Quartierskonzepte gestalten – Kommunen in der Pflicht ...

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WernerSchell
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Anforderungen an die Personalbesetzung in Pflegeheimen im Nachtdienst

Beitrag von WernerSchell » 09.04.2019, 07:02

Die Anforderungen an die Personalbesetzung in Pflegeheimen im Nachtdienst müssen sich an BewohnerInnen-Bedürfnissen ausrichten!
Ein vom VG Sigmaringen ergangenes Urteil vom 07.03.2019 (Az.: 9 K 1720/17) verdient bei rein formaler Betrachtung Anerkennung. Es muss aber davon ausgegangen werden, dass der mittels Landespersonalverordnung bestimmte Personalschlüssel für den Nachtdienst den Anforderungen an eine gute Pflege nicht gerecht werden kann. Ein solcher Stellenschlüssel muss im Zweifel deutlich mehr Personal vorsehen. Im Übrigen muss sich der Personaleinsatz an den BewohnerInnen-Bedürfnissen ausrichten und damit gewährleisten, dass erforderliche Hilfe und Untersützungsleistungen auch in der Nacht unter Berücksichtung der Anforderungen in § 11 SGB XI erbracht werden können.
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =3&t=23155

WernerSchell
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Welttag der Patientensicherheit am 17.09.2023 - Kehrtwende in der Pflege dringend geboten

Beitrag von WernerSchell » 19.09.2023, 06:01

Bild
> https://www.tag-der-patientensicherheit.de/


Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (18. September 2023, Nr. 38/2023)


Welttag der Patientensicherheit am 17.09.2023
Deutscher Pflegerat fordert komplette Kehrtwende in der Pflege!
Mehr Pflegepersonal, besser ausgebildet, mehr Rechte - mehr Patientensicherheit


Gestern war der Welttag der Patientensicherheit (17. September), der unter dem Motto „Mehr Sicherheit. Für und mit Patientinnen und Patienten. Stimme der Patientinnen und Patienten stärken“ stand. Hierzu Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR):

„Die Patientensicherheit in Deutschland ist höchst labil und zudem auf Zeit gebaut. Deutschland hat massive Probleme genügend Mitarbeitende in der Pflege zu gewinnen und zu halten. Die Demografie schlägt dreifach zu: Zum einen durch einen steigenden Pflegebedarf, weil wir alle älter werden. Zum zweiten im sinkenden Erwerbspotential, von dessen Wirkungen alle Branchen in Deutschland betroffen sind. Zum dritten durch geringere Ausbildungszahlen in den Pflegeberufen, bedingt durch den Geburtenrückgang. Zudem werden auch die Mitarbeitende der Pflege älter.

Die Situation ist absolut prekär. Für viele Hilfebedürftige ist der Zugang zur Pflege inzwischen verwehrt, weil wegen Personalmangel die Anbieter für sie keine Leistungen zur Verfügung stellen können. Die Patientensicherheit durch ein professionelles Pflegesystem stellt sich in diesen Fällen erst gar nicht.

Deutschland benötigt eine komplette Kehrtwende in der Pflege und den Mut, diese auch endlich zu vollziehen anstatt (wieder) zu diskutieren. Der Deutsche Pflegerat fordert alle Beteiligten dazu auf, den Blick auf die Praxis zu richten. Gesetzgebung, die in der Praxis nicht ankommt, Verordnungen, die die Dinge komplizierter machen, Finanzierungsstrukturen, die kaum noch verständlich sind – das gefährdet Patient:innen und Pflegebedürftige jeden Tag.

Benötigt werden neben einem rigiden Abbau von Bürokratie angemessene Arbeitsbedingungen, Selbstverwaltungsstrukturen im Bund und Ländern, eine selbständige Ausübung von Heilkunde verbunden mit einer kompletten Neugestaltung der Kompetenzen aller Gesundheitsberufe sowie durchlässige und bundesweit gültige Pflegebildungsstrukturen.“

Ansprechpartner*in:
Christine Vogler
Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0151 650 617 86 | E-Mail: m.schulz@deutscher-pflegerat.de

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Alt-Moabit 91, 10559 Berlin

Telefon: (030) 398 77 303 | Telefax: (030) 398 77 304
E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de | Internet: www.deutscher-pflegerat.de

Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 18 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Annemarie Fajardo.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V. (DGP); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Initiative Chronische Wunden e.V. (ICW); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V. (VPU).


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Siehe auch unter
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=817
> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 9292#p9292

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