Trend-Sport Indiaca - "Erfttal Indians" auf dem Vormarsch

In Japan ist es ein Trend-Sport und auch in Deutschland auf dem Vormarsch: Indiaca. Der Name ist so exotisch wie das Spiel selbst. In Japan sind bereits über eine Millionen Menschen aktive Indiaca-Spieler, im Kreis Neuss gibt es nur eine leistungsorientierte Mannschaft.

"Dabei ist Indiaca wirklich ein Spiel für jedermann. Vom Enkel bis zur Oma kann es jeder lernen und spielen", betont Andreas Bonk. Er trainiert seit rund einem Jahr die kreisweit einzige Indiaca-Mannschaft der SG Erfttal: Die "Erfttal Indians". "Leider wissen viele Leute nicht, was Indiaca überhaupt ist", meint Bonk und erklärt kurz die Spielregeln: "Indiaca wurde von südargentinischen Indianern erfunden.

Und zwar muss ein mit vier Federn versehener Lederball mit der flachen Hand über das Netz geschlagen werden. Der Ball sieht ein bisschen wie ein übergroßer Federball aus", findet der Experte. "Ähnlich wie beim Volleyball, nur dass der Spieler keinen harten Lederball schlagen muss." Der Spielgedanke ist, den Ball so über das Netz zu spielen, dass er den Boden berührt, bevor der Gegner zurückschlagen kann. "Die Regeln und das Konzept ähneln zwar dem des Volleyballs, aber Indiaca ist viel schneller", erklärt Trainer Andreas Bonk. Die gemischte Mannschaft der SG Erfttal behauptet sich inzwischen erfolgreich in der Westfälischen Indiaca-Liga auf dem vierten Tabellenplatz. Neben einer reinen Männer- und einer gemischten Mannschaft gibt es auch ein Team für Jugendliche.

Heinz Sahnen, Vorsitzender der SG Erfttal, ist begeistert: "Derzeit haben wir über 30 aktive Spieler, und es werden stetig mehr." Dabei wurde die Indiaca-Abteilung erst vor drei Jahren gegründet. "Früher haben einige unserer Spieler in ihrer Freizeit auf der Wiese im Südpark Indiaca gespielt", erzählt er. "Damit hat alles angefangen. Jetzt treten unsere Mannschaften bei Meisterschaften an", so der Erfttaler.

Im vergangenen November qualifizierten sich die Mannschaften für die Deutsche Meisterschaft. "Wir haben zwar nicht auf dem Treppchen gestanden", sagt Heinz Sahnen, "aber dabei sein ist alles." Schließlich stehe die Mannschaft erst am Anfang ihrer Entwicklung.

Auch Stefanie Reitz ist vom Indiaca begeistert. Die Neusserin spielt von Beginn an in der Mannschaft: "Ich war als Jugendliche Leistungsportlerin im Eiskunstlauf, und nachdem ich meine Karriere auf dem Eis beendet hatte, brauchte ich eine neue sportliche Beschäftigung." Inzwischen ist Indiaca ihre Leidenschaft. "Ich kann mir gar nichts anderes mehr vorstellen", ist sie sich sicher. "Beim Indiaca kann ich einerseits Leistung und Ehrgeiz zeigen, aber genauso Spaß und Teamgeist erleben", schwärmt die Sportlerin.

Besonders bei Jugendlichen kommt die Volleyball-Alternative gut an. "Unsere Jugendmannschaft hat immensen Zulauf und Versuche in Schulen zeigen, dass Indiaca einfach begeistert und motiviert", weiß Trainer Andreas Bonk. Das Team der Indiaca-Abteilung bemüht sich, das Spiel auch in den Schulsport zu integrieren. "Dazu ist es prima geeignet", meint Mannschaftsführer Richard Kozlowski. "Die Technik ist auch ohne Vorkenntnisse leicht zu erlernen, und außerdem ist das Verletzungsrisiko sehr gering", unterstreicht der Spieler. Damit das Interesse an Indiaca steigt, organisieren die Spieler der SG Erfttal Indiaca-Demonstrationen im Sportunterricht.

Wer Lust hat, Indiaca einfach mal auszuprobieren, kann sich mit Richard Kozlowski, Harfferstraße 121 in Erfttal oder telefonisch unter 02131/101454 zu einem "Schnuppertraining" anmelden.
Ros

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) vom 9.2.2002

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