„Zukunftswerkstatt" und Handlungskonzepte für die Aufwertung des Stadtteils Erfttal geplant
Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Neuss. Der Stadtteil Erfttal hat viele Gesichter: Vielfältiges Vereinsleben, Bürgerengagement und die bestehende Infrastruktur gehören zu den Stärken. Daneben gibt es aber auch Arbeitslosigkeit, Defizite im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld, eine hohe Bevölkerungsfluktuation und eine fehlende beziehungsweise unzureichende soziale und kulturelle Integration neuer Bevölkerungsgruppen. Diese Aspekte führten zu einem negativen Image des Stadtteils, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. 1999 wurde auf Initiative der Stadt Neuss und des Sozialdienstes Katholischer Männer ein integriertes Handlungskonzept erarbeitet. Ressortübergreifend wurden in verschiedenen Handlungsfeldern Probleme aufgezeigt, Fragen aufgeworfen und Perspektiven für die weitere Entwicklung des Stadtteils konzipiert. Diese sollen jetzt in einem Beteiligungsverfahren gemeinsam mit den Bürgern und Trägern vor Ort aufgegriffen, konkretisiert und umgesetzt werden. „30 Jahre Erfttal sind ein guter Grund für einen Rückblick, aber sie machen eine Bestandsaufnahme bestehender Verhältnisse notwendig" sagte Bürgermeister Herbert Napp bei der Vorstellung des Konzepts. „Wichtig ist vor allem, dass wir nichts über die Köpfe der Erfttaler hinweg entscheiden, sondern alles gemeinsam mit ihnen erarbeiten, denn nur dann findet unser Konzept Akzeptanz und kann auch umgesetzt werden", ergänzt der Erste Beigeordnete, Peter Söhngen. Zentrale Aspekte des Stadtteilentwicklungsprozesses seien zum einen das Handlungskonzept Erfttal, das bevorstehende Stadtteilfest am kommenden Samstag, sowie eine „Zukunftswerkstatt" am 19. und 20. Mai, erläutert Napp. Er selber wird außerdem am 15. Mai Erfttal besuchen, um mit den Bürgern vor Ort ihre Anliegen zu besprechen. Zum Handlungskonzept gehören zehn Arbeitsgruppen, die sich mit unterschiedlichen Themenbereichen beschäftigen. Dazu gehören unter anderem die Beschäftigung und Qualifizierung Jugendlicher, eine besondere Qualifizierung für Frauen sowie Sicherheit und Ordnung in Erfttal. Weitere Punkte sind die Wohnungswirtschaft, die Neugestaltung von Kinderspielplätzen und die Image-Verbesserung von Erfttal. „Besonders wichtig ist für uns die Integration der Ausländer und die Tagesbetreuung für Kinder, damit sie nicht länger sich selbst überlassen sind", erklärt Napp. Ein weiterer wichtiger Aspekt des angelaufenen Prozesses ist die für den 19. und 20. Mai geplante „Zukunftswerkstatt". Auf dieser Veranstaltung werden Vertreter aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kirchen mit den Erfttalern zusammen arbeiten. „Gemeinsam wollen wir heraus finden, wo die Bürger der Schuh drückt, was auf Erfttal zukommen wird und wo unsere Ziele für die Zukunft Erfttals liegen", sagt Gerhard Heide vom Fachbereich Jugend und Soziales. Aus diesen Ideen und Visionen müssten dann konkrete Schritte abgeleitet werden. Heide weiter: „Alle zusammen müssen dann überlegen, welche die wichtigsten Schritte zur Umsetzung sind und dafür sorgen, dass sie auch eingeleitet werden. Alle Pläne sind nur mit Hilfe der Erfttaler realisierbar, denn sie sind die „Experten" für ihren Stadtteil. Die Zukunft Erfttals hängt ganz entscheidend von ihrer Tatkraft und ihrem Engagement ab."

Quelle: Bericht in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ - Lokalteil) vom 08.05.2001 (pi)

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