Alles Gute für die Zukunft - Erfttal wird 30 Jahre alt
Eine Zukunftswerkstatt soll mit den Bürgern Probleme ermitteln und Lösungsansätze finden
 

Erfttal. Erfttal ist so etwas wie das Nesthäkchen unter den Neusser Stadtteilen. Wenn man bedenkt, dass Holzheim in diesem Jahr sein 1.200-jähriges Bestehen feiert, wirkt der 30. Geburtstag von Erfttal gerade mal wie ein Kindergeburtstag. Aber der Stadtteil ist ein Sorgenkind: hohe Arbeitslosigkeit, viele Hochhäuser, qualitativ teilweise mangelhafte Wohnbedingungen, hohe Fluktuation der Bevölkerung und ein hoher Ausländeranteil machen den Erfttaler Alltag nicht unproblematisch. Sogar schlimme Phänomene wie Kinder-Tagesobdachlosigkeit sind an der Tagesordnung. Andererseits verfügt der Vorort auch über ein reiches Vereins- und Gemeinschaftswesen. Viele Erfttaler lieben ihren Stadtteil heiß und innig.

Gefeiert wird der runde Geburtstag im großen Rahmen, denn er soll den Startschuss für tiefgreifende Veränderungen bilden. Mit einem Stadtteilfest am kommenden Samstag, 12. Mai, werden die Bürger zusammengeführt. Von 12 bis 22 Uhr bieten die verschiedenen Institutionen ein gemeinsam erstelltes Bühnen- und Rahmenprogramm mit Musik (unter anderem Sven West), mit Tombola, Trödelmarkt, Caféterias, Riesenkicker, Skaterturnier und allem, was dazugehört. Auf dem Stadtteilfest sollen die ersten Ideen, Anregungen und Trends entwickelt werden, die die Zukunft des Ortes prägen könnten.

Am 15. Mai wird Bürgermeister Herbert Napp zu einem Stadtteilbesuch vorbeischauen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Ernst wird es am 19. und 20. Mai, dann nämlich öffnet die Zukunftswerkstatt unter der Leitung der Beraterfirma OPuS aus Bielefeld ihre Pforten. Vertreter verschiedener Interessensgruppen aus Politik, Verwaltung, Vereine, Kirchen, Arbeitskreise und engagierte Bürger stellen sich die Fragen: Wo stehen wir? Was kommt auf uns zu? Wo wollen wir hin? Was können wir tun?

Die Ergebnisse sollen zu einem „Paket Erfttal" geschnürt werden, das den Gremien der Stadtverwaltung und der Politik zur Beratung und Entscheidung vorgelegt wird.

1999 wurde von der Stadt Neuss ein integriertes Handlungskonzept zur Stadtteilentwicklung entwickelt. Die fünf Handlungsfelder sind Städtebau, Wohnungsbau, soziale Infrastrukturen, Wirtschaft und Gesundheit. Damit dieses Konzept nicht nur vom Rathaus gesteuert wird, ist die massive Mithilfe der Bevölkerung erwünscht.

Das Gesicht von Erfttal wird sich schon bald sichtbar verändern, wenn in der Harffer Straße zwei Wohnblocks abgerissen und durch Einfamilienhäuser ersetzt werden.

Quelle: Bericht im Lokalanzeiger vom 10. Mai 2001 THO

_