Leserbrief 

„Unzulänglich und irreführend"
Zur Berichterstattung über die „Zukunftswerkstatt Erfttal" erhielten wir diese Leserzuschrift:

Das mit der Durchführung der Erfttaler Zukunftswerkstatt befasste Management (von Stadtverwaltung und SKM) hat inzwischen dem Rat der Stadt ein Votum über die Veranstaltung vorgelegt. Auf den ersten Blick spricht alles für eine seriöse Unterrichtung. Das Zustandekommen dieses Votums ist aber in Wirklichkeit durch fragwürdige Vorbereitungen gekennzeichnet; das Votum selbst ist in wesentlichen Teilen unrichtig, weil Texte unterschlagen worden sind. Dies ist deshalb als absichtliche bzw. böswillige Unterlassung einzustufen, weil die von mir für das Votum verfassten Texte bereits am 21. Mai 2001 (am Tag nach Ende der Zukunftswerkstatt!) dem zuständigen städtischen Bediensteten übergeben worden sind. Die Texte wurden auch später noch einmal per E-Mail übersandt, sie wurden aber erneut ignoriert. Das dem Rat von der Verwaltung vorgelegte Votum verdient daher in der jetzigen Fassung nur das Prädikat: Unzulänglich und irreführend!
Diese Umstände haben mich als seit Jahren engagierter Bürger „Pro Erfttal" veranlasst, die zuständigen Organe über die wahren Abläufe und Einschätzungen zu unterrichten. Ich habe dabei ausdrücklich angeboten, meine Sicht der Dinge dem Rat, den Fraktionen, den Ausschüssen und den Arbeitskreisen des Rates vorzutragen. Ich möchte damit erreichen, dass zumindest der Rat durch seine Beratungen und Beschlussfassungen die richtigen Weichenstellungen für Erfttal vornimmt.
Das jetzt vorliegende Verwaltungsvotum ist auf nicht demokratischer Weise zustande gekommen. Die Zukunftswerkstatt, die am 19./20.5.2001 in Neuss-Erfttal stattgefunden hat, sah die Erfttaler in einer Minderheit. Von den an zwei Tagen zusammengekommenen Personen waren allerhöchstens 1/3 Erfttaler (mittlerweile belegt durch die Anwesenheitsliste!). Der Hergang und die Abstimmungsprozeduren waren im Vorhinein völlig unbekannt. Die angeblich demokratisch beschlossene Prioritätenliste ist von daher manipuliert und nicht durch die Erfttaler Bevölkerung gebilligt; sie ist eindeutig fremdbestimmt zustande gekommen.
Die mit der Vorbereitung und Durchführung der Zukunftswerkstatt Erfttal befassten Bediensteten (von Stadt und SKM) und Firmen haben sich selbst disqualifiziert. Wertvolle Zeit wurde vertan. Da dies alles auch noch sehr viel gekostet hat, ist die Frage nach den Verantwortlichkeiten (wer, was, in welchem Umfange und warum) nicht unberechtigt!

Werner Schell, Erfttal, Harffer Str. 59 

Quelle: Stadt-Kurier vom 27.06.2001

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