Pflegenotstand - Hilfreiche Reformen sind (noch) nicht in Sicht

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Pflegenotstand - Hilfreiche Reformen sind (noch) nicht in Sicht

Beitrag von WernerSchell » 29.11.2021, 07:15

Bild Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
Unabhängige und gemeinnützige Interessenvertretung
für hilfe- und pflegebedürftige Menschen in Deutschland
Harffer Straße 59 - 41469 Neuss


20.09.2021


Pflegenotstand - Hilfreiche Reformen sind (noch) nicht in Sicht


Pflegenotstand, ambulant und stationär, ist offensichtlich nur ein Thema der unmittelbar "Betroffenen" (= pflegebedürftige Menschen, pflegende Angehörige, Pflegekräfte und einige Kenner der Szene mit Expertenwissen, die sich wegen der Pflegemisere immer wieder zu Wort melden und Reformen einfordern). - Alle anderen Bürgerinnen und Bürger sind wohl teilweise interessiert (denken an eigene Hilfeerfordernisse), engagieren sich aber eher nicht - denken: das wird schon. Und das ist ein fataler Irrtum!

Parteien präsentieren sich mit vielen wohlklingenden Reformabsichten und Versprechen in alle Richtungen. Für die Gestaltung guter Pflegebedingungen hat das aber bislang nichts gebracht. Die bisherigen Reformen können dem nicht einmal ansatzweise gerecht werden. - Auch in allernächster Zeit sind wohl eher keine wirkungsvollen Verbesserungen zu erwarten, weil angesichts der in letzter Zeit aufgehäuften Staatsverschuldung (rd. 500 Milliarden Euro mit steigender Tendenz) die erforderlichen Finanzmittel fehlen werden.

Es gibt auch wieder Schnapsideen, wie man die Pflege verbessern sollte. Aiwanger, FW in Bayern, will (Langzeit)Arbeitslose in der Pflege einsetzen. Früher waren es schon mal die Schleckerfrauen usw. - Die Vorschläge von Aiwanger liegen völlig daneben. Wer über die Pflege und die erforderliche Pflegereform redet, sollte schon ein wenig Ahnung haben. Die Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. Dazu gehören u.a. qualifiziertes Personal mit ausreichenden Stellenschlüsseln und deutlich verbesserten Vergütungen!

Der Bayerische Gesundheitsminister Holetschek konterte Aiwangers Ideen folgerichtig und hält eine Revolution in der Pflege für notwendig: "Unser Ziel ist es, die Pflege zu professionalisieren und den Beruf aufzuwerten. Mit Zwangsdiensten wird uns das nicht gelingen."

Ausreichend qualifizierte Pflegekräfte können gerne durch Pflegehilfskräfte, Assistenzkräfte bzw. Ehrenamtler unterstützt werden. Aber in erster Linie muss die Fachlichkeit durch entsprechende gesetzliche Vorgaben gewährleistet sein! Denn in den Stationären Pflegeeinrichtungen sind die schwerstpflegebedürftigen Menschen (viele davon demenziell erkrankt) untergebracht. Es ist ein Trugschluss anzunehmen, allein mehr Hilfskräfte könnten die seit vielen Jahren bekannten Pflegemängel auflösen. Problembereiche, die zwingend Fachkompetenz erfordern sind z.B.: Arzneimittelversorgung, Psychopharmaka, Fixierungen, Mangelernährung, unzureichende Mobilisation - Reha -, Zuwendung im Zusammenhang mit pflegerischen Verrichtungen, Sterbebegleitung …. Hilfskräfte sind eine Ergänzung, aber kann Ersatz für die Pflegefachkräfte (> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2137#p2137 ).

Es wird nach all dem geboten sein, in aller Deutlichkeit den Pflegenotstand immer wieder anzusprechen. Die pflegebedürftigen Menschen dürfen trotz Klimawandel, Sorgen der nachfolgenden Generation, Rentenmisere, Digitalisierung, illegale Zuwanderung usw. nicht vergessen werden!

Parteien, die auf Wachstum setzen, sollten im Übrigen bedenken, dass auch kommunale Quartierskonzepte mit präventiven Hausbesuchen und der Gestaltung von wohnortnahen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen viel bewirken können. Dienstleistungen dieser Art, nahe bei den Menschen, können auch kräftiges Wachstum in Gang bringen.

Dies zu verdeutlichen, war eigentlich im Rahmen des für den 06.05.2020 geplanten Neusser Pflegetreffs, der wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, vorgesehen. Die insoweit gegebenen Hinweise sind weiterhin zutreffend (> https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =7&t=23481 ).

Werner Schell

Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
https://www.wernerschell.de - Pflegerecht und Gesundheitswesen
Infos auch bei https://www.facebook.com/werner.schell.7 bzw. https://twitter.com/SchellWerner


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Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert - eine umfassende Reform an "Haupt und Gliedern" ist dringlich. Jedes Zögern macht alles nur noch schwieriger! - Statement vom 28.06.2021 >>> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=194

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Dazu in den sozialen Medien gepostet:


• "Der Wahlkampf spielt sich komplett auf moralischen Nebenschauplätzen ab." - Florian Schröder, Kabarettist (zitiert in Rhein. Post am 19.09.2021)
• Schlumpfiges Grinsen im Wahlkampf und völlig unverbindliche - zum Teil inhaltslose - Aussagen (Sprechblasen) und schrille Töne … helfen nicht weiter!
• Pflegereformankündigungen kommen vereinzelt vor - unterscheiden sich aber nicht wirklich von dem, was wir seit vielen Jahren hören … Die Frage nach der menschenwürdige Pflege und uneingeschränkt guten Patientenversorgung wird wohl unbeantwortet bleiben!
• Auch die aktuellen Fragen, wie die innere Sicherheit dauerhaft gewährleistet werden kann, bleiben offen. - Ohne Sicherheit keine Freiheit!

Und dann sollte noch Loriot zu Wort kommen …


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Aus Forum > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 2909#p2909

Bemerkenswert ist, dass es nur bescheidene Andeutungen hinsichtlich einer Pflegereform gibt. Im Sonderungspapier heißt es: "Wir wollen eine Offensive für mehr Pflegepersonal. Hochwertige Pflege gibt es nur mit gut ausgebildeten Pflegekräften, guten Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen in der Pflege. Wir wollen mehr qualifizierte ausländische Pflegekräfte gewinnen und die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. Pflegerinnen und Pfleger sollen mehr Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit mit den Patientinnen und Patienten haben. Das wollen wir durch Entbürokratisierung, die Nutzung digitaler Potentiale und klare bundeseinheitliche Vorgaben bei der Personalbemessung gewährleisten." Diese wohlklingenden Äußerungen, bereits seit vielen Jahren politisches Vokabular, lassen die Vermutung zu, dass es insoweit bislang keine bemerkenswerten Annäherungen oder Übereinstimmungen gegeben hat.

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Ergänzende Info vom 21.10.2021:
„Spahn hat viel gemacht, aber wenig bewegt“, so lautet die aktuelle Beurteilung von Sylvia Bühler vom Verdi-Bundesvorstand. Laut Bühler sind die grundlegenden Probleme in der Altenpflege ungelöst (Quelle: Altenpfleger-Newsletter vom 21.10.2021). … Und diese Einschätzung wird von zahlreichen Verbänden und Experten geteilt. Aber nicht nur die Altenpflege ist dramatisch notleidend, sondern das gesamte Pflegesystem, ambulant und stationär! … Siehe dazu auch das hiesige Statement vom 20.09.2021 > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=242

WernerSchell
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Die neue Bundesregierung ("Ampel") kann ihre Arbeit aufnehmen und die vereinbarten Reformen in Gang bringen ...

Beitrag von WernerSchell » 09.12.2021, 07:47

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08.12.2021

Die neue Bundesregierung ("Ampel") kann ihre Arbeit aufnehmen und die vereinbarten Reformen in Gang bringen …

Mit der Wahl von Olaf Scholz zum Bundeskanzler kann eine neue Bundesregierung ("Ampel") ihre Arbeit aufnehmen. und die im Koalitionsvertrag (> https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/ ... 1-2025.pdf / > https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... l-101.html ) vereinbarten Reformen in Gang bringen. Einige Koalitionäre haben bereits angekündigt, dass den BürgerInnen und Bürgern einiges zugemutet werden müsse. Diese Ankündigung muss nachdenklich stimmen. Fakt ist, dass bereits jetzt von einer Schuldenexplosion bei den öffentlichen Haushalten auf Bundes-, Länder und Kommunalebene gesprochen werden muss (Tendenz steigend). Erste kräftige Kostensteigerungen in Verbindung mit einer hohen Inflationsrate geben zusätzlich Anlass zur Sorge.

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Die präsentierten Ministerinnen und Minister müssen akzeptiert werden. Andere haben wir nicht. Bezüglich der Eignung der Ministerinnen und Minister kann es unterschiedliche Meinungen geben. Ob die getroffene Wahl richtig war, wird sich alsbald zeigen, wenn es darum geht, die Koalitionsvereinbarungen umzusetzen bzw. auf die gesellschaftlichen Anforderungen richtig zu reagieren.

"Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes.
Es muss gelingen, das zu tun, was erforderlich ist."

Winston Churchill

Einige Reformen erscheinen dringend geboten, andere wiederum sind eher entbehrlich/problematisch (z.B. Legalisierung von Cannabis > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 3018#p3018 - In allen Bereichen muss aber berücksichtigt werden, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung angemessene Sicherheitsmaßnahmen in vielen Politikfeldern erfordert (angefangen bei der aktuellen Pandemiebekämpfung bis hin zur Unterbindung der illegalen Migration mit ihren vielfältigen Fehlentwicklungen).

Der Pflegenotstand gehört vorrangig auf die Tagesordnung und muss endlich aufgelöst werden … > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 3463#p3463

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Bereits am 09.09.2017 habe ich in Köln bei einer Pflegedemo mit dem neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum Pflegenotstand diskutiert und die gebotenen Handlungsanforderungen deutlich aufgezeigt (siehe auch unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=300 / > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 3463#p3463 )!

Werner Schell
Diplom-Verwaltungswirt - Oberamtsrat a.D. - Buchautor/Journalist - Dozent für Pflegerecht
Mitglied im Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V.- https://www.vmwj.de
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Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk
führt regelmäßig Pflegetreffs mit bundesweiter Ausrichtung durch.
ist Initiator bzw. Mitbegründer des Quartierkonzeptes Neuss-Erfttal.
ist Unterstützer von "Bündnis für GUTE PFLEGE".
ist Unterstützer der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen".
tritt für wirksame Patientenrechte und deren Durchsetzung ein.
unterstützt im Rahmen der Selbsthilfe auch Patienten mit Schlaganfall einschließlich deren Angehörige.
ist Mitgründer und Mitglied bei "Runder Tisch Demenz" (Neuss).


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Die neue Bundesregierung – alle Ministerinnen und Minister auf einen Blick … > https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... eskabinett

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