Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen

Moderator: WernerSchell

Presse
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Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen

Beitrag von Presse » 28.12.2013, 08:05

Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz:
Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen.

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen sind künftig verpflichtet, die Pflegekassen regelmäßig und unmittelbar über Regelungen zur ärztlichen Versorgung sowie zur Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen, z.B. über Kooperationsverträge mit Ärzten und Apotheken, zu informieren. Dies sieht eine Regelung des 2012 verabschiedeten Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes vor, die zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Die Informationen sollen von den Pflegekassen verständlich, übersichtlich und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit sie Pflegebedürftigen und deren Angehörigen die Suche nach einer passenden Einrichtung erleichtern.
Weitere Informationen zum Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz finden Sie hier:
http://www.bmg.bund.de/pflege/das-pfleg ... esetz.html

Quelle: Quelle: Gesundheitspolitische Informationen: GP_aktuell Nr. 24/13 vom 20.12.2013

Gaby Modig
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Pflege-Noten: Schärfere Kriterien für Pflegeheime

Beitrag von Gaby Modig » 06.01.2014, 07:55

Ärztezeitung vom 06.01.2014:
Pflege-Noten: Schärfere Kriterien für Pflegeheime
Seit 1. Januar gelten neue Regelungen zu den umstrittenen Pflege-Noten, mit denen die Qualität von Pflegeheimen bewertet werden.
Insgesamt wird es für die Heime jetzt schwieriger, eine 1 oder 2 zu bekommen.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=852 ... ege&n=3201

WernerSchell
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Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen

Beitrag von WernerSchell » 06.01.2014, 15:45

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


Pressemitteilung vom 06.01.2014

Pflegeheime müssen ihr medizinisches Netzwerk offenlegen

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen sind nach dem Pflege-Neuausrichtungs¬gesetz (PNG) ab 01.01.2014 verpflichtet, die Pflegekassen regelmäßig und unmittelbar über Regelungen zur ärztlichen Versorgung sowie zur Arzneimittelversorgung in den Einrichtungen, z.B. über Kooperationsverträge mit Ärzten und Apotheken, zu informieren.

Diese Informationen sollen von den Pflegekassen verständlich, übersichtlich und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, damit sie pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen die Suche nach einer passenden Einrichtung erleichtern.

Damit hat der Gesetzgeber einer Forderung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk entsprochen. Mit Rücksicht auf die vielfältigen Mängel in der medizinischen Versorgung der BewohnerInnen von Pflegeeinrichtungen war eine solche Verpflichtung zwingend geboten.

Es wird nun darum gehen müssen, mittels entsprechender Kooperationsvereinbarungen in den Einrichtungen gute und patientenfreundliche ärztliche und pharmakologische Dienstleistungen zu gestalten.

Dabei sollte auch in geeigneter Weise sichergestellt werden, dass vorsorgliche Verfügungen der BewohnerInnen - ggf. in Verbindung mit ergänzenden „Hausärztlichen Anordnungen für den Notfall“ (Projekt „beizeiten begleiten“®) - Beachtung finden und willentlich ausgeschlossene Krankenhauseinweisungen unterbleiben.

Im Übrigen sollte eine gute palliative Versorgung und Begleitung der BewohnerInnen sichergestellt werden. Um dies zu gewährleisten, sollten die Pflegeeinrichtungen pro zehn BewohnerInnen über mindestens eine spezielle Palliativ-Fachkraft verfügen.

Auf die am 01.01.2014 in Kraft getretene „Vereinbarung nach § 119b Abs. 2 SGB V zur Förderung der kooperativen und koordinierten ärztlichen und pflegerischen Versorgung in stationären Pflegeheimen“ (Anlage 27 BMV-Ä) wird Bezug genommen. Gegenstand dieser Vereinbarung, die (im Benehmen mit den Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene sowie den Verbänden der Pflegeberufe auf Bundesebene ) zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV ‐ Spitzenverband (Spitzenverband Bund der Krankenkassen) abgeschlossen worden ist, sind gemäß § 119b Abs. 2 SGB V die Anforderungen an eine kooperative und koordinierte ärztliche und pflegerische Versorgung von pflegebedürftigen Versicherten in stationären Pflegeeinrichtungen. In der Vereinbarung wird ausdrücklich hervorgehoben, dass das Recht auf freie Arztwahl der Versicherten in den stationären Pflegeeinrichtungen unberührt bleibt.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk

Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei!

WernerSchell
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Sterbebegleitung ja - aktive Sterbehilfe nein

Beitrag von WernerSchell » 16.01.2014, 18:38

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Kooperationspartner der „Aktion Saubere Hände.“
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
Pro Pflege - Selbsthilfetzwerk ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).


16.01.2014

An die
Abgeordneten des Landtages von Nordrhein-Westfalen



Palliativversorgung und Hospizarbeit ausweiten - Vorschriften für das Land Nordrhein-Westfalen präzisieren bzw. erweitern !


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihnen liegt u.a. ein Gesetzentwurf vor, durch den das Wohn- und Teilhabegesetz NRW neu gefasst werden soll (Drucksache 16/3388). Darin wird in § 4 auch eine "angemessene Palliativversorgung" angesprochen. Die vorliegende Fassung ist m.E. unzureichend und sollte erweitert bzw. präziser gefasst werden. Es sollte verdeutlicht werden, dass die stationären Pflegeeinrichtungen gewährleisten müssen, jeder Pflegefachkraft eine Fortbildung in der Palliativpflege zu ermöglichen. Zwingend vorgeschrieben werden sollte, dass für 10 BewohnerInnen mindestens eine besonders weitergebildete Palliativpflegekraft in jeder Einrichtung zur Verfügung steht.

Mit solchen ergänzenden Vorgaben kann dann auch sichergestellt werden, dass die "Rahmenempfehlung für die Hospizkultur und Palliativversorgung in Pflegeeinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen" - Stand: 24.09.2013 - zielgerichtet umgesetzt wird.

Unabhängig von den o.a. Vorschriften sollten die landesrechtlichen Vorgaben für die allgemeine Palliativversorgung und Hospizarbeit der demografischen Entwicklung angepasst werden. Die Zahl der Palliativ- und Hospizbetten sollte für das Land NRW auf 80 - 100 pro 1 Million Einwohner erhöht werden. Zur Zeit liegen die Planzahlen weit darunter, so dass immer wieder behauptet werden kann, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Palliativ- und Hospizbetten auskömmlich sei. Dies entspricht aber leider nicht der realen Nachfrage. Dass Verbesserungen im Bereich der Palliativversorgung und Hospizarbeit geboten sind, ergibt sich auch aus den Vereinbarungen der großen Koalition in Berlin. Dort heißt es z.B. im Koalitionsvertrag, Abschnitt Pflege: "Zu einer humanen Gesellschaft gehört das Sterben in Würde. Wir wollen die Hospize weiter unterstützen und die Versorgung mit Palliativmedizin ausbauen." Insoweit sind Bund und Länder gemeinsam in der Pflicht.

Es erscheint geboten, die hier angesprochenen Themen alsbald umfassend aufzugreifen. Denn eine aktuelle Umfrage der DAK-Gesundheit macht deutlich, dass eine Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe eintritt. Diese Befragungsergebnis ist möglicherweise damit zu erklären, dass die in großer Zahl älter werdenden Menschen Besorgnisse haben, bei schwerer Krankheit und vor allem im Sterbeprozess nicht angemessen / schmerzfrei versorgt zu werden. Es sind daher schnellstmöglich politische Konsequenzen angesagt. Mit dem angefügten Brieftext habe ich heute auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages angeschrieben.

Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell


>>>>>>>>> Brief an die Abgeordneten im Deutschen Bundestag vom 16.01.2014


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Mehrheit der Deutschen tritt angeblich für aktive Sterbehilfe ein - so eine Umfrage der DAK-Gesundheit. Es wird von einer breiten Zustimmung für eine gesetzliche Regelung durch den Deutschen Bundestag gesprochen.

Dazu ergibt sich von hier in Kürze folgendes Statement:

"Sterbebegleitung ja - aktive Sterbehilfe nein"

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk spricht sich seit Jahren mit Entschiedenheit gegen eine aktive Sterbehilfe aus und wird auch weiterhin für diese Position eintreten. Vorstellungen, die in eine andere Richtung führen, wollen wir erneut eine Absage erteilen. Anlass für diese Klarstellung ist eine Umfrage der DAK-Gesundheit. Danach ist die Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe.
Quelle: http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 013#p78013

Es gilt weiterhin die hiesige Aussage: "Sterbebegleitung ja - aktive Sterbehilfe nein". Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk tritt seit Jahren für eine Verbesserung der Palliativversorgung und Hospizarbeit ein. In diesem Sinne wurde z.B. auch der Neusser Pflegetreff am 19.11.2013 durchgeführt:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =7&t=18242

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk steht für weitere Informationen und Stellungnahmen zur Verfügung. Am 30.01.2014 gibt es in der Neusser Volkshochschule eine Vortragsveranstaltung: "Palliativerversorgung und Hospizarbeit". Diese Versorgungsstrukturen gilt es deutlich zu stärken!
Näheres dazu unter -> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =7&t=19762

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell

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Leben retten oder sterben lassen?

Beitrag von Presse » 28.01.2014, 07:49

Notfall im Palliativbett: Leben retten oder sterben lassen?
Notärzte, die zu palliativ versorgten Patienten gerufen werden, geraten oft selbst in Nöte:
Sollen sie Vitalfunktionen bei einem Menschen erhalten, der bereits vor der akuten Gefährdung im Sterben lag?
Notfallalgorithmen helfen hier selten weiter.
mehr » http://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=853 ... hik&n=3250

WernerSchell
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Pflegenotstand und die Reformerfordernisse

Beitrag von WernerSchell » 16.05.2014, 07:58

Pflegenotstand und die Reformerfordernisse

Das anlässlich des Pflegetreffs am 13.05.2014 Herrn Bundesminister Gröhe übergebene Papier mit den
"Anforderungen an die von der Großen Koalition (GroKO) in Aussicht gestellte Pflegereform 2014"
ist im Netz unter folgender Adresse verfügbar: http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... lungen.php

Bild > Bild

WernerSchell
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Palliativversorgung in den Heimen verbessern

Beitrag von WernerSchell » 29.10.2014, 07:53

Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =2&t=20704

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk führt u.a. regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.

Pressemitteilung vom 01.11.2014

„Patientenautonomie am Lebensende“ – Thema beim Neusser Pflegetreff am 22.10.2014

Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hatte zum 21. Pflegetreff am 22.10.2014 nach Neuss-Erfttal eingeladen. Als Gäste konnten rd. 300 Pflegefachkräfte und interessierte BürgerInnen begrüßt werden. Auch zahlreiche MedienvertreterInnen waren erschienen. – Beim Pflegetreff ging es diesmal um die „Patientenautonomie am Lebensende“ (schwere Krankheit, Sterben und Tod); ein Thema, dem angesichts der im politischen Raum lebhaft geführten Debatte um die assistierte Selbsttötung große Aktualität zukommt.

Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk und Leiter des Pflegetreffs, hatte für dieses Thema (wieder) hochkarätige Referenten gewinnen können:

-- Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen,
-- Wolfgang Bosbach, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) und Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestages,
-- Birgit Lotz, Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes der Augustinerinnen in Neuss - cor unum -,
-- Dr. med. Jürgen in der Schmitten, Arzt für Allgemeinmedizin, Uniklinik Düsseldorf - Projekt „beizeiten begleiten“® - und
-- Sebastian Appelfeller, Evangelischer Pfarrer - Neuss - 2. Pfarrbezirk: Gnadental – Erfttal –Meertal.
-- Dr. med. Michael Dörr, Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes des Rhein-Kreises Neuss, moderierte den Treff.

Nach einer kurzen Begrüßung aller Gäste durch Werner Schell wurde die weitere Moderation des Pflegetreffs von Dr. med. Michael Dörr übernommen.

Dr. med. Michael Dörr ging bei seiner Moderation zunächst auf die engagierte Arbeit von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ein und machte deutlich, dass von dieser Initiative bzw. von Vorstand Werner Schell wertvolle Aktivitäten zur Verbesserung der Pflege-Rahmenbedingungen ausgingen. Insoweit sei ein Dankeschön auszusprechen. Sodann wurden durch sehr kompetente Ankündigungen die einzelnen Podiumsgäste vorgestellt bzw. ihre Statements durch hilfreiche Hintergrundinformationen eingeleitet.

Barbara Steffens verdeutlichte in ihrem Grußwort, dass es großen Sinn mache, sich zeitgerecht mit der letzten Lebensphase – dem Sterben – auseinanderzusetzen. Es müssten vielfältige Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, in Würde zu altern und zu sterben. Dabei sei auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Palliativversorgung bzw. Hospizarbeit mit Pflegeeinrichtungen notwendig. Die Aktivitäten für eine umfassende professionelle Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen in Pflegeeinrichtungen müssten zielgerichtet ausgeweitet werden.

Wolfgang Bosbach befasste sich in seiner Eigenschaft als Mitglied des Deutschen Bundestages vornehmlich mit den Patientenrechten und der Patientenverfügung. Dabei ging er auf die aktuelle Rechtslage ein. Er selbst, so Wolfgang Bosbach, habe für sich keine Patientenverfügung erstellt und wisse auch gar nicht, was er da hinein schreiben solle: „Woher soll ich wissen, was ich mir für eine Situation wünsche, die ich noch gar nicht kenne.“ Dann erläuterte er die verschiedenen Formen der Sterbehilfe und verdeutlichte anhand interessanter Gerichtsentscheidungen die geltende Rechtslage.

Dr. med. Jürgen in der Schmitten warb in seinem Statement für das Projekt „beizeiten begleiten“®. Damit könne gewährleistet werden, dass die Menschen v.a. in den Heimen durch geeignete Informationen frühzeitig selbstbestimmte Entscheidungen treffen, wie sie in krisenhaften Situationen bzw. beim Sterben versorgt werden möchten. Ziel sei es daher, unter Beteiligung von Angehörigen und Hausärzten verbindliche Anordnungen zeichnen zu lassen, die in aller Deutlichkeit die Handlungswünsche aufzeigen. Letztlich soll dabei auch vermieden werden, todkranke Patienten ohne ausreichende medizinische bzw. pflegerische Indikation in eine Klinik zu verlegen.

Birgit Lotz erläuterte die ambulante hospizliche Arbeit am schwer kranken bzw. sterbenden Menschen und verdeutlichte, wie konkret die betroffenen Menschen und die Familien Unterstützung durch Zuwendung erfahren können. Das oberste Gebot sei dabei, die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, nicht, diesen Weg vorzugeben. Es wurde klar, dass angesichts der demografischen Entwicklung die Nachfrage nach diesbezüglicher Begleitung zunehmen wird und die weitere Einwerbung ehrenamtlicher HelferInnen erforderlich erscheint.

Sebastian Appelfeller erläuterte, wie aus christlicher Sicht mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod umzugehen sei. Er berichtete über eigene Erfahrungen im Familienverband und knüpfte im Übrigen bei seinen Ausführungen an den Würdebegriff an. Er plädierte dafür, das Sterben und den Tod wieder in die Gesellschaft hineinzunehmen, also aus der Tabuzone herauszuholen. Dabei sei eine Sterbebegleitung, die auch schweigend erfolge könne, ungemein wichtig. Eine Patientenverfügung könne nach seiner Ansicht entlastend sein, weil der Patient selbst die Entscheidung über seine weitere Behandlung bereits getroffen habe.

Heinz Sahnen, Schirmherr des Treffs, bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei allen Beteiligten und brachte die Auffassung zum Ausdruck, dass der Pflegetreff ein wichtiges und zudem aktuelles Thema aufgegriffen habe. Der Treff sei, das gelte es zu bekräftigen, mittlerweile zur Institution, nicht nur für Neuss, sondern mit bundesweiter Bedeutung geworden. Die Veranstaltung habe viele nachdenklich stimmende Hinweise vermittelt.

Im Zusammenhang mit dem Pflegetreff gab es vielfältige Informationsmöglichkeiten. Es standen in der Zeit von 15.00 - 19.00 Uhr folgende Infostände zur Verfügung:

• Bürgerhaus Neuss - Erfttal in Trägerschaft des Sozialdienstes Katholischer Männer e.V. (SKM) mit dem Projekt „Altersgerechte Hilfen“ mit Lotsenpunkt Bürgerhaus Erfttal
• Hospiz Immaculata, das Augustinus-Hospiz in Neuss – „Zuwendung in der letzten Lebensphase“
• Seniorenhaus Lindenhof, Auf der Schanze 3, 41515 Grevenbroich, mit dem Projekt "beizeiten begleiten®"
• Johanniter-Stift Kaarst, Am Sandfeld, 41564 Kaarst
• Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst im Diakonischen Werk Neuss, Plankstr. 1, 41462 Neuss
• Stadt Neuss - Betreuungsstelle

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk

Die vorstehende Pressemitteilung ist zur Veröffentlichung frei

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Arzneimittelversorgung älterer Menschen - mehr Sorgfalt

Beitrag von WernerSchell » 27.12.2014, 17:08

Anmerkung der Moderation - siehe auch im Forum unter:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20834

Arzneimittelversorgung älterer Menschen - mehr Sorgfalt geboten!

Bild --- Bild

"Das wichtigste Medikament in der Gerontopsychiatrie ist Wasser.
Ein wesentlicher Anteil der unklaren Verwirrtheitszustände im Alter
ist auf einen Flüssigkeitsmangel zurückzuführen."

Ältere Menschen sind nicht einfach nur alte Erwachsene. Sie haben andere Erkrankungen, andere Stoffwechselgeschwindigkeiten
und andere Bedürfnisse.
Quelle: Dr. med. Jan Dreher in "Psychopharmakotherapie griffbereit", Schattauer Verlag, 2015
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20833

Bild

Gute Informationen bzw. Handlungsempfehlungen sind im übrigen zu entnehmen:

Gesundheitsamt Bremen:
Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen - aktueller Kenntnisstand
Quelle: Internethinweise
> http://www.gesundheitsamt.bremen.de/det ... .c.7978.de

Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.
Zu viele und inadäquate Medikamente für ältere Patienten – und die fatalen Folgen
Quelle: Pressemitteilung vom 13.09.2013
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... beitskreis

Cornelia Stolze:
"Krank durch Medikamente", Piper Verlag, 2014
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20774

Hilko J. Meyer / Stefanie Kortekamp (Herausgeber):
Medikationsmananagement in stationären Pflegeeinrichtungen: Teamarbeit der Solisten
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=20735

MDS:
"Grundsatzstellungnahme Essen und Trinken im Alter Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen"
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =3&t=20533

Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk:
Seit Jahren wird in Pflegetreffs und Veröffentlichungen auf die Notwendigkeit, die Arzneimittelversorgung
älterer Menschen zu verbessern, aufmerksam gemacht. Auf Drängen von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
hat sich der Rhein-Kreis Neuss in der Gesundheitkonferenz durch Einrichtung eines Arbeitskreises mit der
Thematik befasst und am 04.06.2014 Handlungsempfehlungen für die Pflegeeinrichtungen beschlossen.
Quelle. Zahlreiche Informationen im Forum von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
> http://www.wernerschell.de/forum/neu/index.php

WernerSchell
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Filmdokumentation über Pro Pflege & Neusser Pflegetreffs

Beitrag von WernerSchell » 25.05.2015, 07:10

Pro Pflege Selbsthilfenetzwerk präsentiert
zwei Filmdokumentationen zu folgenden Themen
:

>>>> Engagement von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk - Zielsetzung und Aktivitäten -
verbunden mit einem Film (rd. 1 Stunde und 20 Minuten) über den Neusser Pflegetreff
am 22.10.2014 zum Thema "Patientenautonomie am Lebensende."


Bild
> https://www.youtube.com/watch?v=e0jtDziYNeM

>>>> Film (rd. 2 Stunden und 7 Minuten) über den Neusser Pflegetreff am 14.04.2015
zum Thema "Pflegereformen (in Bund und Land NRW).


Bild
> https://www.youtube.com/watch?v=76rX1ELEQM0

+++
Bild

Fragen und Statements zu einzelnen Themen können auch per E-Mail übermittelt werden
-> Adresse:
>>>> ProPflege@wernerschell.de oder Team@wernerschell.de

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HPG - Mehr Personal für Sterbebegleitung erforderlich

Beitrag von WernerSchell » 22.12.2015, 10:22

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Pressemitteilung vom 22.12.2015

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Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) - Mehr Personal für Sterbebegleitung erforderlich

Das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG - in Kraft ab 01.01.2016) sieht einige Leistungsverbesserungen vor. Die vielfältigen Hinweise von Pro Pflege - Stelbsthilfenetzwerk, u.a. am 03.11.2015 an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die für notwendig erachtete Vollfinanzierung der Hospize und eine auskömmliche Stellendotierung der Pflegeeinrichtungen, auch im Bereich der Palliativversorgung vorzusehen, haben leider keine Beachtung gefunden (>http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =2&t=20985 ). Elisabeth Scharfenberg, MdB und Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, hat anlässlich der Verabschiedung des HPG u.a. erklärt: "Ein Grund, die Hände in den Schoss zu legen, ist das neue Gesetz jedoch nicht. Wir brauchen weiterhin mehr Personal im Krankenhaus, im Pflegeheim und im ambulanten Bereich für die Begleitung in der letzten Lebensphase. Nur so kann eine gute, all umfassende Pflege gelingen, in der Raum für Gespräche und Zuwendung ist." Der Bundesrat und zahlreiche Experten sehen ebenfalls Lücken im HPG. So hat z.B. der Berliner Palliativmediziner Peter Thuß-Patience gegenüber DPA erklärt, dass u.a. eine deutliche Aufstockung des Pflegepersonals für die Betreuung schwer kranker, sterbender Menschen erforderlich sei (Quelle: Ärzte Zeitung vom 21.12.2015). - Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk kann sich dem nur anschließen.

Werner Schell
Dozent für Pflegerecht, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk https://www.facebook.com/werner.schell.7

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unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).

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