Viele Beschlüsse der Zukunftswerkstatt nicht realisiert - Verbesserung nur über Kooperation

Die Insolvenz der Wohnungsbaugesellschaft GB AG trage nicht dazu bei, dass die in vielen der 384 Wohnungen an der Euskirchener Straße aufgetauchten Mängel bald behoben werden. Für Helga Pollack vom Arbeitskreis "Neue Mitte" ein unzumutbarer Zustand; ihr UWG-Parteifreund Dietmar Pietsch hat daher an Bürgermeister Herbert Napp sowie an die im Rat vertretenen Fraktionsvorsitzenden einen Brief geschrieben, der diese Mängel auflistet.

Der Inhalt auf der Basis einer gutachterlichen Mängelliste: Unzureichende brandschutztechnische Maßnahmen, nicht mehr funktionierende Wärmedämmung, Nässeeinwirkungen in den Wohnungen, Setzrisse, lockere Befestigungen von Balkonbrüstungen, großflächiger Schwarzschimmelbefall, stehendes Abflusswasser und wartungsbedürftige Aufzüge. Die Verwaltung wird um Prüfung und behördliches Einschreiten gebeten.

Wobei die Neusser UWG die Fraktionskollegen um Unterstützung bittet, da sie selbst - ohne Fraktionsstatus - diesen Antrag nicht einbringen kann. Doch es scheint Bewegung in die Sache zu kommen, denn der eingesetzte Insolvenzverwalter will sich im Interesse des Wohnungsbestandes verstärkt um eine Behebung der Mängel kümmern. Die Sanierung der GB AG-Wohnungen war in der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises Neue Mitte nur ein Diskussionspunkt.

Helga Pollack informierte im weiteren den kleinen Kreis der Anwesenden weiterhin darüber, dass die den Stadtteil Erfttal betreffenden Maßnahmen immer weniger unterstützt würden, dass tagesobdachlose Kinder in Erfttal ein Problem seien. Die folgende Punkte wurden besonders angesprochen:

Finanzierung

Durch die Streichung von Mitteln wird die verdienstvolle Arbeit, wie sie zum Beispiel die Streetworker leisten, in Frage gestellt. Bürger Werner Schell: "Es wird gute Arbeit geleistet, die Stadt bleibt aber durch Kürzungen nun auf halbem Wege stehen. Wo bleibt das Bestreben, den alten Kindergarten oder eine Etage im Bürgerzentrum für die Kinder- und Jungenarbeit zu nutzen?"

Ordnungsdienst

Der kommunale Ordnungsdienst ist nach kurzer Zeit eingestellt worden. Jetzt sollen es die "Kümmerer" richten. Die Erfttaler sehen das nicht sehr positiv. Die Mitarbeiter der Stadt hätten begrenzte Dienstzeiten, die Hauptprobleme begännen am Abend. Und dafür sei meist die Polizei nicht zuständig. Werner Schell: "Die Polizei sollte im Wege der Amtshilfe dem Ordnungsamt zuarbeiten."

Belegungsmanagement

Um erträgliche soziale Strukturen zu schaffen, soll die Stadt auf die Belegung der Wohnungen Einfluss nehmen. Heinz Sahnen (MdL) machte jedoch deutlich, aus welchen Grund dieses nicht machbar ist: Die Wohnungen gehören nicht einem Unternehmen, sondern mehreren, zum Teil in Privathand. Heinz Sahnen informierte, dass Gespräche stattfinden, wie es dort weitergehen soll.

Was Werner Schell zu wenig ist: "Viele Probleme lassen sich nur über die Wohnungswirtschaft steuern. In der Zukunftswerkstatt hat es klare Vorstellungen gegeben, das Belegungsmanagement als zentralen Schlüssel für die soziale Struktur in Erfttal einzurichten."

Wie jedoch deutlich wurde, liegt das Problem in der Zusammenarbeit der beteiligten Wohnungsunternehmen. Das man dieses nicht managen kann, gestand Heinz Sahnen ein: "Da haben wir uns damals geirrt." Generell gelte es bei jeder verständlichen Kritik, auch einmal die positiven Seiten von Erfttal zu sehen und diese zu fördern.


Rolf Hoppe

Quelle: Bericht der Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 31.01.2004

http://www.ngz-online.de/ngz/news/neuss/2004-0131/wohnungen.html

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