DAK-Studie: Wenn das Elternhaus krank macht

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DAK-Studie: Wenn das Elternhaus krank macht

Beitrag von WernerSchell » 19.09.2018, 06:42

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DAK-Studie: Wenn das Elternhaus krank macht
Neuer Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit untersucht Familiengesundheit mit Daten von fast 600.000 Jungen und Mädchen


Karies, Übergewicht, Sprachstörungen – bei diesen Diagnosen gibt es enge Zusammenhänge zwischen Elternhaus und Kindergesundheit. In Familien mit niedrigem Bildungsstatus sind Jungen und Mädchen bis zu dreimal häufiger von bestimmten Erkrankungen betroffen als Kinder akademisch gebildeter Eltern. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit, für den die Krankenkasse Versichertendaten von fast 600.000 Kindern und 430.000 Eltern ausgewertet hat. Laut Studie sind 90 Prozent aller Kinder wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Jedes vierte Kind ist körperlich und jedes zehnte psychisch chronisch krank. Für die Versorgung aller Minderjährigen gibt die Kasse im Jahr 527 Millionen Euro aus. Die Hälfte der Kosten entfiel auf nur drei Prozent der versicherten Kinder.
Im Auftrag der DAK-Gesundheit untersuchte die Universität Bielefeld umfassend die Gesundheitssituation der Kinder und Jugendlichen. Die repräsentative Studie mit Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2016 liefert erstmals systematische Analysen zum Zusammenhang von Eltern- und Kindergesundheit. „Wir leisten mit dem Report Pionierarbeit und machen uns stark für Kindergesundheit“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir wollen die gesundheitliche Situation von Kindern besser verstehen und sie verstärkt in die politische Diskussion rücken.“

„Gesundheitliche Ungleichheit größer als gedacht“

Die häufigsten Erkrankungen im Kindesalter sind Atemwegs-erkrankungen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller Jungen und Mädchen hatte beispielsweise eine Erkältung oder Bronchitis. Es folgen Infektionskrankheiten (37 Prozent), Augenerkrankungen (30 Prozent), psychische Leiden (26 Prozent) und Hauterkrankungen (25 Prozent). Die DAK-Studie zeigt klare Zusammenhänge zwischen dem Bildungsstatus der Eltern und dem Gesundheitszustand ihrer Kinder. „Wenn das Elternhaus krank macht, hängt die Diagnose der Kinder oft mit dem Lebensstil von Mutter oder Vater zusammen“, sagt Andreas Storm. „Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen den Familien ist größer als gedacht. Es gibt nachweislich erhöhte Risiken für benachteiligte Kinder.“

Die Unterschiede je nach Bildungsstatus der Eltern werden zum Beispiel bei Adipositas deutlich: Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss sind im Alter zwischen fünf und neun Jahren bis zu 2,5-mal häufiger von Fettleibigkeit betroffen als Kinder von Akademikereltern. Laut DAK-Report haben von 1.000 Kindern bildungsarmer Eltern 52 ein krankhaftes Übergewicht –- bei Akademikerkindern sind es nur 15 Jungen und Mädchen von 1.000. Bei Zahnkaries gibt es in bildungsarmen Familien 2,8-mal so viele Fälle wie beim Nachwuchs von Akademikern. Bei Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechproblemen sind Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss 45 Prozent häufiger betroffen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Verhaltensstörungen wie der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) mit einem Unterschied von 44 Prozent.

Die DAK-Studie zeigt ferner den Einfluss des sozioökonomischen Familien-Hintergrundes auf die Art der Gesundheitsversorgung. Kinder bildungsarmer Eltern haben bis zu 68 Prozent mehr Krankenhausaufenthalte und bekommen bis zu 43 Prozent mehr Arzneimittel verschrieben als Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss. Im direkten Vergleich haben die Bildungseinflüsse der Familie deutlich größere Auswirkungen auf die Kindergesundheit als zum Beispiel Einkommensunterschiede.

Erhöhte Gesundheitsgefahr für Kinder suchtkranker Eltern

Darüber hinaus gibt es Zusammenhänge mit bereits in der Familie vorliegenden Gesundheitsproblemen. Kinder suchtkranker Eltern sind nach der Untersuchung besonders gefährdet. Sie müssen häufiger ins Krankenhaus oder zum Arzt und bekommen mehr Arzneimittel verschrieben als unbelastete Kinder. Laut DAK-Report ist der Anteil von psychischen Erkrankungen bei Kindern aus Suchtelternhäusern stark erhöht. Bei ihnen sind Depressionen um 80 Prozent häufiger als bei unbelasteten Kindern, ADHS um 70 Prozent und Schulangst um 50 Prozent. Acht Prozent aller DAK-versicherten Kinder hatten 2016 mindestens einen Elternteil mit einer ärztlich behandelten Suchterkrankung.

„Erstmals belastbare Analysen zur Kindergesundheit“

„Mit dem Kinder- und Jugendreport liegen erstmals belastbare Analysen zur Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen im Kindesalter vor, wenn parallel auch die Eltern erkrankt sind“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Greiner von der Universität Bielefeld als Studienleiter. Die Untersuchung im Auftrag der DAK-Gesundheit sei die erste kontinuierliche Analyse von Abrechnungsdaten einer gesetzlichen Krankenkasse, die Erkrankungsschwerpunkte und die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen von 600.000 Kinder- und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren und ihrer Eltern untersuche. Ergänzt wird der Report durch Ergebnisse aus der zweiten Welle der vom Robert Koch-Institut durchgeführten KiGGS-Studie und den Ergebnissen einer repräsentativen Schülerbefragung im Rahmen des DAK-Präventionsradars durch das Kieler Institut für Gesundheits- und Therapieforschung (IFT-Nord).

527 Millionen Euro für Kinder und Jugendliche

Im Jahr 2016 gab die DAK-Gesundheit rund 527 Millionen Euro für die Behandlung der bei ihr versicherten Kinder aus. Davon entfielen 34 Prozent auf Kliniken, 28 Prozent auf niedergelassene Ärzte, 21 Prozent auf Arzneimittel und 15 Prozent auf Heil- und Hilfsmittel. Reha-Leistungen machten mit 2 Prozent den kleinsten Teil der Ausgaben aus. Umgerechnet auf alle versicherten Jungen und Mädchen zahlt die Kasse am meisten für Säuglinge. Sie benötigen im Durchschnitt pro Kopf und Jahr rund 1.600 Euro.

Kinder- und Jugendärzte begrüßen DAK-Report

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte begrüßt den Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit und bestätigt einen großen Teil der Ergebnisse. „Wir erleben die unselige Allianz zwischen Bildungsarmut und Krankheitslast täglich in unseren Praxen“, sagt Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Die Studie der DAK-Gesundheit ist in der aktuellen politischen Diskussion sehr wichtig und hilfreich. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen geschützt wird. Deshalb unterstützen wir die Forderung nach einer Bildungsoffensive, um das Thema Gesundheit gezielt in die Kitas und Schulen zu transportieren.“ Auf Grundlage des Reportes wollen die DAK-Gesundheit und der Verband die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen weiter optimieren.

Die DAK-Gesundheit wird parallel ihre Prävention an Schulen intensivieren. So soll die Präventionskampagne „fit4future“ mit der Cleven-Stiftung mit bislang 2.000 teilnehmenden Grundschulen und 600.000 Schülern ausgeweitet werden. Außerdem bietet die Kasse für Eltern im Internet neue Kurse zu den Themen Ernährung und Fitness an. Infos dazu gibt es unter: www.dak.de/dakonlinecoaching

Quelle: Pressemitteilung vom 28.08.2018
DAK-Gesundheit
Pressestelle
Telefon: 040/2396 1409
E-Mail: presse@dak.de
> https://www.dak.de/dakonline/live/dak/b ... 04276.html

Download der Pressemeldung > https://www.dak.de/dak/download/pressem ... 004280.pdf
DAK Download Folienvortrag Storm > https://www.dak.de/dak/download/folienv ... 004286.pdf
Download der Pressemeldung BVKJ Download > https://www.dak.de/dak/download/pressem ... 004284.pdf
Folienvortrag Greiner > https://www.dak.de/dak/download/folienv ... 004288.pdf
Download Kinder und Jugendreport > https://www.dak.de/dak/download/kinder- ... 004290.pdf

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Video > DAK-Kinder-und Jugendreport: Bildung beeinflusst Gesundheit von Kindern > https://www.tagesschau.de/multimedia/vi ... 42035.html

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Weil es um das Wohl der Kinder und ihre Zukunft geht, müssen die Eltern / Familien deutlicher in die Pflicht genommen werden. Der Staat muss sich im übrigen um mehr Schulsport, Schwimmunterricht, Gestaltung eines Lehrfaches Gesundheit (mit umfänglichen Informationen zur gesunden Lebensführung) kümmern. Mit einem "gesunden Apfelangebot" und einigen Projektstunden ist es nicht getan. Schulmilch ja, Kakao nein. Zucker hat in der Schulmilch nichts verloren! > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 30#p105230

WernerSchell
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Weltkindertag 20.09. - Kinder und Jugendliche brauchen mehr Freiräume - Eltern müssen Kinder besser vor Stress schützen1

Beitrag von WernerSchell » 19.09.2018, 09:33

Gesunde Kinder sind unsere Zukunft

Bild Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.

Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e. V.) zum Weltkindertag am 20. September 2018:

Kinder und Jugendliche brauchen mehr Freiräume - Eltern müssen Kinder besser vor Stress schützen

Der diesjährige Weltkindertag in Deutschland steht unter dem Motto: "Kinder brauchen Freiräume". Nach Ansicht des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist es höchste Zeit für diese Forderung. "Viele Kinder werden heute viel zu früh in ein Zeit- und Pflichtkorsett gepresst. Dadurch entsteht Stress, der krank machen kann," so Dr. Josef Kahl, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) heute in Düsseldorf.

"Wir erleben in unseren Praxen immer mehr Kinder und Jugendliche mit typischen Stresssymptomen. Sie wirken ängstlich, reizbar und zappelig, andere ziehen sich zurück und wirken niedergeschlagen, antriebs- und teilnahmslos, sie leiden unter Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Kopf-, Bauchschmerzen oder Übelkeit. Fragen wir nach, berichten die Kinder oder ihre Eltern oft von mangelnden Freiräumen. Viele Kinder haben in ihrem Alltag weder ausreichend Raum noch Zeit, die sie für sich gestalten können. Beides aber brauchen Kinder und Jugendliche für eine gesunde Entwicklung.

Bild Bild
Bilderquelle: > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =6&t=22702

Wie Eltern ihren Kindern Freiräume schaffen können

- Achten Sie bei jüngeren Kindern darauf, dass sie viel freie Zeit zum Spielen, Herumtoben und Ausruhen haben. Verplanen Sie nicht den ganzen Tag mit Aktivitäten. Gestehen Sie Ihrem Kind auch Langeweile zu. Denn aus Langeweile entstehen oft die kreativsten Ideen. Sich selbst aus Langeweile zu befreien ist eine wichtige Lernerfahrung.

- Wenn Sie Ihren Kindern kein eigenes Zimmer ermöglichen können, richten Sie ihnen individuelle Spielecken ein, die nur ihnen "gehören".

- Bei der Auswahl der Tagesmutter oder Kita: fragen Sie nach, ob sich Angebote und freie Zeit die Waage halten, ob es auch ausreichend Räume innen und außen gibt, die die Kinder nutzen können.

- Schulkinder: Engen Sie Ihr Kind nicht mit überzogenen Leistungserwartungen ein. Loben Sie Ihr Kind, auch wenn die Note mal nicht besonders gut war, Sie aber wissen, dass Ihr Kind sein Bestes gegeben hat. Statt jeden Tag Nachhilfe und Förderunterricht, ist oft ein Schulwechsel und der Abschied von unerreichbaren Leistungszielen sinnvoller.

- Regeln sind keine Freiheitsberaubung: manche Eltern befreien vor lauter schlechtem Gewissen ihre Kinder von allen lästigen Aufgaben nach dem Motto: Das arme Kind muss doch schon jeden Tag nach der Schule sein Instrument üben, zum Training etc. Kinder sollten aber auch lernen, altersgemäß einen Beitrag zum Familienleben zu leisten: Tisch decken und abräumen, Zimmer aufräumen etc.

- Seien Sie Vorbild: verplanen auch Sie nicht jeden Tag, schaffen Sie Freiräume für sich selbst und für gemeinsame Aktivitäten und Gespräche mit Ihren Kindern.

Hilfe suchen

Wenn Sie bemerken, dass ihr Kind unter Stress leidet, dass sich sein Verhalten ändert, dass es aggressiv, fahrig oder deprimiert wirkt, sprechen Sie Ihren Kinder- und Jugendarzt oder -ärztin an. Er oder sie kann Ihnen helfen oder auch raten, wo Sie Hilfe finden. Zum Beispiel bei einer Familienberatungsstelle oder bei einem Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten. Bei Schulproblemen kann ein Gespräch mit der Klassenlehrerin oder einem Vertrauenslehrer hilfreich sein.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.09.2018
https://www.bvkj.de/presse/pressemittei ... tag-am-20/
Verantwortlich:
Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte (BVKJ)
Mielenforster Straße 2, 51069 Köln Tel: 0221/68909-0
Präsident:
Dr. Thomas Fischbach
Tel: 01626971409
Pressesprecher:
Dr. med. Hermann Josef Kahl
Tel: 01737388588.

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Bild
Pressemitteilung vom 18.09.2018:

„Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun!“
Kinder- und Jugendärzte fordern neue Konzepte für den Schutz vor Adipositas


Berlin, 18.9.2018. - Übergewichtige Kinder und Jugendliche gehören zu unserem Alltag: Zwar ist die Gesamtzahl der Kinder mit ernsten Gewichtsproblemen in den letzten Jahren in etwa gleich geblieben, aber die soziale Ungleichheit für das Auftreten von krankhaftem Übergewicht (Adipositas) hat im letzten Jahrzehnt sehr stark zugenommen: Die nationale Kinder- und Jugendgesundheitsuntersuchung (KIGGS) nennt bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien eine 4,1fach höhere Adipositas-Häufigkeit für Jungen, für Mädchen ist das Risiko hier sogar 4,4fach höher als in Familien mit hohem Bildungsgrad und Einkommen. Vor einem Jahrzehnt noch betrug dieser Unterschied „nur“ das 3fache.

Bestandaufnahme: Ungleiche Chancen von Anfang an

Ein zentraler Risikofaktor ist – das zeigt der kürzlich von der DAK vorgelegte Kinder- und Jugendreport – der Bildungsstatus der Eltern. Ein fehlender Bildungsabschluss der Eltern erhöht das Adipositas-Risiko ihres Kindes erheblich. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen führt zu stark erhöhten lebenslangen Krankheitsrisiken, z. B. für Zuckerkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall und einige Krebsarten, und zu einer deutlich kürzeren Lebenserwartung.

Bildungsniveau, berufliche Stellung sowie das Haushaltseinkommen entscheiden also wesentlich über die Gesundheit eines Kindes.

„Die dramatische Zunahme der deutlich schlechteren Gesundheits- und Lebenschancen für Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommens- oder Bildungsstand ist nicht akzeptabel. Wir dürfen diese Kinder keinesfalls zurücklassen, sondern müssen stärkere Anstrengungen unternehmen, um allen Kindern einen guten Start in ihre Zukunft zu ermöglichen“, sagte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) am 18. September 2018 in Berlin.

Politik muss gesundheitsfördernden Lebensstil stützen und fördern!

Angesichts der stagnierend hohen Zahlen an Adipositaserkrankungen schon der Jüngsten erheben die drei medizinischen Verbände Forderungen an die Politik, endlich effiziente Maßnahmen zur Risikoreduktion einzusetzen.

Es geht den Ärzten auch um eine Bestandaufnahme der zahlreichen Kampagnen und Initiativen der letzten Jahre, die mit Blick auf die betroffenen Kinder eines gemeinsam haben: „Die in Deutschland bisher favorisierte Strategie der Stärkung von Familien, z. B mit gut gemachten Broschüren und vielfältigen Informationsangeboten, hat häufig die ohnehin interessierte Familien aus der Mittelschicht erreicht, aber keinen ausreichenden Schutz der Kinder aus Risikogruppen erzielt. Und mit Projektarbeit allein ist das Problem nicht lösbar“, fasst Prof. Dr. Ingeborg Krägeloh-Mann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die Bemühungen um Prävention von Adipositas im Kindesalter zusammen.

Da der hinsichtlich der eintretenden Effekte größte Risikofaktor für kindliches Übergewicht eine ungesunde Ernährung ist, sollte hier zuerst angesetzt werden: „Von der Politik gesetzte Regeln sollten beim Essen die gesündere Wahl zur leichteren Wahl machen, womit das Adipositasrisiko deutlich gesenkt werden kann. Bei der Einführung von verhältnispräventiven Maßnahmen zur Stärkung eines gesundheitsfördernden Lebensstils liegt Deutschland im internationalen Vergleich leider noch in der Schlussgruppe.“

Forderung: Mindeststandards für das Mittagessen in KiTa und Schule

Die drei Organisationen fordern, in allen Bildungseinrichtungen von der Kinderkrippe bis zur Sekundarschule, Mindeststandards für eine gesunde Gemeinschaftsverpflegung verpflichtend einzuführen. Ein gesundes Essen in KiTa und Schule hat nicht nur unmittelbar einen großen Nutzen für die kindliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit, sondern prägt langfristig ein gesünderes Essverhalten.

„Auch in Deutschland muss die Abgabe von zuckerhaltigen Getränken in KiTa und Schule strikt unterbunden werden, so wie es z. B. in Belgien und Frankreich seit langem selbstverständlich ist“, sagt Priv. Doz. Dr. Susanna Wiegand als Vertreterin der Deutschen Adipositas Gesellschaft. Viele wissenschaftliche Studien belegten, dass regelmäßiger Verzehr von zuckerhaltigen Getränken ein starker eigener Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas sei: „Kinder sollen lernen, Wasser zu trinken, um ihre Gesundheit zu schützen.“

Forderungen: Einfache Kennzeichnung von Lebensmitteln

Familien möchten ihre Kinder gesund ernähren, aber es ist für sie schwer, die besseren Produkte zu erkennen und auszuwählen. „Dringend notwendig ist eine Kennzeichnung gesünderer Lebensmittel auf der Packungsvorderseite, wie es Frankreich mit dem Nutriscore eingeführt hat“, fordert Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission. Mit dem Nutriscore werden Lebensmittel vor allem aufgrund des Gehaltes an Zucker, gesättigtem Fett und Salz mit einem Buchstaben- und Farbcode gekennzeichnet, ganz ähnlich der in Europa seit langem etablierten Kennzeichnung des Energieverbrauches bei Elektrogeräten.

Dr. Fischbach nennt eine weitere Informationsquelle für die Produktauswahl: „Bis zur allgemeinen Einführung des Nutriscore auch in Deutschland raten wir Familien, eine App wie z.B. `Open Food Facts´ auf ihr Handy zu laden und damit im Supermarkt den Barcode der Produkte zu scannen – sie erhalten dann sofort den Nutriscore für das Produkt und können damit ganz einfach die gesünderen Produkte für ihre Kinder und die ganze Familie auswählen.“

Forderung: Werbekontrolle für Zielgruppe „Kind“

Die drei Organisationen fordern eine konsequente Beschränkung der an Kinder gerichteten Lebensmittelwerbung. „Die wissenschaftliche Datenlage ist eindeutig: Kinder, die der Lebensmittelwerbung ausgesetzt sind, verzehren mehr ungesunde Speisen und Getränke, und sie sind häufiger von Übergewicht, Adipositas und den damit verbundenen Krankheiten betroffen“, betont Dr. Wiegand, DAG.

Forderung: Zuckersteuer

Auch eine Besteuerung zuckerhaltiger Getränke, wie sie in Großbritannien, Mexiko und vielen anderen Ländern schon existiert, kann die gesündere Getränkeauswahl erleichtern.

Prof. Dr. Koletzko: „Wir hoffen sehr auf die Bereitschaft der Politik zu konsequenten Maßnahmen, denn die Lasten des heute bestehenden kindlichen Übergewichts für Krankheitsfolgen und eingeschränkte Lebenschancen sind enorm hoch. Allein die Gesundheitskosten für die heute in Deutschland übergewichtigen Kinder und Jugendlichen belaufen sich auf 1,8 Milliarden Euro. - Wir können es uns nicht leisten, nichts zu tun!“

Für den Schutz der Kinder – nicht der Lebensmittelwirtschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Deutsche Adipositasgesellschaft haben sich gemeinsam entschieden, ihre Mitgliedschaft in der vor gut einem Jahrzehnt gegründeten „Plattform Ernährung und Bewegung (PEB)“ zu beenden.

„Als Gründungsmitglied hatten wir beim Start der PEB große Hoffnungen, dass eine gemeinsame Plattform aller Akteure der Zivilgesellschaft eine gemeinsame und offene Diskussion auch über kontroverse Fragen sowie über aktive Beiträge aller Mitglieder zur Senkung des Übergewichts bei Kindern ermöglicht. Beide Ziele wurden leider nicht erreicht! Die überwiegende Mehrzahl der PEB-Mitglieder kommt aus der Lebensmittelwirtschaft und blockiert die dringend notwendige Diskussion über zielführende Maßnahmen zum Schutz der Kindern vor zu viel ungesunden Lebensmitteln“, sagt Prof. Ingeborg Krägeloh-Mann, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Pressekontakte:
Geschäftsstelle des BVKJ, Mielenforster Str. 2, 51069 Köln, Tel. 0221-68909-0, bvkj.buero@uminfo.de
Pressestelle der DAG, Dr. Stefanie Gerlach, Tel. 0163-8534731, pressestelle@adipositas-gesellschaft.de
Pressestelle der DGKJ, Dr. Sybille Lunau, Tel. 030 3087779-14, s.lunau@dgkj.de

Weitere Informationen:
http://adipositas-gesellschaft.de/filea ... Folien.pdf
http://adipositas-gesellschaft.de/filea ... ewicht.pdf

Quelle: > http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=4

+++
Adipositas bei Kindern
Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Kinder- und Jugendärzte sind alarmiert: Krankhaftes Übergewicht wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Sie setzen ihre eigene Agenda im Kampf gegen Adipositas bei Kindern und Jugendlichen auf - und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie.
Von Anno Fricke
BERLIN. In welche Familie ein Kind hineingeboren wird, entscheidet wesentlich über sein persönliches Gesundheitsrisiko: Das für Adipositas liegt mehr als viermal höher, wenn die Familie sozioökonomisch schlecht gestellt ist.
Diesen Zusammenhang hat kürzlich der von der DAK vorgelegte Kinder- und Jugendreport offengelegt. Zentraler Risikofaktor war danach der Bildungsstatus der Eltern neben deren beruflicher Stellung und dem Haushaltseinkommen.
"Wir dürfen diese Kinder keinesfalls zurücklassen, sondern müssen stärkere Anstrengungen unternehmen, um allen Kindern einen guten Start in ihre Zukunft zu ermöglichen, fordert Dr. Thomas Fischbach. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Adipositas Gesellschaft am Dienstag zu einer Pressekonferenz nach Berlin eingeladen.
… (weiter lesen unter) ….
https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

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325.000 Jugendliche leiden unter extremer Adipositas

Beitrag von WernerSchell » 12.10.2018, 06:41

Ärzte Zeitung vom 20.09.2018:
Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin
325.000 Jugendliche leiden unter extremer Adipositas

2,8 Prozent und damit insgesamt 325 000 Jugendliche in Deutschland sind mit einem Gewicht über der 99,5 Perzentile extrem adipös. Genauso extrem ist jedoch auch deren Teilhabe und Lebensqualität eingeschränkt. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=97 ... efpuryykqr

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14. November 2018: Welt-Diabetestag - Frühzeitige und gezielte Vorsorge macht Sinn

Beitrag von WernerSchell » 14.11.2018, 08:02

14. November 2018: Welt-Diabetestag - Frühzeitige und gezielte Vorsorge macht Sinn
Näheres unter > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =6&t=22922

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Fast jeder dritte Schüler leidet unter Schlafstörungen

Beitrag von WernerSchell » 15.01.2019, 18:18

DAK-Gesundheit

Fast jeder dritte Schüler leidet unter Schlafstörungen. Die Hälfte der Schüler fühlt sich tagsüber erschöpft und klagt über Müdigkeit. Das zeigt der Präventionsradar 2018 der DAK-Gesundheit. Er belegt, dass der Schlafmangel in Zusammenhang steht mit den stark erhöhten Bildschirmzeiten der Schüler: Viele sitzen mehr als vier Stunden täglich vor Fernseher, Smartphone oder Tablet.
Lesen Sie mehr in der nachfolgenden Pressemitteilung:


Fast jeder dritte Schüler hat Schlafstörungen
DAK-Präventionsradar 2018 untersucht Zusammenhang mit Schulstress und langen Bildschirmzeiten

Fast jeder dritte Schüler leidet unter Schlafstörungen. Die Hälfte der Schüler fühlt sich tagsüber erschöpft und klagt über Müdigkeit. Das zeigt der Präventionsradar 2018 der DAK-Gesundheit. Insbesondere ältere Schüler schlafen zu wenig. So berichten Neunt- und Zehntklässler von im Durchschnitt nur rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Auch infolge des Schlafmangels leiden Schüler verstärkt unter Stress. Der Präventionsradar belegt, dass der Schlafmangel in Zusammenhang steht mit den stark erhöhten Bildschirmzeiten der Schüler: Viele sitzen mehr als vier Stunden täglich vor Fernseher, Smartphone oder Tablet. Knapp ein Fünftel zeigt depressive Symptome. Die Krankenkasse hat die aktuelle Schulstudie mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in sechs Bundesländern durchgeführt. Fast 9.300 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn wurden dafür repräsentativ befragt. Der Präventionsradar untersucht als kombinierte Längs- und Querschnittserhebung jährlich Befinden und Gesundheitsverhalten von Zehn- bis 18-Jährigen.

Mädchen leiden häufiger unter Schlafstörungen als Jungen: Während jede Dritte mindestens einmal pro Woche Schlafprobleme hat, sind es bei den Jungen nur 24 Prozent. Je nach Klassenstufe schlafen die Befragten zu sehr unterschiedlichen Zeiten ein: Fünft- und Sechstklässler zwischen 20 und 22 Uhr, Neunt- und Zehntklässler mehrheitlich nach 23 Uhr. Etwa jeder sechste ältere Schüler gibt an, erst nach Mitternacht einzuschlafen. So kommen die Jüngeren durchschnittlich auf 9,4 Stunden Schlaf pro Nacht, Zehntklässler nur noch auf 7,3 Stunden. Das ist ein Fünftel oder 120 Minuten weniger als von Experten für diese Altersgruppe empfohlen. „Die Schüler kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie laden ihre eigenen Batterien nicht mehr ausreichend auf“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, die Ergebnisse. „Schlafmangel und Schlafstörungen werden leicht unterschätzt, dabei können sie ernsthafte Probleme verursachen.“ Tatsächlich zeigt der DAK-Präventionsradar einen engen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Stressempfinden. Je weniger Schlaf die Befragten bekommen, desto mehr fühlen sie sich gestresst. Von den Mädchen gibt fast die Hälfte (48 Prozent) an, oft oder sehr oft unter Stress zu leiden. Von den Jungen ist ein Drittel betroffen. Die empfundene Stresshäufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Unter den jüngeren Schülern fühlen sich nur fünf Prozent sehr oft gestresst, unter den älteren sind es 14 Prozent. Erhöhtes Stressempfinden ist keine Lappalie, sondern geht mit häufigen Kopf-, Rücken- und Bauchschmerzen einher. Auch Niedergeschlagenheit kann sich verstärken. Etwa ein Sechstel der Befragten (16 Prozent) fühlt sich oft oder sehr oft unglücklich. Insbesondere Mädchen (23 Prozent) machen Angaben, die auf depressive Symptome hinweisen.

Eine Erklärung für die verkürzte Schlafdauer der Schüler ist die zunehmende Nutzung von Bildschirmgeräten. Der DAK-Präventionsradar zeigt: Je mehr Zeit sie vor Bildschirmen verbringen, desto weniger schlafen sie. Smartphone und andere Geräte sind schon bei Schülern der fünften Klasse beliebt. Die Mehrheit der Kinder (56 Prozent) gibt an, bis zu einer Stunde am Tag vor dem Bildschirm zu verbringen. Neunt- und Zehntklässler kommen leicht auf das Dreifache: Ein Viertel (28 Prozent) der älteren Schüler spricht von mehr als vier Bildschirm-Stunden pro Tag. Das ist die Selbstwahrnehmung der Schüler. Die Zeit, die sie tatsächlich mit Tablet, Computer, Handy und Fernseher zusammengerechnet verbringen, dürfte darüber liegen. „Die Smartphones rauben den Schülern den Schlaf“, betont Studienleiter Prof. Dr. Reiner Hanewinkel vom IFT Nord. „Unser Präventionsradar belegt eindeutig den Zusammenhang von Schlafmangel und langen Bildschirmzeiten. Um Gesundheitsproblemen vorzubeugen, brauchen wir wirksame Programme für einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien.“

Nur 35 Prozent der Schüler sind ausreichend körperlich aktiv. Nach den nationalen Bewegungsempfehlungen sollen Kinder und Jugendliche sich täglich mindestens 90 Minuten bewegen, wovon 60 Minuten das Zurücklegen von Wegen per Rad- oder Tretroller sein können. Die große Mehrheit wird diesen Empfehlungen nicht gerecht. Bei den Schülern der Klassen fünf und sechs sind Rad- und Tretrollerfahrten zwar noch verhältnismäßig beliebt: Ein Drittel fährt nach eigenen Angaben bis zu 60 Minuten pro Tag. Aber bei den Neunt- und Zehntklässlern lässt das Interesse nach. Nur noch ein Fünftel (19 Prozent) der Älteren fährt längere Strecken mit dem Rad.

Der Präventionsradar der DAK-Gesundheit untersucht das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie das Gesundheitsverhalten von Schülern zwischen zehn und 18 Jahren (Jahrgänge fünf bis zehn). Rund 9.300 Mädchen und Jungen aus 528 Klassen und sechs Bundesländern haben teilgenommen. Die Studie kombiniert Längs- mit Querschnittserhebungen: Im kommenden Jahr werden die Klassen der ersten beiden Befragungswellen und zusätzlich die neuen fünften Klassen des aktuellen Schuljahres erfasst. So können altersspezifische Entwicklungen aufgezeigt werden.

Die DAK-Gesundheit engagiert sich mit drei großen Präventionsinitiativen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: Die Krankenkasse fördert mit „Wir bewegen Kitas“ die Motorik von Kindern ab zwei Jahren. Zudem macht sie sich mit der Schulkampagne „fit4future“ für mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung in Grund- und Förderschulen bundesweit stark. Das Programm soll auf weiterführende Schulen ausgeweitet werden. Darüber hinaus hat sich die Krankenkasse das Thema Internetsucht und Medienkompetenz auf die Fahnen geschrieben: Die DAK-Gesundheit finanziert im Rahmen einer Aufklärungskampagne Broschüren, die Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte gezielt über das Thema Internet- und Computersucht informieren. Herausgegeben werden die Hefte mit ausführlichen Hintergrundinformationen, Beispielen und einem Selbsttest vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Bild
Im Internet bietet die DAK-Gesundheit Informationen rund um das Thema gesunder Schlaf: www.dak.de/schlaf

Quelle: Pressemitteilung vom 15.01.2019
DAK-Gesundheit
Pressestelle
Telefon: 040/2396-1409
E-Mail: presse@dak.de

Attachments
190115_PM_DAK-Präventionsradar2.Welle.pdf >>> https://cache.pressmailing.net/content/ ... .Welle.pdf
Ergebnisbericht_Welle2_Präventionsradar.pdf >>> https://cache.pressmailing.net/content/ ... sradar.pdf

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Da bleibt kein Auge trocken! Tipps für eine gesunde Bildschirmarbeit!

Beitrag von WernerSchell » 23.01.2019, 08:12

Da bleibt kein Auge trocken! Tipps für eine gesunde Bildschirmarbeit!
>>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =5&t=23034

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Die Nutzung der sozialen Medien eröffnet viele nützliche Kontakte und kann so auch ein Ausdruck der Achtsamkeit sein

Beitrag von WernerSchell » 10.06.2019, 06:31

Die Nutzung der sozialen Medien eröffnet viele nützliche Kontakte und kann so auch ein Ausdruck der Achtsamkeit sein. Allerdings sollte, trotz Meinungsfreiheit, anderen Statements immer mit Respekt begegnet werden. Das schließt aber Klartext, z.B. zum Thema Pflegenotstand, nicht aus!
>>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 05#p109205

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Sprich mit mir – Familienzeit statt Handyzeit

Beitrag von WernerSchell » 16.08.2019, 08:58

Rhein-Kreis Neuss
PRESSEMITTEILUNG NR. 475/2019
Datum: 16. August 2019



Kreis und Kommunen starten gemeinsame Kampagne
Sprich mit mir – Familienzeit statt Handyzeit


Handynutzung - Sprich mit mir (3).jpg
Handynutzung - Sprich mit mir (3).jpg (916.03 KiB) 2732 mal betrachtet
Bildtext: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (links) stellte die Kampagne „Sprich mit mir“ gemeinsam mit Vertretern des Kommunen und des Kreises vor.
Foto: A. Tinter / Rhein-Kreis Neuss


Rhein-Kreis Neuss. Mit einer gemeinsamen Kampagne möchte der Rhein-Kreis Neuss gemeinsam mit allen kreisangehörigen Kommunen Eltern für einen bewussten Umgang bei der Nutzung des Smartphones sensibilisieren. Unter dem Titel „Sprich mit mir – Familienzeit statt Handyzeit“ greifen sechs Karikaturen der Cartoonistin Renate Alf Alltagsszenen auf, mit denen Familien für eine direkte Interaktion zwischen Eltern und Kindern sensibilisiert werden sollen.

„Für die Entwicklung von Kindern ist es von hoher Bedeutung, dass sich ihre Eltern intensiv mit ihnen beschäftigen. Die Aufmerksamkeit der Eltern ist durch nichts zu ersetzen“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der auch auf die erhöhte Unfallgefahr aufmerksam macht, wenn Eltern durch einen Blick auf das Handy abgelenkt sind. „Ich danke den Kommunen, dass sie gemeinsam mit dem Kreis für dieses wichtige Thema werben“, so Petrauschke. Eine Studie der Universität Bielefeld hat nachgewiesen, dass Kinder, die sich von ihren Eltern nicht oder nicht genug beachtet fühlen, Defizite in ihrem Selbstbewusstsein, Vertrauen, ihrer Lebenszufriedenheit und Empathiefähigkeit aufweisen.

Im Rahmen der Kampagne wurde eine Broschüre mit Spiel- und Bastelideen sowie Freizeittipps für Familien mit Kindern entwickelt. Zusätzlich bieten ein Frage- und Antwortspiel, ein Malblock und eine Frisbeescheibe mit Motiven der Kampagne Anregungen für gemeinsame Beschäftigungen. Die humorvollen Karikaturen werben zudem auf Plakaten, Postkarten und Getränkedeckeln für mehr Familienzeit statt Handyzeit.

Die Materialien sollen künftig beispielsweise in Schulen, Kindergärten, Familienzentren, Jugendeinrichtungen, bei Familienbildungsträgern, in Bibliotheken und Arztpraxen oder im Einzelhandel und der Gastronomie verteilt werden.

Entwickelt wurde die Kampagne in der Kreisverwaltung durch das Jugendamt, das Gesundheitsamt, das Kommunale Integrationszentrum sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Der Landschaftsverband Rheinland fördert die Initiative mit 4 000 Euro. Erstmals eingesetzt wurden die Karikaturen der Kampagne 2018 von der Städteregion Aachen, mit deren Zustimmung der Rhein-Kreis Neuss diese übernehmen durfte.

Weitere Informationen gibt es unter www.rhein-kreis-neuss.de/sprich-mit-mir oder bei Hildegard Otten vom Familienbüro des Rhein-Kreis Neuss unter Telefon 02161 / 6104-5165 oder E-Mail hildegard.otten@rhein-kreis-neuss.de.

Benjamin Josephs
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Jedes vierte Kind neigt zu Übergewicht

Beitrag von WernerSchell » 23.08.2019, 06:38

Die Neuss-Grevenbroicher Zeitung berichtet am 23.08.2019:
Stadt Neuss prüft Fitness der Zweitklässler:
Jedes vierte Kind neigt zu Übergewicht


Anmerkung:
Es werden Fakten vorgestellt, die eigentlich längst bekannt sind. Mit mehr Bewegung allein ist aber das Problem nicht zu lösen. Es muss u.a. ergänzend auf gesunde Ernährung geachtet werden. … Insoweit gibt es vielfältige Konzepte, die weiter helfen könnten. Die Verantwortlichen reagieren aber nur unvollkommen. Einzelne Schulprojekte laufen weitgehend ins Leere, weil die angebotenen Informationen nicht in den Familien ankommen. … Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht daher seit Jahren auf die Erfordernisse einer gesunden Lebensführung, beginnend im Kindesalter, aufmerksam und hat, um insoweit zeitgerecht entsprechende Kompetenzen zu vermitteln, die Einrichtung eines Faches "Gesundheit" an den Schulen angeregt. - Werner Schell

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Internationaler Tag der Kinderrechte am 20.11.2019: Fakten zur Situation in Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 19.11.2019, 08:15

Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 69#p111269

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PRESSEMITTEILUNG des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. N 010 vom 19.11.2019

Internationaler Tag der Kinderrechte: Fakten zur Situation in Deutschland

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WIESBADEN – Im Jahr 2018 waren 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 6 % weniger. Gleichzeitig haben die Jugendämter bei rund 50 400 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung aufgrund von Gewalt oder Vernachlässigung festgestellt, 10 % mehr als 2017. Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte am 20. November 2019 trägt das Statistische Bundesamt (Destatis) exemplarisch Fakten zur Situation der rund 13,6 Millionen minderjährigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland für das Jahr 2018 zusammen.

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

Am 20. November 1989 – also vor 30 Jahren – hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes angenommen: die UN-Kinderrechtskonvention. Sie besteht aus insgesamt 54 Artikeln, die minderjährigen Kindern und Jugendlichen grundlegende Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte zusichern. Unter anderem ist dort das Recht auf Familie, Fürsorge und ein sicheres Zuhause festgehalten. Auch wenn der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland mit mindestens einem Elternteil in einer der rund 8,0 Millionen Familien zusammenwohnt, ist dies nicht für alle Kinder selbstverständlich.

Das Recht auf eine Familie, Fürsorge und ein sicheres Zuhause

Wird ein Kind vorübergehend oder dauerhaft von seiner Familie getrennt, sichert die Kinderrechtskonvention den Betroffenen verschiedene alternative Formen von Betreuung zu. So waren 95 000 Kinder oder Jugendliche im Jahr 2018 in einem Heim untergebracht. Weitere 81 400 Kinder oder Jugendliche lebten in einer Pflegefamilie, darunter 28 % in Verwandten- und 72 % in Fremdpflege.

Können, dürfen oder wollen die Eltern das Kind nicht selbst groß ziehen, besteht – sofern dies dem Kindeswohl dient – die Möglichkeit einer Adoption: Von den rund 3 700 Adoptionen im Jahr 2018 wurde der Großteil, (61 %) von Stiefeltern vorgenommen. In 171 Fällen (5 %) handelte es sich um eine internationale Adoption.

Recht auf Leistungen der sozialen Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen

In Artikel 26 und 27 der UN-Kinderrechtskonvention ist zudem das Recht jeden Kindes auf einen Lebensstandard festgehalten, der ihn in seiner körperlichen und sozialen Entwicklung fördert. Nach der EU-weiten Haushaltserhebung EU-SILC (European Survey on Income and Living Conditions) waren in Deutschland im Jahr 2018 mit 17,3 % etwas weniger Kinder und Jugendliche von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht als im Vorjahr (18,0 %) – es konnten sich auch wieder mehr Haushalte mit Kindern eine einwöchige Urlaubsreise leisten: Während 2017 noch 15,5 % der in Haushalten mit Kindern lebenden Personen angaben, dass dies für sie finanziell nicht möglich sei, waren es zuletzt 13,4 % dieser Personen.

Schutz vor Gewalt, Misshandlung, Missbrauch und Verwahrlosung

Nach der UN-Kinderrechtskonvention stehen Kinder unter dem besonderen Schutz des Staates. Im Jahr 2018 haben die Jugendämter in Deutschland im Rahmen ihres Schutzauftrages bei rund 50 400 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung aufgrund von Vernachlässigung, psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt festgestellt – das waren 10 % mehr als im Vorjahr.

2018 wurden in diesem Zusammenhang auch mehr Minderjährige in Deutschland zu ihrem Schutz in Obhut genommen: In rund 6 200 Fällen haben die Jugendämter Kinder oder Jugendliche aufgrund von Misshandlungen, in 6 000 wegen Vernachlässigungen und in 840 Fällen aufgrund von sexueller Gewalt zu ihrem Schutz vorübergehend in Obhut genommen. Weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war, haben die Familiengerichte 2018 zudem in rund 7 500 Fällen einen vollständigen und in weiteren 8 500 Fällen einen teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet.

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