Erfttaler „basteln" an ihrer Zukunft
In einer „Zukunftswerkstatt" sollen die Bürger Perspektiven für die Entwicklung des Stadtteils erarbeiten.

Von Andreas Sünder

Neuss. Gerade erst 30 - aber schon auf dem Weg zum Pflegefall. Wenn Erfttal in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, dann bestimmen trotz einiger positiver Seiten vor allem Probleme das Bild des Stadtteils. Hohe Arbeitslosigkeit, sanierungsbedürftige Gebäude, leerstehende Wohnungen oder Spannungen unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen lassen die Verantwortlichen der Stadt nach Wegen suchen, Abhilfe zu schaffen. In Zusammenarbeit mit den Bürgern und Organisationen vor Ort will die Verwaltung im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt" Perspektiven für die weitere Entwicklung des Stadtteils aufzeigen. Gestern stellten Vertreter von Erfttaler Arbeitsgruppen und die Verwaltung das Projekt vor.

Schon 1999 hat die Stadt ein „Handlungskonzept Erfttal" erarbeitet. Auf der Grundlage dieses Papiers sollen in den kommenden Wochen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Eine Vorarbeit haben die Erfttaler bereits in elf Arbeitsgruppen geleistet. Sie befassen sich mit Themen, wie beispielsweise „Sicherheit und Ordnung", „Integration", „Stadtteilimage", oder „Tagesbetreuung für Kinder". Mit einem Stadtteilfest am 12. Mai soll nun auch die „äußere Initialzündung" erfolgen, so Sozialdezernent Peter Söhngen. Neben einem bunten Programm rund um das Bürgerzentrum und das Paul - Schneider - Haus erwartet die Erfttaler von 12 bis 22 Uhr der Start der Aktion „Bürgerinnen und Bürger packen einen Koffer für die Zukunft". Dabei werden Fragen, Probleme aber auch Lösungsvorschläge auf T-Shirts geschrieben und in einen Koffer gesteckt, der Bürgermeister Herbert Napp bei seinem Stadtteilbesuch am 15. Mai überreicht werden soll.

Die zentrale Veranstaltung des Konzepts - die „Zukunftswerkstatt" - findet am 19. und 20. Mai statt. „Wir wollen den Bürgern die Planung nicht nur aus dem Rathaus überstülpen, sondern sie aktiv einbinden. Die breite Palette des aktiven bürgerschaftlichen Lebens hat uns darin bestärkt, so Söhngen. An diesen beiden Tagen können die Bürger mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kirchen und Wohnungseigentümern Konzepte diskutieren und weiterentwickeln. Im Außenbereich des Bürgerzentrums findet parallel dazu ein Programm mit Wandtafeln und Ständen statt, die über wichtige Themen informieren. Moderiert wird die Veranstaltung von der Bielefelder Firma „Opus-Team-Consulting", die bereits zahlreiche Unternehmen und Städte in Zukunftsfragen beraten hat.

Weitere Informationen sowie Anmeldungen für die „Zukunftswerkstatt" im Bürgerzentrum, Tel. 101776, oder im Internet unter www.neuss-erfttal.de

Quelle: Westdeutsche Zeitung vom 8.5.2001

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