Der Pflegenotstand bedarf schnellstmöglich einer Reform an „Haupt und Gliedern“

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Der Pflegenotstand bedarf schnellstmöglich einer Reform an „Haupt und Gliedern“

Beitrag von WernerSchell » 12.07.2025, 07:09

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Der Pflegenotstand bedarf schnellstmöglich einer Reform an „Haupt und Gliedern“

Bislang haben seit Einführung der Pflegeversicherung alle Gesundheitsminister versucht, durch das, was sie Reformen nannten, die Leistungsansprüche pflegefreundlich zu gestalten. Herausgekommen sind aber immer nur Korrekturen, bei denen immer nur an kleinen „Schräubchen“ gedreht wurde. Die seit vielen Jahren gegebene Notstandssituation muss man wohl mittlerweile als Pflegekatastrophe einstufen. Selbst der Bundesrechnungshof warnte am 07.07.2025 vor einer Finanzlücke von 12,3 Milliarden Euro in der gesetzlichen Pflegeversicherung!
Nun macht die neue Bundesgesundheitsministerin einen neuerlichen Anlauf, die für alle Beteiligten aus dem Ruder laufenden Kosten zu begrenzen und die Leistungsansprüche auf eine erträgliche Basis zu stellen. Dazu wurde jetzt eine Kommission eingesetzt, die bis zum Jahresende Reformvorschläge machen soll. Dies habe ich am 09.07.2025 zum Anlass genommen, die für die Pflege aktuell zuständigen Personen / Institutionen anzusprechen und konkrete Handlungsanforderungen aufzuzeigen. Für weitere Hinweise und Informationen habe ich Gesprächsbereitschaft signalisiert. --- Dies wird möglicherweise mein letzter Versuch nach jahrzehntelangem Bemühen sein, bessere Pflegebedingungen gestalten zu helfen. – Werner Schell


Meine aktuellen Ausführungen zu einer dringend notwendigen Reform der Pflegeversicherung an „Haupt und Gliedern“ werden wie folgt auszugsweise vorgestellt:

… Seit Jahrzehnten befasse ich mich mit der pflegerischen Versorgung (habe in den 1960er Jahre über 10 Jahre selbst in der Familie mit gepflegt und dann zurückliegend über 30 Jahre als Ehrenamtler für bessere Pflegebedingungen gekämpft – mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, des Landesverdienstordens NRW und weiteren Ehrungen). Hier vor Ort gab es in den letzten 10 Jahren über 30 Pflegetreffs, bei denen alle relevanten Pflegethemen diskutiert und Handlungsanforderungen formuliert wurden. Bundes- und Landpolitiker, Patienten- und Pflegebeauftragte sowie namhafte Pflegeexperten saßen jeweils auf dem Podium.

Aufgrund meiner vielfältigen Erfahrungen an der „Pflegefront“ gibt es seit Anfang der 2000er Jahre einen Pflegenotstand, der von keinem Gesundheitsminister wirkungsvoll zur Kenntnis genommen worden ist. Es wurde bei sog. Pflegereformen immer nur an kleinen Schräubchen gedreht und manches sogar in die falsche Richtung gestaltet.

Mittlerweise müssen wir bei der Pflegeversicherung nicht nur von einem Pflegenotstand, sondern von einer Pflegekatastrophe sprechen (unzumutbar steigende Eigenleistungen und Beiträge, aber auch fehlende stationäre Angebote wegen Fachkräftemangel, Triage kommt zunehmend vor, Pflegedienste kommen an Kapazitätsgrenzen ….usw.). Eigene ungute Erfahrungen nach Sturz (siehe oben) haben das alles bestätigt.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt (im Übrigen kommen bald Millionen Boomer mit Pflege- und Versorgungsansprüchen). Aber die seit einigen Jahren massiv gestiegene Zahl pflegebedürftiger Menschen hat einen Grund, der behebbar erscheint. Es war nämlich so, dass vor einigen Jahren die 3 Einstufungsmöglichkeiten / Schulnoten in 5 Pflegegrade umgewandelt worden sind. Dabei hat man den Kreis der Leistungsberechtigten massiv ausgeweitet. Danach ist es so, dass die entsprechenden Einstufungskritisieren so gestaltet sind, dass auch Personen finanzielle Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen können, die sich mit einigen geringen Einschränkungen selbst und ohne jegliche Pflegehilfe im Alltag zurechtfinden. Dies sollte korrigiert werden. Es wird erhebliche Einsparungen geben und die Zahl der Leistungsempfänger wird geschätzt um einige hunderttausend sog. Pflegefälle sinken.

Mein Ansatz seit vielen Jahren: Wir müssen uns stärker auf die schwerst-pflegebedürftigen Menschen konzentrieren und insoweit wirkungsvoller helfen.

Leider wird es wohl zu einer Änderung der Pflegeradzuordnungen nicht kommen, weil die Parteien mit Rücksicht auf zukünftige Wahlen nicht gerne Verschlechterungen vornehmen. Es muss aber einmal gesagt werden, wie sich die Systemfehler begründen lassen.

Dringend notwendig erscheint bei einer Pflegereform die Pflicht zur Gestaltung von kommunalen Unterstützungs- und Hilfesystem (mit präventiven Hausbesuchen).

Diesbezüglich habe ich über 15 Jahren hier vor Ort umfängliche Vorschläge gemacht mit der Folge, dass darüber kommunalpolitisch diskutiert wurde (siehe dazu >>> Quartierskonzepte gestalten: Kommunen sind mit Blick auf die Daseinsvorsorge der BürgerInnen gefordert - Quartiershilfen müssen die Leistungen der Pflegeversicherung zielgerichtet ergänzen ( > https://www.wernerschell.de/forum/neu/v ... =4&t=21213 und > https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzw ... 082015.pdf > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=4&t=1119 ).

Würden diese meine Vorschläge konsequent umgesetzt, könnte die häusliche Versorgung gestärkt und dadurch weitergehendere Versorgungserwägungen entfallen oder minimiert werden. Das würde auch finanzielle Leistungen einschränken helfen; dies auch im Sozialhilfebereich. Dabei könnte die Arbeit der Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen gestärkt werden. Allerdings halte ich eine Ausweitung in Richtung Gehalt von Angehörigen (vielfach gefordert!) für überflüssig. Ggf. kann ja das Pflegegeld als Anerkennung für geleistete Pflege in Anspruch genommen werden. Wir müssen in diesem Zusammenhang nicht die finanziellen Leistungen, sondern die Beratung und sonstige Unterstützung verstärken.

Im Übrigen sehe ich die dringende Notwendig, die unterschiedlichen Beratungs- und Kontrollangebote stärker zu vernetzen. Quartiershilfen könnten z.B. in aufgrund von Kooperationsvereinbarungen mit den Beratern der Pflegekassen zusammen agieren. Eine Zusammenfassung von Aufsichtsgremien – Heimaufsicht und MDK – ebenfalls sinnvoll. Das alles könnte Personal und Kosten einsparen.

Aktuell: Die Pflegeversicherung steuert einem Medienbericht zufolge auf eine massive Finanzlücke zu. Der Bundesrechnungshof warnt vor einem Defizit von 12,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2029 (siehe u.a. unter > https://www.n-tv.de/politik/Milliarden- ... 81951.html / > https://www.bundesrechnungshof.de/Share ... onFile&v=2 ).

Übertriebene Erwartungen bezüglich des Einsatzes des möglichen Einsatzes von Robotik gehören ebenfalls angesprochen: Pflege wird immer vorrangig eine menschliche Zuwendung sein müssen. Wenn auf technische Hilfsmittel gesetzt werden sollte, kann das wohl immer nur als eine Ergänzung verstanden werden.

Bezüglich der gebotenen Reformmaßnahmen gibt es seit geraumer umfängliche Statements, Zeitungsberichte und Buchveröffentlichungen.

Aktuelle sind z.B. zu nennen:

• Thomas Klie: Pflege Notstand? Eine Streitschrift – siehe unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... 38&p=13323
• DAK: Pflegereport – Pflege vor Ort – zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Perspektiven für ein verlässliches Pflegesystem – siehe unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=4&t=1346
• AOK: Qualitätsatlas Pflege - https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=4&t=1354
• Kuratorium Deutsche Altershilfe_ Reset Pflegeversicherung – Strukturreform Pflege und Teilhabe III - > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1358
• Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk: Pflegenotstand auflösen und in den Kommunen unterstützende Netzwerke gestalten – siehe unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... ?f=5&t=194

Das Gesundheitssystem muss ebenfalls in den Blick genommen werden. Auch hier gibt es massiv steigende Ausgaben und Beiträge.

Deutschland hat weltweit die meisten Arztkontakte. Es liegt nahe, über eine Reduzierung nachzudenken, ggf. mit Hilfe von Praxisgebühren.

Bezüglich der Krankenhausversorgung gilt es zu bedenken, dass die entsprechenden Angebote möglichst wohnortnah zu gestalten sind und vorhandene Häuser tunlichst erhalten bleiben sollen. Der massiv älter werdenden Gesellschaft können längere Fahrten mit Rettungsdienst usw. eher nicht zugemutet werden. Krankenhausaufenthalte erfordern auch unkomplizierte Besuchsmöglichkeiten durch Angehörige. Wenn nun versucht wird, umfänglich Krankenhäuser dicht zu machen, ist das mit Rücksicht auf die älter werdende Gesellschaft ein Rückschritt. Zu glauben, man könne vieles der ambulanten Versorgung übertragen, führt wohl in die Irre. Die Ärzteschaft wird nämlich auch älter und Praxisausdünnungen sind durch fehlende Nachfolger die Folge. Zunehmende Versorgungsprobleme in den ländlichen Regionen sind zu bedenken. Karl Lauterbach hat diesbezüglich Fehlbeurteilungen vorgenommen (AOK-Gesundheitsreport 2025 belegt - Reformbedarf an der Schnittstelle von haus- und fachärztlicher Versorgung – siehe unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1344 ).

Im Übrigen muss die Gesundheitsprävention verstärkt werden. Dabei ist zu bedenken, dass viele Krankheiten bzw. Pflegebedürftigkeit vermieden oder weit hinausgezögert werden können, wenn man einen gesunden Lebensstil praktiziert. Dazu mache ich seit Jahren intensiv aufmerksam und kann dabei auf eine Vielzahl von Studien und sonstigen Veröffentlichungen verweisen, die den Erfolg von Prävention eindeutig belegen. Selbst Alzheimer / Demenz ist vermeidbar („Geistig fit bleiben – mit 10 Maßnahmen Demenz vorbeugen – siehe > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1310 ). Siehe auch unter > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1317 (Gesünder leben – länger leben).

Hinsichtlich der Gesundheitsprävention muss die Ärzteschaft in die Pflicht genommen werden, ggf. auch mittels ergänzender Honorierungen. Aktuell wird das Thema Prävention – Gesundheitsförderung – gesunder Lebensstil – kaum angesprochen.
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Pflegeversicherung am Limit: Der Reformbedarf ist tiefgreifend

Beitrag von WernerSchell » 17.08.2025, 07:12

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„Pflegeversicherung am Limit: Der Reformbedarf ist tiefgreifend – sowohl mit Blick auf die Finanzierung als auch auf die Strukturen der Pflege “ (Wochenzeitschrift für die Pflegebranche „care konkret“, Ausgabe vom 15.08.2025). – Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk macht seit über zwei Jahrzehnten auf den sich fortentwickelnden Pflegenotstand aufmerksam und hat insoeweit umfänglich Handlungsempfehlungen vorgestellt, u.a. in über 30 Pflegetreffs mit Bundes- und Landespolitikern sowie Pflegeexperten.

Siehe u.a. folgende Beiträge:
 Pflege ist nötig - stell Dir vor, keiner kommt und hilft ....> https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=4&t=1351
 Wir haben jetzt schon einen Notstand - aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was kommt … > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=4&t=1156
 Pflegeversicherung im Fokus! - Statement bringt es auf den Punkt…. > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1380
 Pflegeversicherung - Politikversagen auf breiter Front … > https://www.wernerschell.de/forum/2/vie ... f=5&t=1106


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Report Pflegebedürftigkeit: Immer mehr, auch jüngere Menschen sind pflegebedürftig

Beitrag von WernerSchell » 15.07.2026, 12:46

Medizinische Dienst Bund
Pressemitteilung -- Berlin/Essen, 15. Juli 2026


Report Pflegebedürftigkeit: Immer mehr, auch jüngere Menschen sind pflegebedürftig


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Der Medizinische Dienst Bund hat heute den „Report Pflegebedürftigkeit“ veröffentlicht. Grundlage ist die Auswertung von Daten aus über 3 Millionen Pflegebegutachtungen, die die Medizinischen Dienste bundesweit im Jahr 2025 durchgeführt haben. Die Anzahl der Pflegebegutachtungen liegt damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Empfehlungen der Gutachterinnen und Gutachter tragen wesentlich dazu bei, die Pflege zu Hause zu ermöglichen.

Der „Report Pflegebedürftigkeit“ zeigt: Im Jahr 2025 lebten 9 von 10 Pflegebedürftigen in eigener Häuslichkeit, mehr als jede zweite antragstellende Person organisierte die Versorgung ohne professionelle Unterstützung eines Pflegedienstes. Die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes stellen nicht nur den Grad der Pflegebedürftigkeit fest; sie geben auch Empfehlungen zu Präventionsmaßnahmen, zu Heil- und Hilfsmitteln und zu Wohnumfeld verbessernden Maßnahmen.

„Damit leisten die Medizinischen Dienste bereits heute einen wichtigen Beitrag, um die Pflege zu Hause zu ermöglichen und die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen zu erhalten. Diesen Ansatz wollen wir weiterentwickeln. Daher begrüßen wir, dass das geplante Pflegeneuordnungsgesetz dies auch so vorsieht“, sagt Carola Engler, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bund.

An- und Zugehörige leisten den größten Teil der Pflegearbeit
Die Daten zeigen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen, die ihre Versorgung im häuslichen Umfeld ohne professionelle Unterstützung organisieren, hoch ist und weiter zunimmt. So beantragten im vergangenen Jahr deutlich mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen Pflegegeld (59,6 Prozent), mit dem sie ihre Pflege durch An- und Zugehörige selbst organisieren; 11,2 Prozent beantragten ambulante Sachleistungen, zu denen insbesondere die Pflege durch einen Pflegedienst zählt. Weitere 19,3 Prozent beantragten eine Kombination aus Pflegegeld und ambulanten Sachleistungen; 9,4 Prozent stellten einen Antrag auf vollstationäre Pflege.

Knapp die Hälfte der Versicherten beantragte erst dann Pflegeleistungen, wenn sie in ihrer Selbstständigkeit und ihren Fähigkeiten bereits erheblich beeinträchtigt waren, wenn also Pflegegrad 2 und höher vorlagen. Schaut man sich die Ergebnisse bei den Erstbegutachtungen an, so erhielt rund ein Drittel der Pflegebedürftigen Pflegegrad 2 (34,5 Prozent). Pflegegrad 3 erhielten 11,7 Prozent. Pflegegrad 4 erhielten 2,7 Prozent und Pflegegrad 5 erhielten 0,9 Prozent. Pflegegrad 1 empfahlen die Gutachterinnen und Gutachter bei 29 Prozent der Antragstellenden. Bei gut einem Fünftel (21,3 Prozent) kamen sie zu dem Ergebnis, dass zum Begutachtungszeitpunkt noch kein Pflegegrad vorlag.

Die meisten Pflegebedürftigen leben allein oder mit weiteren Personen zu Hause und werden von ihren An- und Zugehörigen versorgt. Dies galt im vergangenen Jahr in gleichem Maß für pflegebedürftige Frauen (86 Prozent) und pflegebedürftige Männer (89 Prozent). Deutlich unterschiedlicher war die Verteilung bei den alleinlebenden Pflegebedürftigen: Während 44,1 Prozent der pflegebedürftigen Frauen allein lebten, waren es bei den Männern 26,1 Prozent.

Empfehlungen des Medizinischen Dienstes helfen, die Selbstständigkeit zu erhalten
Pflegebedürftigkeit ist kein unveränderbarer Zustand. Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit können häufig durch pflegerische Maßnahmen, Krankenbehandlung sowie durch Maßnahmen zur Prävention und Rehabilitation positiv beeinflusst werden. In der Pflegebegutachtung sprechen die Gutachterinnen und Gutachter individuelle Empfehlungen aus, um die Selbstständigkeit der Versicherten zu erhalten und einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit entgegenzuwirken. Im vergangenen Jahr erhielten 8 von 10 Versicherten bei der Erstbegutachtung entsprechende Empfehlungen Die Gutachterinnen und Gutachter empfahlen beispielsweise Heilmittel wie Physiotherapie (37,5 Prozent) oder Ergotherapie (34,0 Prozent). Knapp jede zweite pflegebedürftige Person (43,6 Prozent) bekam in der Erstbegutachtung eine Hilfsmittelempfehlung zum Beispiel für Dusch- und Badehilfen, Gehhilfen oder Pflegehilfsmittel.

Vielfältige Gründe für Pflegedürftigkeit: bei Kindern ADHS und Entwicklungsstörungen
Die meisten Erwachsenen werden im Alter zwischen 75 und 90 Jahren pflegebedürftig – meist aufgrund von demenziellen Erkrankungen oder anderen Alterserkrankungen wie Senilität, Polyarthrosen, Störungen der Mobilität, schwere Herz- und Lungenerkrankungen. Dies bestätigt der Report Pflegebedürftigkeit auch für 2025. Bei den jüngeren Altersgruppen (18–59 Jahre und 60–69 Jahre) erhöhte sich die Anzahl neuer Pflegebedürftiger in den vergangenen Jahren um mehr als 150 Prozent, weil seit der Pflegereform 2017 kognitive, psychische und psychiatrische Beeinträchtigungen bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit stärker berücksichtigt werden. Die Zahl der Begutachtungen von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren hat sich in einem Jahrzehnt fast vervierfacht, von rund 53.000 im Jahr 2015 auf etwa 190.000 im Jahr 2025. Bei ihnen führten vor allem Beeinträchtigungen aufgrund von hyperkinetischen Störungen wie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und anderen Entwicklungsstörungen zu Pflegebedürftigkeit.


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Report MD Pflegebedürftigkeit 2026.jpg (126.57 KiB) 1294 mal betrachtet

Weitere Informationen
Pressemitteilung PDF Dokument, 247 KB >>> https://md-bund.de/fileadmin/dokumente/ ... igkeit.pdf
Report Pflegebedürftigkeit 2026 >>> https://md-bund.de/fileadmin/dokumente/ ... 026_BF.pdf


Quelle: Pressemitteilung vom 15.07.2026 >>> https://md-bund.de/presse/pressemitteil ... rftig.html

Ansprechparnerin:
Michaela Gehms
Pressesprecherin
Tel: +49 201 8327-115
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