Corona-Pandemie - Gesundheitsschutz und Hilfsangebote ...

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CoronaCare – Einkaufshilfe für Ältere und Vorerkrankte - Mitteilung der Stadt Neuss

Beitrag von WernerSchell » 23.03.2020, 16:37

Bild CoronaCare – Einkaufshilfe für Ältere und Vorerkrankte
Mitteilung der Stadt Neuss


Über die Hotline 02131 / 90 90 50 werden Einkäufe und Apothekengänge vermittelt!

Um ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen aufgrund der besonderen Einschränkung durch das Corona– Virus zu unterstützen wird ab Donnerstag, 19. März 2020, eine zusätzliche Hotline eingerichtet. Unter der Nummer 02131/909050 erhalten die besonders schutzwürdigen Personen Hilfe bei Einkäufen und Apothekengängen. Die Hotline ist von montags bis freitags, 9 bis 15 Uhr, besetzt.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Neuss vermitteln die „helfenden Hände“.
Um dieses wichtige Angebot sicherstellen zu können, werden weitere Helferinnen und Helfer gesucht. Die Stadtverwaltung Neuss bittet daher um Unterstützung. Wer älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen in dieser schweren Zeit unterstützen möchte, kann sich ab sofort unter 02131/902027 melden.


Die nachfolgende Darstellung kann in Netzwerken, Einrichtungen, Mietobjekten und umliegenden Geschäften als Aushang Verwendung finden. Für alle, die keine Möglichkeit haben zu drucken, können auch Ausdrucke zur Verfügung gestellt werden. Insoweit besteht folgende Kontaktmöglichkeit: Gudrun Jüttner - Stadt Neuss - Sozialamt - Netzwerk- & Quartiersarbeit - Seniorenforum - "Neuss barrierefrei"
Promenadenstraße 43-45 - 41460 Neuss - Telefon: 02131 - 90-5059 - Telefax: 02131-90-5397


Hotlinetext Stadt Neuss.JPG
Hotlinetext Stadt Neuss.JPG (141.09 KiB) 138 mal betrachtet

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Re: Das Bürgerhaus Erfttal hat für Senior*innen des Stadtteils Erfttal einen Einkaufsservice eingerichtet

Beitrag von WernerSchell » 23.03.2020, 16:51

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 205/2020
Datum: 23.03.2020


Einkaufshilfe für Menschen unter Quarantäne und Online-Portal für freiwillige Helfer


Rhein-Kreis Neuss. Innerhalb weniger Tage hat sich der Alltag der Menschen völlig verändert. Das Corona-Virus erfordert extreme Einschränkungen. Gleichzeitig sind vielerorts Solidarität und Miteinander gewachsen. „Die zunehmende Zahl von Corona-Infektionen hat im Rhein-Kreis Neuss große Hilfsbereitschaft auf privater Ebene ausgelöst", so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der in diesem Zusammenhang auch auf die Angebote des Kreises hinweist, wie die Einkaufshilfe für Menschen unter Quarantäne und das Online-Portal für freiwillige Helfer

Ältere und beeinträchtige Menschen brauchen in diesen Tagen besondere Zuwendung. Die Lage ist zudem für diejenigen besonders belastend, die unter Quarantäne stehen und niemand haben, der sie in dieser Ausnahmesituation unterstützt. „Auch in diesen Fällen steht der Rhein-Kreis Neuss seinen Bürgerinnen und Bürgern zur Seite und organisiert konkrete Einkaufshilfe“, betont der Landrat. Dies geschehe über das Hilfstelefon mit der Nummer 02181/601-5738 im Kreissozialamt, an das sich unter Quarantäne gestellte direkt wenden könnten. Dort werden dann die Einkaufswünsche entgegengenommen und alles Weitere über die Aktionspartner des Kreises von der Caritas und der Diakonie veranlasst. Zudem fragt das Kreis-Gesundheitsamt möglichen Unterstützungsbedarf im Kontakt mit den Betroffenen ab.

Das Online-Portal des Kreises für freiwillige Helfer ist im Internet unter rkn.nrw/ehrenamt zu finden und enthält ein Meldeformular, in das Interessierte Angaben zu möglichen Tätigkeiten und zu besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten machen können. Diese werden dann an die Wohlfahrtsverbände weitergegeben, sobald ein passender Bedarf vorliegt. Beispiele sind auch hier Einkaufhilfen oder Unterstützung in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen.

Reinhold Jung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Zehn Empfehlungen gegen den „Lagerkoller“

Beitrag von WernerSchell » 23.03.2020, 17:38

Aus Forum
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 40#p112840



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Technische Universität Chemnitz

Zehn Empfehlungen gegen den „Lagerkoller“


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Prof. Dr. Stephan Mühlig, Inhaber der Professur Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Chemnitz und Leiter der Raucherambulanz Chemnitz sowie der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz (PHA-TUC GmbH), gibt Hinweise, wie man mit Quarantäne oder Ausgangssperre umgehen sollte

„Wir alle befinden uns derzeit in einer so nie da gewesenen und für die meisten völlig ungewohnten Ausnahmesituation“, sagt Prof. Dr. Stephan Mühlig, Inhaber der Professur Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Chemnitz und Leiter der Raucherambulanz Chemnitz sowie der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz (PHA-TUC GmbH). Viele Menschen seien aktuell nicht nur besorgt über die gesundheitlichen Gefahren und wirtschaftlichen Auswirkungen der „Coronakrise“, sondern fragen sich mit wachsender Unsicherheit, wie sie die Wochen oder gar Monate mehr oder weniger isoliert in der eigenen häuslichen Umgebung überstehen sollen. Wie kann man dazu beitragen, die eigene psychische, soziale und körperliche Gesundheit aufrechtzuerhalten und sich vor dem „Lagerkoller“ zu schützen? Prof. Mühlig gibt zehn Empfehlungen:

1. Tagesrhythmus beibehalten

Behalten Sie einen regelmäßigen Tagesrhythmus mit festen Aufsteh-, Arbeits- und Schlafenszeiten auch im Home-Office oder Homeschooling bei. Dies schafft eine regelmäßige Tagesstruktur und begünstigt die emotionale Stabilität. Achten Sie darauf, dass auch die Kinder eine angemessene Tagesstruktur aufrechterhalten, auch wenn sie nicht zur gleichen Zeit geweckt werden müssen wie zur ersten Schulstunde. Schulkindern sollte dabei geholfen werden, die übermittelten Schulaufgaben zu strukturieren und in sinnvollen „Portionen“ zu bearbeiten. Andernfalls fühlen viele Kinder sich durch die ungewohnte Menge an Aufgaben, die von den Lehrern „geballt“ für eine Woche oder länger übermittelt werden, regelrecht „erschlagen“ und reagieren mit Verängstigung, Stress und Widerstand. Gerade für berufstätige Alleinerziehende kommt es unter den gegebenen Bedingungen zu einer akuten Doppelbelastung zwischen Home-Office-Beanspruchung und gleichzeitiger Kinderbetreuung im eigenen Haushalt. Im Zweifelfall sollte die Fürsorge für kleine Kinder Vorrang haben vor den beruflichen Aufgaben. Um eine angemessene Balance zu erzielen, sollten Home-Office-Aufgaben tageszeitlich so eingetaktet werden (z. B. in die Abendstunden verlegt), dass sie sich mit der Kleinkinderbetreuung vereinbaren lassen. Arbeitgeber und Vorgesetzte sind gefordert, unter den Ausnahmebedingungen Verständnis zu zeigen und Zugeständnisse an die Arbeitsleistung der Mitarbeiter zu machen.

2. Bewegung an der frischen Luft anstreben

Sofern möglich und erlaubt, sollte man Spaziergänge im Freien allein oder mit Familienangehörigen unternehmen. Bewegung und frische Luft kommt der körperlichen wie der psychischen Gesundheit zugute, das Immunsystem wird angeregt. Wird die Lunge durch moderate Anstrengung belüftet, ist sie besser durchblutet, was wiederum die Infektabwehr (auch gegen SARS-CoV-2) unterstützt. Ein zumindest kurzzeitiger Ortswechsel verhindert die Reizmonotonie in den eigenen vier Wänden und steigert das Wohlbefinden. Gerade Kinder brauchen Zeit und Gelegenheit zum Toben draußen und an frischer Luft, allerdings vorerst nicht mit anderen Kindern außerhalb der Familie. Dies muss ihnen erklärt und gegen alles „Quengeln“ durchgesetzt werden.

3. Trainingsplan für die sportliche Betätigung zu Hause erarbeiten

Auch sportliche Betätigung im eigenen Zuhause trägt zur Gesunderhaltung bei und verbessert die Lebensqualität. Stellen Sie sich einen Indoor-Trainingsplan zusammen und kommen Sie mindestens 15 bis 30 Minuten täglich in Bewegung, möglichst unter guter Raumbelüftung Einfach und hilfreich sind bspw. Seilspringen (mit oder ohne Seil), Kniebeugen, Liegestütze, Sit-ups (Rumpfbeugen) etc., oder auch Yoga, Tai-Chi o. ä. Im Internet finden Sie zahlreiche, auch wissenschaftlich getestete Indoor-Trainingsprogramme für unterschiedliche Altersstufen und Trainingsgrade. Regelmäßige moderate sportliche Beanspruchung (bis zum leichten Schwitzen) stabilisiert das Herz-Kreislauf-System, die Immunabwehr, aber auch das psychische Wohlbefinden und dient dem Spannungs- und Stressabbau.

4. Zur Stärkung des Immunsystems auf Zigaretten und Alkohol verzichten

Wer raucht, sollte schnellstmöglich damit aufhören. Eine vorgeschädigte oder akut gereizte Lunge ist wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verbunden, falls Raucher sich infizieren und erkranken sollten. Auch Alkoholkonsum ist nicht hilfreich. Alkohol tötet Viren nur im Reagenzglas. Alkohol in der Blutbahn schützt hingegen nicht vor einer Virusinfektion, stört aber das Immunsystem. Dies gilt auch für andere Drogen.

5. Soziale Kontakte über Internet und Telefon pflegen

Es ist für viele Menschen extrem schwer, über längere Zeit ihre sozialen Kontakte auszusetzen, nicht unter Leute gehen zu dürfen. Wir sind soziale Wesen und brauchen den Kontakt und Austausch mit anderen Menschen. Gerade der physische Kontakt, die körperliche Nähe zu unserem sozialen Umfeld (außerhalb des eigenen Haushalts) ist aber in der aktuellen Situation mit größter Konsequenz zu vermeiden. Besonders für Alleinlebende ist dies möglicherweise eine sehr schwierige Situation, die sie für eine begrenzte Zeit bewältigen müssen. Dabei ist es wichtig für das emotionale Gleichgewicht, sich klar zu machen, dass der Ausnahmezustand zeitlich überschaubar bleibt. Zum Glück können wir aber heute auf die sozialen Medien ausweichen. Im Gegensatz zu früheren Generationen sind fast alle Menschen in Deutschland und sogar weltweit über das Internet miteinander verbunden. Wir können uns in Echtzeit schreiben bzw. chatten, telefonieren und uns per Videochat sehen und unterhalten, fast als säßen wir uns gegenüber. Man sollte diese Möglichkeiten voll ausnutzen, Kontakt halten und den Austausch mit möglichst vielen Angehörigen, Freunden und Bekannten über Social Media suchen. In einer schwierigen Situation kann man sich über Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Man sollte auch daran denken, sich proaktiv bei alleinlebenden Menschen zu melden, um deren Vereinsamungserleben zu lindern.

6. Sinnvolle und abwechslungsreiche Beschäftigungen suchen

Auch unter Isolationsbedingungen zu Hause kann man sich sinnvoll beschäftigen, z. B. Dinge erledigen, die man zu Hause schon immer mal erledigen wollte, z. B. Ordnung machen, die Wohnung „ausmisten“ bzw. neu gestalten, die Festplatte aufräumen, Fotos archivieren, Unterhaltungsspiele mit der Familie erleben oder mal wieder ein Buch lesen. Fernsehen, Computerspiele, Netflix-Streaming etc. dienen der Ablenkung und sind selbstverständlich möglich. Falls sich die Isolation über mehrere Wochen hinziehen sollte, ist passive Unterhaltung oder Videospielen aber zu einseitig. Wichtig für die emotionale Stabilität ist es, sich Aufgaben zu suchen, mit denen man in der Wartezeit produktiv bleiben kann. Man sollte bedenken, dass stundenlanges Streamen von Spielfilmen und Serien oder ähnliche hohe Datenmengenübertragungen zu Freizeitzwecken möglicherweise die Netze überlastet und den gesellschaftlich Datenaustausch für Home-Office-Tätigkeiten, die für das Funktionieren unserer Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar sind, stark beeinträchtigen können.

7. Balance zwischen Zusammensein und Für-sich-sein-Können finden

Beim engen Zusammenleben unter einem Dach über längere Zeit kommt es häufig dazu, dass uns „die Anderen“ auf die Nerven gehen, man sich selbst über Kleinigkeiten extrem ärgern kann und schnell Konflikte und Streit entstehen. Hier gilt es, eine gute Balance zwischen Zusammensein und Für-sich-sein-Können zu finden. Dazu zählt in erster Linie, die eigene Privatsphäre zu schützen und die der anderen zu respektieren. Jedem Haushaltsmitglied müssen Rückzugsräume und -möglichkeiten geschaffen und erhalten werden.

8. Regeln für das Zusammenleben im Haushalt finden

Manche kennen es aus WG-Zeiten: Zu gegenseitiger Rücksichtnahme gehört auch, eine gemeinsame Ordnung im Haushalt und Regeln des Zusammenlebens zu finden. Wenn alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen, gibt es weniger Anlass zum Streit. Wenn man sich nicht aus dem Weg gehen kann, sollte man Konflikte vermeiden oder schnell regeln. Für ein angenehmes Zusammenleben ist es auch hilfreich, einige Aktivitäten mit allen Haushaltsmitgliedern regelmäßig gemeinsam zu machen, z. B. das Ritual gemeinsamer Mahlzeiten, aber auch gemeinsame Freizeitaktivitäten (Gesellschaftsspiele, Basten, Puzzeln o. ä.). Die Zeit für sich selber kann man – statt ausschließlich mit Medienkonsum und Ablenkung – auch sinnvoll nutzen, indem man gezielt etwas für den eigenen Geist tut, z. B. durch Entspannung, Meditation oder Musikhören bzw. selbst Musizieren oder Singen.

9. Auf seriöse Informationsquellen achten

Es ist wichtig und möglich, nicht den Kopf zu verlieren. Einerseits sollten alle den Ernst der Lage erkennen und sich entsprechend verhalten. Andererseits gibt es trotz allem keinen Grund, in Panik zu verfallen. Wir leben in einem reichen Land mit vielen Ressourcen und werden diese Krise letztlich durchstehen. Eine sachliche und vernünftige Einschätzung der Lage hilft dabei, sich nicht zu viele Sorgen zu machen und die Zuversicht zu erhalten. Zu einer konstruktiven Bewältigung gehört, sich ausreichend und korrekt zu informieren. Halten Sie sich täglich auf dem Laufenden, aber achten Sie auf die Seriosität Ihrer Informationsquellen. Sie können hierzu insbesondere auf Informationen der Bundes- und Landesregierung sowie des Robert Koch-Instituts zurückgreifen. Leider kursieren im Internet schon wieder zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien, mit denen sich einige skrupellose Personen wichtig machen oder sogar Geld verdienen. Diese Fake News verführen zu falschen Einschätzungen und falschem Handeln. Sie sind insofern gefährlich, weil Nichtbeachtung von Sicherheitsempfehlungen uns alle gefährdet. Den Kindern sollte man die Lage in altersgerechter Sprache erläutern, ohne sie zu überfordern oder zu ängstigen. Die Botschaft sollte sein: Alles wird wieder gut, wir schaffen das!

10. Bei Überforderung Hilfe suchen

Wer den Eindruck hat, trotz alldem mit der Situation überfordert zu sein, oder bspw. unter Angstzuständen, Unruhe, starker Anspannung, Überaktivität, Gereiztheit, aggressiven Ausbrüchen oder ausgeprägter Niedergeschlagenheit leidet, sollte rechtzeitig mit dem professionellen Hilfesystem (z. B. Beratungsstellen bei den Krankenkassen, Sorgentelefon, psychotherapeutische Beratungsstellen) Kontakt per Telefon oder E-Mail aufnehmen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stephan Mühlig, Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Chemnitz, E-Mail stephan.muehlig@psychologie.tu-chemnitz.de

Quelle: Pressemitteilung vom 23.03.2020
Dipl.-Ing. Mario Steinebach Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Technische Universität Chemnitz
https://www.tu-chemnitz.de/tu/presseste ... uell/10055
https://idw-online.de/de/news743565


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WernerSchell
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Corona-Krise - aktuelles Wissen in Kürze

Beitrag von WernerSchell » 24.03.2020, 07:44

Corona-Krise - aktuelles Wissen in Kürze

Was Ärzte heute wissen = 100 Erkenntnisse zu Corona: In der Corona-Krise fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Die Rheinische Post hat 20 renommierte Ärzte gebeten, die Summe des aktuellen Wissens und Handlungsanweisungen in 100 Sätzen zusammenzufassen. > https://rp-online.de/leben/gesundheit/c ... deswestens

Im Übrigen: NRW hat die Regeln für die Notbetreuung von Kindern in Schulen und Kitas gelockert. Kinderärzte und Betreuer warnen nun vor neuen Infektionsketten! > https://rp-online.de/panorama/coronavir ... deswestens

Offensichtlich ist hinsichtlich der allgemeinen Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise die vielfach geäußerte Auffassung - von Bayern lernen - weiter richtig! - "Mit zwei kleinen Sprüngen kommt man nicht über einen Abgrund".

Coronavirus – Neue S1-Leitlinie gibt Empfehlungen für die hausärztliche Praxis!
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-054.html / https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... 7ac2e8834e

Ich befasse mich seit Monaten mit der Corona-Krise und habe einen guten laienhaften Überblick. Dabei fällt mir, wie vielen BundesbürgerInnen, auf, dass die NRW-Landesregierung eher eine unglückliche Figur abgibt. Herr Laschet streitet mit Herrn Söder, obwohl gerade dieser mit seiner konsequenteren Haltung völlig richtig vorgeht. Dass der Heinsberger Landrat jetzt China anschreibt und um Hilfe bittet, ist bezeichnemd. Empfehle die Sendung "Hart aber fair", 24.03.2020, 20.15 Uhr, >>> https://programm.ard.de/TV/tagesschau24 ... nder=28721

Die Sendung ist auch in der Mediathek anschaubar. Dazu folgender Hinweis:
hartaberfair-extra: Es ist ernst - wieviel Freiheit lässt uns Corona noch? - Sendung vom 23.03.2020 "Hart aber fair" ∙ Das Erste (2 Stunden - verfügbar bis 23.03.2021). Menschen sterben, die Corona-Epidemie schreitet fort - und die Regierung schränkt unsere Freiheit weiter ein: Grenzen und Läden dicht, keine Veranstaltungen, keine Nähe. Und was kommt, wenn das nicht hilft? Ein "hartaberfair-extra" mit Ihren Fragen, beantwortet von Experten und Politikern! Zu Beginn zeigt eine 30 minütige Reportage die aktuelle Situation in Deutschland.
https://www.ardmediathek.de/ard/player/ ... orona-noch

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Aktuell 220 Infektionen mit dem Coronavirus im Rhein-Kreis Neuss

Beitrag von WernerSchell » 24.03.2020, 18:28

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 209/2020
Datum: 24. März 2020



Aktuell 220 Infektionen mit dem Coronavirus im Rhein-Kreis Neuss

Rhein-Kreis Neuss. Aktuell ist im Rhein-Kreis Neuss bei 220 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Unverändert drei Erkrankte sind an den Folgen der Infektion gestorben. Kreisweit sind zehn Personen bereits wieder von der Infektion genesen. Von den mit dem Virus infizierten Personen wohnen 71 in Neuss, 39 in Dormagen, 37 in Grevenbroich, 32 in Meerbusch, 20 in Kaarst, 12 in Korschenbroich, 7 in Jüchen und 2 in Rommerskirchen.

835 Personen konnten bereits wieder aus der Quarantäne entlassen werden, da sie nach Ablauf der 14-tägigen Inkubationszeit keine Krankheitssymptome zeigten. Aktuell sind noch 942 Personen als begründete Verdachtsfälle auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes durch die jeweilige Stadt in Quarantäne gesetzt.

Im Seniorenheim St. Hubertusstift in Neuss hat sich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Bewohner auf 27 erhöht. Die Bewohner sind alle weiterhin in der Einrichtung und nicht in einem kritischen Zustand. Die notwendige ärztliche Versorgung ist dort sichergestellt. Die durch den Rhein-Kreis Neuss als WTG-Behörde mit dem Betreiber abgestimmten Maßnahmen zur Vermeidung einer Durchmischung von Bewohnern und Mitarbeitern wurden umgesetzt.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, appelliert weiter an die Bevölkerung, sich an Verhaltensregeln zu halten: "Ich rufe nochmals dringend auf: Es hängt jetzt von jedem einzelnen ab, dass Corona nicht zur Katastrophe wird. Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn es dringend notwendig ist, etwa zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Arbeit. Halten Sie auch dort Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen. Waschen Sie häufig die Hände, greifen Sie sich nicht ins Gesicht und essen Sie nicht ohne vorheriges Händewaschen. Beachten Sie die bekannten Hygienemaßnahmen. Nur so können wir erreichen, dass sich das Virus nicht wie bisher verbreitet. Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass sich heute noch Gruppen zum Feiern versammeln und die im Interesse der Allgemeinheit dringend notwendige Zurückhaltung fehlt."

Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 02181/601-7777 eine Hotline eingerichtet. Diese ist montags – freitags von 8 – 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 - 18 Uhr erreichbar. Aktuelle Informationen finden sich auf der Kreis-Homepage unter www.rhein-kreis-neuss.de/corona.

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Corona-Krise: Kontaktsperre hatte gute Gründe und ist alternativlos

Beitrag von WernerSchell » 25.03.2020, 09:13

Corona-Krise: Kontaktsperre hatte gute Gründe und ist alternativlos

"Corona: Kontaktsperre könnte rechtswidrig sein - trotzdem traut sich kaum einer zu widersprechen" (Quelle: https://www.fr.de/politik/coronakrise-d ... 1azLzSSl7s ). Der fehlende Widerspruch hat seine guten Gründe! Denn: Angesichts einer nie da gewesenen Bedrohung der (Welt)Bevölkerung rechtliche Zweifel an einer (eingeschränkten) Kontaktsperre zu formulieren, halte ich für wenig hilfreich. Es geht um Leben und Tod vieler Menschen. Insoweit müssen die staatlichen Organe konsequent vorgehen. Dass dies auch mit unserem Grundgesetz vereinbar ist, kann doch nicht ernstlich bezweifelt werden! Die getroffenen Maßnahmen sind alternativlos - müssen eher verstärkt werden.

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Infektionsschutz-Team des Gesundheitsamts ist unermüdlich im Corona-Einsatz

Beitrag von WernerSchell » 25.03.2020, 17:15

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 210/2020
Datum: 25. März 2020


Infektionsschutz-Team des Gesundheitsamts ist unermüdlich im Corona-Einsatz

Coronateam RKN 25032020.jpg
Coronateam RKN 25032020.jpg (1.34 MiB) 101 mal betrachtet

Bildtext: Als Infektionsschutz-Team des Kreisgesundheitsamts im Dauereinsatz (von links): Dezernent für Umwelt und Gesundheit Karsten Mankowsky, Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Michael Dörr, Frederic Held, Verwaltungsleiterin Nadine Broisch und Gesundheitsaufseher Klaus Stutz
Foto: A. Baum/Rhein-Kreis Neuss

Rhein-Kreis Neuss. Das Infektionsschutz-Team des Kreisgesundheitsamts steht in diesen Zeiten besonders im Fokus. Abgesehen von den Ermittlungen in neuen Corona-Fällen müssen über 1000 Bürgerinnen und Bürger in Quarantäne täglich telefonisch erreicht werden. „Wir verfügen nicht nur über eine ausgezeichnete Infrastruktur, sondern auch über viel engagiertes Personal, für dessen vorbildlichen Einsatz wir jetzt schon Danke sagen“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

„Der höchstmögliche Schutz der Bevölkerung im Rhein-Kreis Neuss ist auch jetzt unsere zentrale Aufgabe, und unser Gesundheitsamt arbeitet mit Hochdruck daran", erklärt der zuständige Dezernent Karsten Mankowsky. „Wir beschäftigen uns mit sehr komplexen Sachverhalten, die Ermittlungen in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegediensten erforderlich machen“, berichtet Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamts. Dabei gehe es etwa darum, positiv getesteten Patienten und Bewohnern trotz ihrer Infektion eine adäquate pflegerische und medizinische Betreuung zukommen zu lassen und bei dem betroffenen Fachpersonal auf Schutzmaßnahmen hinzuwirken.

Verwaltungsleiterin Nadine Broisch und ihr Vertreter Frederic Held organisieren die Arbeitsabläufe in der zuständigen Abteilung. Rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen unterstützen die zuständige Gesundheitsaufsicht inzwischen. Nach den steigenden Fallzahlen der vergangenen Tage wird weiteres Personal aus der Kreisverwaltung hinzugesteuert.

Momentan ist schnelles Handeln erforderlich, was zu Einsätzen zu jeder Tages- und Nachtzeit führt. Gesundheitsaufseher und Rettungsassistent Klaus-Werner Stutz stellt das Bindeglied zwischen Kreisleitstelle, Polizei und Gesundheitsamt her. „Meine aktuelle Tätigkeit im Außendienst verlangt neben meiner fachlichen Kenntnis auch viel Fingerspitzengefühl für die vorgefundene Situation,“ so der Mitarbeiter. Die Infizierten unter Quarantäne stellten vor allem allgemeine Verfahrensfragen, was Angehörige oder Arbeitgeber angehe beziehungsweise die Versorgung zu Hause. „Es ist schon sehr belastend für die Menschen, besonders für die Alleinerziehenden“, weiß Stutz.

Thilo Zimmermann
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Aktuell 220 Infektionen mit dem Coronavirus im Rhein-Kreis Neuss

Beitrag von WernerSchell » 25.03.2020, 17:20

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 213/2020
Datum: 25. März 2020



17 Erkrankte wieder genesen
Aktuell 220 Infektionen mit dem Coronavirus im Rhein-Kreis Neuss


Rhein-Kreis Neuss. Aktuell ist im Rhein-Kreis Neuss bei 220 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Kreisweit sind mittlerweile 17 Personen bereits wieder von der Infektion genesen. Unverändert drei Erkrankte sind an den Folgen der Infektion gestorben. Von den mit dem Virus infizierten Personen wohnen 71 in Neuss, 40 in Dormagen, 35 in Grevenbroich, 34 in Meerbusch, 20 in Kaarst, 11 in Korschenbroich, 7 in Jüchen und 2 in Rommerskirchen.

1 008 Personen konnten bereits wieder aus der Quarantäne entlassen werden, da sie nach Ablauf der 14-tägigen Inkubationszeit keine Krankheitssymptome zeigten. Aktuell sind noch 919 Personen als begründete Verdachtsfälle auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes durch die jeweilige Stadt in Quarantäne gesetzt.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, appelliert weiter an die Bevölkerung, sich an Verhaltensregeln zu halten: "Ich rufe nochmals dringend auf: Es hängt jetzt von jedem einzelnen ab, dass Corona nicht zur Katastrophe wird. Verlassen Sie die Wohnung nur, wenn es dringend notwendig ist, etwa zum Einkaufen, zum Arztbesuch oder zur Arbeit. Halten Sie auch dort Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen. Waschen Sie häufig die Hände, greifen Sie sich nicht ins Gesicht und essen Sie nicht ohne vorheriges Händewaschen. Beachten Sie die bekannten Hygienemaßnahmen. Nur so können wir erreichen, dass sich das Virus nicht wie bisher verbreitet. Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass sich heute noch Gruppen zum Feiern versammeln und die im Interesse der Allgemeinheit dringend notwendige Zurückhaltung fehlt."

Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 02181/601-7777 eine Hotline eingerichtet. Diese ist montags – freitags von 8 – 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 - 18 Uhr erreichbar. Aktuelle Informationen finden sich auf der Kreis-Homepage unter www.rhein-kreis-neuss.de/corona.

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Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie ... Empfehlungen ...

Beitrag von WernerSchell » 26.03.2020, 07:01

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Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie

Klinisch-ethische Empfehlungen
der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) der Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM)*1

Von den Fachgesellschaften verabschiedete Fassung vom 25.03.2020
* 1 Der Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin unterstützt mit einem Mehrheitsvotum die genannten Empfehlungen


Die Empfehlung sind nachlesbar unter folgender Adresse
>>> https://www.divi.de/empfehlungen/publik ... hlung/file


Quelle: Mitteilung vom 25.03.2020
EthikZentrum.de
Zentrum für Angewandte Ethik
Dr. Arnd T. May (Geschäftsführer)
Krämerbrücke 33
99084 Erfurt

Postanschrift:
Zentrum für Angewandte Ethik
Postfach 80 07 61
99033 Erfurt


+++
Siehe auch:
COVID-19: Intensiv- und Notfallmediziner legen klinisch-ethische Entscheidungs-Empfehlungen vor
Pressemitteilung vom 26.03.2020
Torben Brinkema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.
>>> https://idw-online.de/de/news743715

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Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise

Beitrag von WernerSchell » 27.03.2020, 08:53

Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise

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Die gegenwärtige Pandemie fordert unsere Gesellschaft in beispielloser Form heraus und führt zu schwerwiegenden ethischen Konflikten. Der Deutsche Ethikrat befürwortet die aktuell zur Eindämmung der Infektionen ergriffenen Maßnahmen, auch wenn sie allen Menschen in diesem Land große Opfer abverlangen. Freiheitsbeschränkungen müssen jedoch kontinuierlich mit Blick auf die vielfältigen sozialen und ökonomischen Folgelasten geprüft und möglichst bald schrittweise gelockert werden.

Für diesen schwierigen Abwägungsprozess will der Ethikrat mit seiner heute veröffentlichten Ad-hoc-Empfehlung „Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise“ ebenso ethische Orientierungshilfe leisten wie für die im Gesundheitssystem drohenden dramatischen Handlungs- und Entscheidungssituationen.

Der ethische Kernkonflikt besteht darin, dass ein dauerhaft hochwertiges, leistungsfähiges Gesundheitssystem gesichert werden muss und zugleich schwerwiegende Nebenfolgen für Bevölkerung und Gesellschaft möglichst gering zu halten sind. Das erfordert eine gerechte Abwägung konkurrierender moralischer Güter, die auch Grundprinzipien von Solidarität und Verantwortung einbezieht und sorgfältig prüft, in welchem Ausmaß und wie lange eine Gesellschaft starke Einschränkungen ihres Alltagslebens verkraften kann.

Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, sagte dazu: „In dieser Krise ungekannten Ausmaßes können wir uns glücklich schätzen, so große Solidaritätsressourcen in unserer Gesellschaft zu besitzen. Wir müssen aber ehrlich sein: Auch mit diesen Ressourcen gilt es sorgsam umzugehen und Spannungen zwischen unterschiedlichen Ansprüchen bedürftiger Gruppen fair auszuhandeln.“

Der Ethikrat möchte Politik und Gesellschaft dafür sensibilisieren, die verschiedenen Konfliktszenarien als normative Probleme zu verstehen. Ihre Lösung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es widerspräche dem Grundgedanken demokratischer Legitimation, politische Entscheidungen an die Wissenschaft zu delegieren und von ihr eindeutige Handlungsanweisungen für das politische System zu verlangen. Gerade schmerzhafte Entscheidungen müssen von den Organen getroffen werden, die hierfür durch das Volk mandatiert sind und dementsprechend auch in politischer Verantwortung stehen. Die Corona-Krise ist die Stunde der demokratisch legimitierten Politik.

Wesentlicher Orientierungspunkt für die nahe Zukunft ist die weitgehende Vermeidung von Triage-Situationen, in denen Ärzte zu entscheiden gezwungen wären, wer vorrangig intensivmedizinische Versorgung erhalten und wer nachrangig behandelt werden soll. Der Staat darf menschliches Leben nicht bewerten und deshalb auch nicht vorschreiben, welches Leben in einer Konfliktsituation zu retten ist. Die Verantwortung, in solchen dilemmatischen Situationen katastrophaler Knappheit medizinischer Ressourcen über Leben und Tod zu entscheiden, sollte aber auch keinesfalls allein den einzelnen Ärztinnen und Ärzten aufgebürdet werden. Schon aus Gründen der Gleichbehandlung, aber auch um der allgemeinen Akzeptanz willen bedarf es vielmehr weithin einheitlicher Handlungsmaximen für den klinischen Ernstfall nach wohlüberlegten, begründeten und transparenten Kriterien. Hierzu sind bereits erste Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften erschienen.

Zugleich gilt es, die aktuellen freiheitsbeschränkenden Infektionsschutzmaßnahmen fortlaufend kritisch zu evaluieren. Dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus erheblich zu verlangsamen, muss zwar auch aus Sicht des Deutschen Ethikrates derzeit die größte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dabei ist jedoch auch jetzt schon die mittel- und langfristig bedeutsame Frage in den Blick zu nehmen, unter welchen Voraussetzungen und auf welche Weise eine geordnete Rückkehr zu einem einigermaßen „normalen“ gesellschaftlichen und privaten Leben sowie zu regulären wirtschaftlichen Aktivitäten erfolgen kann, um die ökonomischen, kulturellen, politischen und psychosozialen Schäden möglichst gering zu halten.

Konkret empfiehlt der Ethikrat für die nächste Zeit unter anderem folgende Einzelmaßnahmen:

• weiteres Aufstocken und Stabilisieren der Kapazitäten des Gesundheitssystems
• Einführung eines flächendeckenden Systems zur Erfassung und optimierten Nutzung von Intensivkapazitäten
• Abbau bürokratischer Hürden und bessere Vernetzung im Gesundheitssystem und mit anderen relevanten Gesellschaftsbereichen
• weiterer Ausbau von Testkapazitäten
• weitere kontinuierliche Datensammlung zu individueller und Gruppenimmunität und zu Verläufen von Covid-19
• breite Förderung/Unterstützung von Forschung an Impfstoffen und Therapeutika sowie Vorbereitung von Förderstrukturen für deren massenhafte Produktion und Einführung
• Unterstützung von interdisziplinärer Forschung zu sozialen, psychologischen und anderen Effekten der Maßnahmen im Rahmen der Covid-19-Pandemie
• Entwicklung von effektiven und erträglichen Schutz- und Isolationsstrategien für Risikogruppen
• eine fundierte Strategie für die transparente und regelmäßige Kommunikation zu ergriffenen Maßnahmen und zur politischen Entscheidungsfindung im Zusammenhang mit Covid-19
• ein Überdenken der Angemessenheit föderaler Lösungen im Katastrophenfall sowie konkrete Berechnungen der zu erwartenden Kosten durch ergriffene Maßnahmen und Alternativszenarien

Der vollständige Wortlaut der Ad-hoc-Empfehlung ist abrufbar unter https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publ ... -krise.pdf

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. theol. Peter Dabrock
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Fachbereich Theologie
Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)
E-Mail: peter.dabrock@fau.de

Prof. Dr. iur. Steffen Augsberg
Justus-Liebig-Universität Gießen
Professur für Öffentliches Recht
E-Mail: steffen.augsberg@recht.uni-giessen.de

Prof. Dr. med. Alena Buyx
Institute of History and Ethics in Medicine
Technische Universität München
E-Mail: a.buyx@tum.de

Originalpublikation:
https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publ ... -krise.pdf

Quelle: Pressemitteilung vom 27.03.2020
Ulrike Florian Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Ethikrat
https://idw-online.de/de/news743776

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