AOK-Familienstudie 2018: Kranke Kinder, verunsicherte Eltern

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AOK-Familienstudie 2018: Kranke Kinder, verunsicherte Eltern

Beitrag von WernerSchell » 25.04.2019, 06:14

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AOK-Familienstudie 2018: Kranke Kinder, verunsicherte Eltern

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Foto: Mandeluntersuchung bei einem Jungen

(27.12.18) Das Kind ist krank? Eltern haben dann häufig Probleme, Informationen zur Behandlung zu finden und diese richtig einzuordnen. Das zeigen noch unveröffentlichte Befragungsergebnisse der AOK-Familienstudie 2018, für die das IGES-Institut im Auftrag des AOK-Bundesverbandes deutschlandweit mehr als 5.000 Eltern mit Kindern im Alter von vier bis 14 Jahren befragt hatte. Demnach ist es für Eltern schwierig, Informationen im Zusammenhang mit der Erkrankung ihres Kindes zu beurteilen. Knapp über 40 Prozent tun sich schwer damit, die Vertrauenswürdigkeit von Medieninformationen zur Gesundheit des Kindes zu bewerten – und dies unabhängig vom Bildungsniveau. Bei manchen Eltern beginnen die Orientierungsprobleme im Gesundheitsbereich allerdings auch schon einen Schritt vorher: Jedem Fünften fällt es laut Umfrage nicht leicht, überhaupt Informationen zur Kindergesundheit zu finden. Geht es um psychische Probleme, ist es sogar jeder Dritte.

Prof. Klaus Hurrelmann, Gesundheitswissenschaftler von der Hertie School of Governance in Berlin, bewertet die Unsicherheit der Eltern wie folgt: "Bei Dr. Google findet man Ratschläge zu allen möglichen Symptomen. In der Informationsflut können die Eltern aber leider nicht mehr unterscheiden, was wichtig und richtig ist. Anstatt Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung des Kindes zu gewinnen, passiert in vielen Fällen genau das Gegenteil. Die Eltern bleiben verunsichert zurück und treffen keine beziehungsweise falsche Entscheidungen."

Die positive Nachricht der Befragung: Liegen die entsprechenden Gesundheitsformationen erst einmal vor, so können Eltern auch Entscheidungen treffen. Vor allem, wenn der Arzt medizinische Anweisungen gibt. Diese sind sogar für 93 Prozent der Eltern verständlich. Erfreulich ist zudem, dass es auch bei der Umsetzung nicht hapert: Hier geben ebenfalls mehr als 90 Prozent an, dass sie die erhaltenen Empfehlungen und Ratschläge einfach anwenden können.

Vergleicht man die Gesundheitskompetenz von Eltern mit der allgemeinen Bevölkerung, so liegen die Erziehungsberechtigten im Trend. Denn auch hier schätzt jeder Zweite seine Gesundheitskompetenz als eingeschränkt ein. Für den Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes Martin Litsch zwar kein Grund zur Sorge, dennoch sieht er Handlungsbedarf: "Durch die rasante Entwicklung des Internets ist jeder von uns einer Informationsflut ausgesetzt. Die Unsicherheit einiger Eltern, wenn das eigene Kind erkrankt, überrascht mich daher nicht. Viele von ihnen sind überfordert und wissen nicht wirklich, wem sie vertrauen und was sie letztendlich tun sollen." Litsch rät, bei der Recherche im Netz stets einen Blick auf den Absender zu werfen.

Litsch macht außerdem darauf aufmerksam, wie Eltern vor Unsicherheiten geschützt und damit auch in ihrer Gesundheitskompetenz gestärkt werden können. Ein gutes Beispiel ist das Netzwerk "Gesund ins Leben". Hier haben sich verschiedene Institutionen, Verbände und Fachgesellschaften im Umfeld junger Eltern mit dem Ziel zusammengeschlossen, Eltern einheitliche und alltagstaugliche Botschaften zu Ernährung und Bewegung zu vermitteln. "Eltern bekommen hier gebündelte Informationen und wissen nach dem Besuch ganz genau, was sie für einen gesunden Lebensstil zu tun haben und beachten müssen. Ein toller Zusammenschluss, der gerne flächendeckend Schule machen kann", erklärt Litsch.

(Pressemitteilung des AOK-Bundesvrbandes vom 27.12.18)

- AOK-Familienstudie 2018: Wissenschaftlicher Bericht des IGES-Instituts - Kapitel zur Gesundheitskompetenz als PDF zum Download> https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/ ... ie2018.pdf
- AOK-Familienstudie 2018: Wissenschaftlicher Bericht des IGES-Instituts - Die Pressemitteilung als PDF zum Download
> https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/ ... eltern.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 27.12.2018
https://www.aok-bv.de/presse/pressemitt ... 21544.html

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Ärzte Zeitung vom 28.12.2018:
IGES-Studie Gesundheitskompetenz
Was Eltern zum Thema Gesundheit wissen

Wie finden Eltern medizinische Infos im Krankheitsfall und wie gut können sie sie dann einordnen? Zuvor noch unveröffentlichte Befragungsergebnisse der AOK-Familienstudie 2018 zeigen: Fast ein Drittel der Eltern hält die eigene Gesundheitskompetenz für problematisch. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

Siehe auch unter > https://www.aok-bv.de/imperia/md/aokbv/ ... ie2018.pdf

WernerSchell
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Experten beleuchteten Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen

Beitrag von WernerSchell » 16.05.2019, 08:46

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 288/2019
Datum: 15. Mai 2019


Experten beleuchteten Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen

Rhein-Kreis Neuss. Zum 15. Mal hatte das Kreisgesundheitsamt zur Tagung „Gesundheitsförderung“ eingeladen, und rund 120 Gäste aus Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen waren ins Kreishaus Grevenbroich gekommen. In den vergangenen Jahren wurden viele Themenschwerpunkte erörtert, diesmal standen die „Highlights“ aus 15 Jahren unter dem Motto „Gesund sein, gesund leben und gesund bleiben“ im Blickpunkt.

„Gesundheitsförderung ist für den Rhein-Kreis Neuss schon lange ein wichtiges Thema“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke bei der Begrüßung der Gäste. Die Tagung sei mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Aktivitäten in diesem Bereich geworden. Gewachsen ist sie aus dem Programm „fitnetz“. Damit unterstützt der Kreis pädagogische Fachkräfte bereits seit 2003. Dem „fitnetz“ sind mittlerweile 55 Kindertagesstätten und Familienzentren angeschlossen.

„Einige dieser Einrichtungen sind seit mittlerweile 15 Jahren Mitglied im Netzwerk. Allen ist gemeinsam, dass sie intensiv in der Gesundheitsförderung arbeiten und sich mit Themen wie Bewegung, Ernährung, Suchtprävention, Elternarbeit oder Mitarbeitergesundheit beschäftigen“, erklärte Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr. In den vergangenen Jahren habe es etliche weitere „fitnetz“-Interessenten gegeben. Neun Einrichtungen seien seitdem neu ins Programm aufgenommen worden und weitere herzlich willkommen.

Hauptreferent Dr. Eckhard Schiffer, Facharzt für Nervenheilkunde, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie aus Quakenbrück, erläuterte die Zusammenhänge zwischen Spielen, Gesundheit, Lebensfreude und Lernfreude. „Spielen, Singen und Tanzen sind die Schlüssel zu einer gesunden und fröhlichen Kindheit. Die Basis dafür bildet das kindliche Urvertrauen, und Urvertrauen ist grundlegend für die seelische, soziale und körperliche Gesundheit“, so der Experte.

Mit Sorge stellte Schiffer fest, dass den Kindern heutzutage die von innen kommende Lebensfreude immer mehr verloren zu gehen scheint. Allergien, Süchte oder Verhaltensstörungen würden häufiger diagnostiziert. Es gehe permanent um Spaß und Action. „Dabei ist Langeweile der Dünger der Fantasie. Kinder können eigene gute Ideen entwickeln“, berichtete der Mediziner.

Außerdem machte er deutlich, dass bei Jungen und Mädchen zunehmend Sprachstörungen festgestellt würden. „Das kann unter Umständen daran liegen, weil viele Eltern nahezu immer angespannt sind und weniger mit ihren Kindern sprechen“, meint der Experte. Er rät Müttern und Vätern dazu, sich die Zeit zu nehmen, den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Zur Abwechslung dürfe es auch mal ein Hörbuch sein. Aber das Vorlesen solle dadurch nicht ersetzt werden.

Nachmittags wurden den Teilnehmern zwölf praxisorientierte Workshops zu unterschiedlichen Themen der Gesundheitsförderung angeboten. Es ging unter anderem um gesunde Ernährung, Bewegung, Entspannung, Medienkompetenz und seelische Gesundheit. Organisiert wurde die Tagung vom Arbeitskreis „Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen“ der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss.

Thilo Zimmermann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Rhein-Kreis Neuss
Der Landrat
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Oberstr. 91
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Tel.: 02131/928-1300

Rhein-Kreis Neuss
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