Schwer krebskranke Patientin (74) wartet 8 Stunden in Notfall-Ambulanz

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Schwer krebskranke Patientin (74) wartet 8 Stunden in Notfall-Ambulanz

Beitrag von WernerSchell » 08.06.2018, 06:39

Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=22654

Schwer krebskranke Patientin (74) wartet 8 Stunden in Notfall-Ambulanz
Lange Wartezeiten - auch für wirkliche Notfälle - sind keine Seltenheit!

Bild

Seit Jahren informiert das Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk über die Notaufnahme in den Krankenhäusern und die insoweit entstandenen Probleme. Siehe z.B.:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=21722
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20917
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=18494
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20789
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=21812
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=21188
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =7&t=22064

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet am 29.05.2018 über einen aktuellen Fall wie folgt:

Patientin (74) wartet acht Stunden in Notfall-Ambulanz
Neuss - Verena von Buch ist schwer krebskrank. Schmerzen gehören für die 74 Jahre alte Neusserin zum Alltag. Jetzt waren die Beschwerden so schlimm, dass sie Hilfe bei ihrem Hausarzt suchte. "Der hat mich dann als Notfallpatientin ins Krankenhaus eingewiesen, um dort punktiert zu werden", sagt Verena von Buch. Um circa 13.30 Uhr kam sie in der Notfall-Ambulanz des Johanna-Etienne-Krankenhauses an. Doch nach ihren Angaben dauerte es knapp acht Stunden, ehe sie ein Bett hatte.
… (weiter lesen unter) … https://rp-online.de/nrw/staedte/neuss/ ... d-23095143

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Dazu ist anzumerken:
Die Krankenhäuser klagen seit Jahren über die unzureichende Finanzierung der Notaufnahmen. Bekannt ist aber auch, dass viele sog. Notfallpatienten (mindestens jeder zweite!) überhaupt keine stationäre Versorgung benötigen, sondern einfach aus Bequemlichkeit oder sogar kalkuliert die ambulanten Angeboten durch die KV meiden. Dem muss Einhalt geboten werden! Die Krankenhäuser sind in ihren Ambulanzen aufgefordert, die ambulant behandelbaren Patienten auszusortieren und entsprechend abzuweisen. Das hat nichts mit unterlassener Hilfeleistung zu tun, sondern ist ein Erfordernis, das unserem gegliederten Gesundheitssystem Rechnung trägt. Im Übrigen muss ohne Abstriche gewährleistet sein, dass die wirklichen Notfälle ohne Zeitverzögerung kompetent versorgt werden.
Wie es scheint, ist in dem von der NGZ aktuell vorgestellten Notfall nicht zeitgerecht reagiert worden. Das verdeutlicht erneut, dass bezüglich der Notfall-Ambulanzen in den bundesdeutschen Krankenhäusern dringender Handlungsbedarf besteht.

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Der NGZ wurde unter Bezugnahme auf den den o.a. Bericht folgende Stellungnahme übermittelt:
Krankenhaus-Notfall-Ambulanzen müssen die wirklichen Notfälle ohne Zeitverzögerungen kompetent versorgen. Das ist organisatorisch und finanziell sicher zu stellen. - Leider ist es so, dass viele sog. Notfallpatienten (mindestens jeder zweite!) überhaupt keine stationäre Versorgung benötigen, sondern einfach aus Bequemlichkeit oder sogar kalkuliert die ambulanten Angeboten durch die Kassenärztlichen Vereinigungen meiden. Dem muss Einhalt geboten werden! Die Krankenhäuser sind in ihren Ambulanzen aufgefordert, die ambulant behandelbaren Patienten auszusortieren und entsprechend abzuweisen. Das hat nichts mit unterlassener Hilfeleistung zu tun, sondern ist ein Erfordernis, das unserem gegliederten Gesundheitssystem Rechnung trägt. - Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) berichtet am 29.05.2018 über eine schwer krebskranke Patientin (74) die trotz einer dringlichen Versorgungssituation 8 Stunden auf eine Behandlung warten musste, völlig inakzeptabel. Wie es scheint, ist in dem von der NGZ aktuell vorgestellten Notfall nicht zeitgerecht reagiert worden. Das verdeutlicht erneut, dass bezüglich der seit Jahren bestehenden Versorgungsengpässe in den Notfall-Ambulanzen endlich zielgerichtet gehandelt werden muss. - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk war in den zurückliegenden Jahren mehrfach mit unzureichenden Behandlungssituationen befasst und hat sich wiederholt für Reformen stark gemacht. Aber anscheinend hat niemand so richtig zugehört. - Werner Schell

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