Politiker wollen Konzept für "Präventive Hausbesuche"

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Politiker wollen Konzept für "Präventive Hausbesuche"

Beitrag von WernerSchell » 22.02.2022, 07:38

NGZ-Bericht vom 02.12.2021
Politiker wollen Konzept für „Präventive Hausbesuche“
Rhein-Kreis Senioren sollen bis ins hohe Alter ein eigenständiges Leben im gewohnten Umfeld sowie in den eigenen vier Wänden führen. Das soll das Konzept der „Präventiven Hausbesuche“ ermöglichen. Was steckt dahinter?
Von Anneli Goebels
Mit einem Konzept für „Präventive Hausbesuche“ für Senioren ab 75 Jahren wird sich nun die Kreisverwaltung beschäftigen. Einen entsprechenden Antrag in der digitalen Sitzung des Kreisausschusses für Soziales und Wohnen hatten die Fraktionen von SPD und Bündnis90/Die Grünen gestellt. Abgestimmt werden konnte wegen der Form der Sitzung darüber nicht, doch in der Sache zeigten sich die Politiker mit dem Antrag einverstanden. Dirk Rosellen, Fraktionsvorsitzender der FDP, betonte aber, dass es seiner Partei wichtig sei, dass Senioren diese Besuche auch ablehnen können. „Natürlich“, meldete sich Udo Bartsch, SPD-Fraktionsvorsitzender zu Wort, „das wird nur ein Angebot sein. Wer darauf nicht reagiert, bei dem soll nicht noch einmal angefragt werden.“
… (weiter lesen unter) … > https://rp-online.de/nrw/staedte/rhein- ... d-64346507


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Aufgrund der o.a. Berichterstattung gab es am 02.12.2021 folgende Zuschrift an den Rhein-Kreis Neuss:

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


02.12.2021

An den
Rhein-Kreis Neuss
Kreisausschuss für Soziales und Wohnen



Politiker wollen Konzept für "Präventive Hausbesuche"
NGZ-Bericht vom 02.12.2021 informiert
Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/rhein- ... d-64346507

Sehr geehrte Damen und Herren,

die NGZ berichtet heute über ein Konzept zur Gestaltung von "Präventiven Hausbesuchen" im Rhein-Kreis Neuss.

Dazu teile ich mit:

Über "Präventive Hausbesuche" wurde bereits vor über 10 Jahren in der Gesundheitskonferenz des Rhein-Kreises Neuss und einem dazu geschaffenen Ausschuss ausführlich diskutiert. Das Thema war von mir angestoßen worden. Obwohl man nach längeren Erörterungen positiv reagieren wollte, kam es dann im damaligen Sozialausschuss (nach einem entsprechenden Antrag von Herrn N. Kallen zu einer Ablehnung). Es war seinerzeit geplant, "Präventive Hausbesuche" zunächst als Muster-Projekt in Neuss-Erfttal anzubieten.

Mit Rücksicht auf die mir eigentlich unverständliche Ablehnung habe ich dann den SKM, Gemeinwesenzentrum - Bürgerhaus Erfttal, dafür gewinnen können, dass wir ohne Unterstützung des Kreises und ohne Finanzierung entsprechende Angebote in Erfttal gestalten. Dies geschah am 18.01.2012 in einer Auftaktveranstaltung (siehe dazu u.a. > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =7&t=16662 ). Es war früh klar, dass die Angebote erfolgreich waren. Allerdings zeigten sich auch Grenzen bei der Durchführung. Es funktionierte jedoch eine vielfältige Beratung, weil ich selbst intensiv daran beteiligt sein konnte (bis heute). Hinderlich sind allerdings z.Zt. die vielfältigen Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie (> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... hp?f=2&t=3 ).

Im weiteren Verlauf wurde aus dem Erfttaler Projekt ein Lotsenpunkt, der zunächst vom Erzbistum Köln bescheiden finanziert wurde. Dann übernahm die Stadt Neuss den Lotsenpunkt. Inzwischen hat die Stadt Neuss 10 solcher Lotsenpunkte im Angebot, allerdings mit nur bescheidener Finanzausstattung. Hinsichtlich der Angebote dieser Lotsenpunkte sehe ich Optimierungsbedarf.

Unabhängig von den hier und im Stadtgebiet Neuss aufgelegten Angeboten habe ich auf Kreisebene weiter für eine ordentlich dotierte Gestaltung von "Präventiven Hausbesuchen", auch als Quartierskonzept bezeichnet, geworben. Mehrfach wurden auf meinen Antrag hin Fachveranstaltungen seitens des Kreises angeboten (siehe u.a. > https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... 082015.pdf ). Aber leider ergab sich daraus keine Ausweitung der in Neuss bescheiden begonnenen Unterstützungsleistungen.

In den letzten Jahren wurde von hier mit weiteren Aktionen zur Ausweitung der Projekte gezögert, weil das Thema "Präventive Hausbesuche" auch Gegenstand der Koalitionsvereinbarungen der Berliner Groko war. Um entsprechende Maßnahmen in Gang zu bringen, habe ich mehrfach das Bundesgesundheitsministerium angeschrieben. Letztlich hat diese Koalitionsvereinbarung keine Beachtung gefunden. Es war schlicht ein Flop.

Die Koalitionäre der "Ampel" wurden daher vor einigen Wochen von mir auf das Thema Pflege aufmerksam gemacht und aufgezeigt, was insoweit vorrangig zu reformieren ist. Dabei wurde erneut auf die "Präventiven Hausbesuche" hingewiesen. Was nun hinsichtlich der Vorschläge veranlasst wird, bleibt offen. Ich fürchte aber, dass wegen der angehäuften Schuldenlast (allein wg. der Corona-Pandemie über 500 Milliarden Euro - steigend) nur bescheidene Reformen möglich sind. Es wird z.B. bis zum Jahr 2030 mit einer erheblich steigenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen und einem Bedarf von rd. 500.000 Pflegekräften gerechnet (siehe insoweit auch die angefügte Presseinfo vom 01.12.2021). Was dies finanziell bedeutet, muss ich nicht näher erläutern.

Wenn nun auf Kreisebene "Präventive Hausbesuche" angeschoben werden sollen, begrüße ich das sehr. Allerdings rate ich dringend dazu, insoweit alle bisher gewonnenen Erkenntnisse zu berücksichtigen. Die Hausbesuche müssen grundsätzlich von entsprechend vorgebildeten Kräften vorgenommen werden (vielleicht ergänzt durch qualifizierte Ehrenamtler) und wohl grundsätzlich per Brief (mit Bürgermeisterunterschrift) angeboten bzw. angekündigt werden. Dafür müssen ausreichend finanzielle Mittel in die Hand genommen werden. Es macht aber Sinn so zu verfahren, weil eine gute Beratungsarbeit, zielgerichtet Unterstützungsleistungen gestalten hilft und dann letztlich Heimaufenthalte vermieden oder zumindest weit hinausgezögert werden können.

Ob und ggf. inwieweit eine Beteiligung des am 01.08.20021 in Gang gekommenen Pflege-Selbsthilfebüros möglich und sinnvoll ist, müsste gesondert geprüft werden. - Siehe dazu auch > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2161#p2161 bzw. > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2162#p2162

Es war übrigens beabsichtigt, beim für den 06.05.2020 geplanten Pflegetreff mit dem Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann über Pflegenotstand und Quartiersarbeit zu diskutieren. Wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung jedoch frühzeitig abgesagt werden. Siehe insoweit die umfänglichen Informationen > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =7&t=23481

Für weitere Informationen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Schell - Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
https://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7 bzw. https://twitter.com/SchellWerner

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Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert - eine umfassende Reform an "Haupt und Gliedern" ist dringlich. Jedes Zögern macht alles nur noch schwieriger! - Statement vom 28.06.2021 >>> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=194



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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige


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In den sozialen Netzwerken gepostet:

"Wer soll uns in Zukunft pflegen?" - Eine Live-Sendung vom Deutschlandfunk vom 27.02.2015 abhörbar unter http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwe ... pflege.mp3 Die hiesigen Aussagen, v.a. zu den vielfach geforderten kommunalen Unterstützungshilfen (Präventive Hausbesuche), sind weiter zutreffend (> viewtopic.php?f=5&t=518 ). Die notwendigen Reformen stehen immer noch aus! - Im Studio: Werner Schell, Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk. Zugeschaltet Karl-Josef Laumann, 2015 Pflege- und Patientenbeauftragter der Bundesregierung (Berlin) und Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung, Mitglied des Netzwerks Soziales neu gestalten (SONG). Die Fachgespräche wurden durch weitere Zuschaltungen und Anrufer ergänzt.

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