Ein professionelles Belegungs- und Wohnungsmanagement ist für Neuss-Erfttal dringend erforderlich, auch wenn von interessierter Seite durch Verniedlichung der Probleme eine solche Managementhilfe für entbehrlich bezeichnet wird!

Forderungen nach Einrichtung eines solchen Managements werden seit Jahren ignoriert!

In dem Bericht der NGZ vom 10.7.2004 wird leider nicht über meine (erneute) Forderung informiert, für Erfttal ein öffentlich gefördertes Belegungs- und Wohnungsmanagement einzurichten (entweder mit einer Personalstelle innerhalb der Neusser Stadtverwaltung oder durch entsprechende Fördermittel außerhalb der Verwaltung angesiedelt). Heinz Sahnen hält von einer solchen Managementaufgabe nichts: Klar, dass ihm einige Verantwortliche bei dieser Sichtweise gerne folgen. Denn es macht insoweit eine Finanzierung entbehrlich.

Verkannt wird u.a., dass die Erfttaler Zukunftswerkstatt im Mai 2001 die wohnungswirtschaftlichen Fragestellungen mit höchster Priorität eingestuft hat. Geschen ist auf diesem Problem seitdem nahezu nichts: Die von der Verwaltung im Haushaltsentwurf 2002 eingeplante Personalstelle für ein Belegungs- und Wohnungsmanagement wurde vom Stadtrat schlicht gestrichen. Ersatzlösungen wurden weder ernsthaft diskutiert und noch geschaffen. Das Thema wurde von mir immer wieder angesprochen. Dies hatte dann zur Folge, dass sich die Stadtteilkonferenz im Herbst 2003 mit der Wohnungswirtschaft befasste und die Stadt Neuss – auf meinen Antrag - ausdrücklich aufforderte, dieses vernachlässigte Thema endlich aufzugreifen.

Die im Expertengespräch am 9.7.2004 als musterhaft vorgestellte Stadtteilerneuerung in Bonn-Dransdorf entwickelt zur Zeit ein professionelles Belegungs- und Wohnungsmanagement. In Bonn-Dransdorf hat man es im Wesentlichen mit nur einem Wohnungseigentümer zu tun. In Erfttal gibt es gleich mehrere „große" Eigentümer, die Wohnungsangebote machen. Um so mehr Grund für koordinierte und gemanagte wohnungswirtschaftliche Unterstützung.

Ich befürchte, dass das Expertengespräch am 9.7.2004 wiederum keine wirksamen Folgerungen nach sich ziehen wird. Es wird von Entdichtung und Entmischung gesprochen. Was sollen diese Begrifflichkeiten – m.E. nur zur Vernebelung der Probleme benutzt?

Die Bürgerschaft ist in ihrer Mehrheit gegen die jetzige Situation – hat aber leider zum Teil bereits resigniert.

Werner Schell

Neuss-Erfttal (10.7.2004)

_