„Wir fühlen uns wohl!" – Zahlreiche BürgerInnen aus Erfttal sind über die Berichterstattung entrüstet
„Wir fühlen uns wohl!"- So titelte der Lokal Anzeiger Neuss in seinen Ausgaben vom 24.06. 1.7. und 8.7.2004 und stellte mehrere Leserbriefe vor, in denen einige Schreiber die positiven Seiten von Neuss-Erfttal herausstellten; soweit eigentlich in Ordnung.
Offensichtlich handelte es sich um eine von interessierten Personen eingefädelte Aktion, mit der von unerkennbaren und vielfach geäußerten Problemen in Erfttal abgelenkt werden soll. Heinz Sahnen bekam mit seinem Brief auf der Titelseite des Lokal Anzeigers vom 24.6.2004 einen „ einführenden Auftritt". Dem Brief von Heinz Sahnen ist voran gestellt ein Foto von drei Erfttalern, die damit zitiert werden, dass sie gerne in Erfttal wohnen. Dazu unten mehr.
In den einleitenden Bemerkungen zu den Leserbriefen ist von der „positiven" Berichterstattung über Erfttal die Rede. Es wurde also anscheinend überhaupt nicht der Versuch unternommen, unbefangen und objektiv zu berichten. Mit gezielter Absicht hat man offensichtlich auf einige Lobhudeleien gesetzt. Die meisten Briefe enthalten in ihren entscheidenden Botschaften ähnliche Formulieren, was verdeutlicht, dass es hier anscheinend eine Absprache bzw. eine „Vorlage" (im Gemeinwesenzentrum abgesprochen?) gegeben hat. Mit mir und anderen Bürgern aus Erfttal, die sich seit Jahren um eine wirkliche Stadtteilerneuerung kümmern und bestens über alle Aspekte des Geschehens informiert sind, hat niemand, auch nicht die Redaktion des Lokal-Anzeigers, Kontakt aufgenommen. Sehr befremdlich, wenn man bedenkt, dass Redaktionen eigentlich auf die journalistische Sorgfalt verpflichtet sind.
Zahlreiche Erfttaler Bürgerinnen und Bürger sind entrüstet über die Aktion des Lokal Anzeigers. Einige der Briefschreiber wohnen überhaupt nicht oder nur kurz in Erfttal. Mit welchem Recht suggerieren die Nicht-Erfttaler entgegen den Tatsachen „heile Welt"?
Das abgedruckte Bild in der Ausgabe vom 24.6.2004 zeigt drei Personen, die in den vergangenen Jahren fast täglich in einer Trinkergruppe am Parkeingang Harffer Straße / Nähe Unterführung anzutreffen waren. Gerade wegen dieser Trinkergruppe hat es seit Jahren eine Vielzahl von Beschwerden bei Stadt (Ordnungsamt) und Polizei gegeben. Ein ausgesprochenes Ärgernis über Jahre hinweg. Ich selbst bin von der Trinkergruppe - als mit Rücksicht auf spielende Kinder Veranlassung bestand, die Polizei herbeizurufen - vor Jahren attackiert bzw. massiv bedroht werden. Darüber gibt es bei der Kreispolizeibehörde einen Aktenvorgang! Über all das gibt die tendenziöse Berichterstattung keine Auskunft.
Übrigens:
Es wird überhaupt nicht bestritten, dass der Stadtteil Erfttal in vielfältiger
Weise positiv gesehen werden kann. Dies darf aber nicht darüber hinweg
täuschen, dass gleichwohl der Stadtteil aufgrund handfester Probleme
(Bevölkerungsstruktur, Parallelgesellschaften, viele Kinder und Jugendliche
ohne ausreichende Angebote, Drogen- und Alkoholprobleme, Vandalismus usw.) einer
wirklichen Erneuerung bedarf. Die städtischerseits in 2002 begonnene Hilfe für
Erfttal hat insoweit einige bescheidene Maßnahmen auf den Weg gebracht (z.B.
Streetworkarbeit). Die hauptsächlichen Probleme sind aber bisher nicht
angegangen worden. Sämtliche dringend notwendige wohnungswirtschaftlichen
Maßnahmen sind entgegen meinen jahrelangen Forderungen noch nicht einmal
aufgegriffen worden. Leider gab es zuviel Kosmetik und Gesundbeterei. Dies gilt
es anhaltend anzuprangern. Das werden auch die politisch und sonst
Verantwortlichen (Seilschaft) nicht verhindern können!
Siehe auch in dieser Homepage die Informationen unter
http://www.neuss-erfttal.de/Handlungskonzept/entdichtung.htm
http://www.neuss-erfttal.de/Handlungskonzept/verniedlichung.htm
http://www.neuss-erfttal.de/Handlungskonzept/stadtteilerneuerung_entschiedener.htm
Statement Werner Schell (16.7.2004)