erfttal
Einstieg mit zwei halben Streetworkern

Nächtliche Gelage, zugeschmierte Wände und Spritzen im Gebüsch sind nur oberflächliche Ausprägungen eines Problems, das sich auch in Neuss breit macht. Immer mehr junge Menschen geraten in die Grauzone zwischen Orientierungslosigkeit und Kriminalität. Viele Städte retten schon lange mit Streetworkern das, was noch zu retten ist. In Neuss zieht man jetzt nach, nachdem in Erfttal und Grimlinghausen vor allem junge Türken und Spätaussiedler aus dem Ruder laufen.

Die Kriminalstatistik macht den Handlungsbedarf deutlich: 32 Prozent aller Tatverdächtigen in Neuss sind derzeit jünger als 21 Jahre. Tendenz zunehmend auch bei der Zahl der tagesobdachlosen Kinder, rund 100 sollen es inzwischen in Neuss sein. Höchste Zeit, dass jemand die Eltern an ihren Erziehungsauftrag erinnert.

Im Erfttal sind es junge Türken und Spätaussiedler, die Probleme machen, im Grimlinghausener Neubaugebiet nur Russlanddeutsche. Der Caritasverband hat in beiden Ortsteilen halbe Stellen (Dorota Kozaronek in Grimlinghausen Brigitte Radermacher in Erfttal) eingerichtet, „für eine gemeinwesenorientierte Arbeit mit Spätaussiedlern", wie der stellvertretende Caritas-Geschäftsführer Reinhard Döring betont. Zwar heißt der Arbeitsplatz Straße, aber das ist keine klassische Streetworker-Tätigkeit. Sozialdezernent Peter Söhngen versteht diese Arbeit als Gelenk zwischen Jugendlichen und Einrichtungen, „die wir haben, die aber oft nicht bekannt sind". Eher reinrassige Streetworker-Arbeit hat ein CDU-Antrag zum Ziele, eingebracht für die Ratssitzung am Freitag. Und zur Erfttaler Zukunftswerkstatt am 19. und 20. Mai kündigt Werner Schell für den Arbeitskreis „Sicherheit und Ordnung" die Forderung nach zwei Streetworkern für Erfttal an.

Michael Scheffler

Quelle: Stadtkurier Neuss, Ausgabe vom 12. Mai 2001

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