Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

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Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht

Beitrag von WernerSchell » 06.11.2025, 07:22

Pflegesystem vor dem Kollaps - Geeignete Reformen sind nicht in Sicht. - Das Bundesgesundheitsministerium - und andere - verbreiten nun Nachrichten (Sprechblasen), wonach es im Pflegesystem wirkungsvolle Verbesserungen geben soll. Dazu ergibt sich:

Menschenwürdige Pflege mehrere Bilder 23082021.PNG
Menschenwürdige Pflege mehrere Bilder 23082021.PNG (1.7 MiB) 587 mal betrachtet


Sämtliche Bundesregierungen der letzten 20 Jahre haben immer mal kleine Reförmchen bei der Pflegeversicherung in Gang gebracht. Geholfen hat es nicht, den vielfach beschriebenen Pflegenotstand abzuwenden; im Gegenteil, es ist alles schlimmer geworden und eine Pflegekatastrophe ist wohl nicht mehr abzuwenden. Und jetzt soll wieder an kleinen Schräubchen gedreht werden. Nein, das wird nichts. Die Pflegekatastrophe werden im Wesentlichen die Babyboomer zu spüren bekommen. - Ich habe über 20 Jahre mit Bundes- und Landesministern, Pflegebeauftragten und sonstigen Experten u.a. bei über 30 Pflegetreffs diskutiert und zahlreiche Handlungsempfehlungen, auch mittels schriftlicher Statements, präsentiert. Dies alles war u.a. gestützt auf eine über 40 Jahre lange Lehrtätigkeit an Kranken- und Altenpflegeschulen. Im Übrigen haben mir regelmäßige Besuche in Pflegeheimen und auf Krankenstationen die Betreuungssituationen und Fehlentwicklungen verdeutlicht. - Sämtliche Bundesregierungen der letzten 25 Jahre haben immer mal kleine Reförmchen bei der Pflegeversicherung in Gang gebracht. Geholfen hat es aber nicht, den Pflegenotstand abzuwenden; im Gegenteil, es ist alles schlimmer geworden. Und jetzt soll wieder an kleinen Schräubchen gedreht werden. Nein, das wird nichts. - Ich bin über das Totalversagen der mit der Pflege und dem Gesundheitswesen befassten Politiker maßlos enttäuscht und sehe zur Zeit keine Besserung. Offensichtlich gibt es keine wirklichen Konzepte für die notwendigen Reformschritte. Reformerwägungen irgendwelchen Kommissionen zu überlassen, zeugt von der Unfähigkeit der zur Zeit amtierenden Personen. Es sollte auch endlich allen Beteiligten klar werden, dass eine halbwegs brauchbare Sanierung der Pflege viele Milliarden Euro erfordert. Und wer nicht bereit ist, diese Finanzmittel in die Hand zu nehmen, der sollte auch aufhören, den Bundesbürgerinnen und Bürgern irgendwelche Verbesserungen vorzugaukeln. – Werner Schell – https://www.wernerschell.de

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Die Lage in der Pflege bleibt angespannt

Beitrag von WernerSchell » 27.11.2025, 08:34

Die Lage in der Pflege bleibt angespannt: Aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) geht hervor, dass 64,6 Prozent der Menschen mit einer schlechten Versorgung im Pflegefall rechnen, während nur rund jeder Zehnte (10,2 Prozent) eine gute Pflege erwartet. Besonders pessimistisch zeigen sich Frauen (70,6 Prozent) und die 40- bis 49-Jährigen (79,7 Prozent). Dieses Ergebnis offenbare einen massiven Vertrauensverlust gegenüber der Pflegepolitik, so SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. "Über Jahre hinweg wurden notwendige Reformen verschleppt, während immer neue Sparvorgaben diskutiert wurden“, sagte Engelmeier. Laut Befragung spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für eine gemeinsame Pflegeversicherung, in die auch Beamte und Selbstständige einzahlen, aus.
Quelle: PKV-Newsletter vom 27.11.2025

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WIdO e-Paper "Pflegebedürftigkeit in Deutschland

Beitrag von WernerSchell » 16.12.2025, 16:14

WIdO e-Paper "Pflegebedürftigkeit in Deutschland - Transparenz durch Routinedaten 2025"
Pressemitteilung vom 16.12.2025


Routinedatenbasierte Transparenz zur Pflegebedürftigkeit in Deutschland – mit regionalem Blick und über die Langzeitpflege hinaus

Mit dem WIdO e-Paper „Pflegebedürftigkeit in Deutschland. Transparenz durch Routinedaten 2025“ liefert das WIdO ein ausführliches Bild zu Stand und Entwicklung der Pflegebedürftigkeit sowie der gesundheitlichen Versorgung der Pflegebedürftigen in Deutschland. Die Analysen basieren auf GKV-standardisierten AOK-Daten. Sie zeigen einerseits Prävalenz, Verläufe und Versorgungsformen der Pflege. Andererseits präsentiert das WIdO e-Paper Kennzahlen zur gesundheitlichen Versorgung der Pflegebedürftigen, allen voran zur Inanspruchnahme von ambulanten ärztlichen und stationären Leistungen, Polymedikation und Verordnungen von PRISCUS-Wirkstoffen und Psychopharmaka. Dabei sind diese Ergebnisse der Versorgung von Nicht-Pflegebedürftigen gleichen Alters gegenübergestellt, differenziert nach Schwere der Pflegebedürftigkeit und Versorgungssetting und bei spezifischen Analysen zudem kartographiert und als Zeitreihe zu betrachten.

Im Jahr 2023 lebten 86,2 % der Pflegebedürftigen im ambulanten Setting, alle anderen im Pflegeheim, d.h. in der vollstationären Dauerpflege. Der Anteil der ambulant Gepflegten stieg damit seit 2019 um rund 5 Prozentpunkte (Amtliche Statistik PG2). Das WIdO e-Paper „Pflegebedürftigkeit in Deutschland“ zeigt für die Gruppe der ambulant Gepflegten (exklusive Pflegegrad 1) deutlich: weitere Unterstützungsleistungen nach SGB XI nehmen die Personen, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, wesentlich seltener in Anspruch als jene, die einen Pflegedienst in die Versorgung einbinden (Sach- oder Kombinationsleistungsbezug). Im Jahr 2023 nutzten mehr als die Hälfte der Pflegegeldempfangenden (56,8 %) keine weiteren ambulanten Unterstützungs- und Entlastungsleistungen. In Pflegehaushalten mit Einbindung eines ambulanten Pflegedienstes (Sach- oder Kombinationsleistung) bezogen drei Viertel (76,2 %) und damit deutlich mehr Menschen ergänzende Unterstützungsleistungen. Dass diese Inanspruchnahme auch regional deutlich variiert, zeigt der Blick auf die kartographische Verteilung (siehe Abbildung) für die Verhinderungspflege, Tages- und Nacht- sowie Kurzzeitpflege bei ambulant Gepflegten.

Die Versorgungsrealität von Pflegebedürftigen kennzeichnet dabei wesentlich mehr als die Langzeitpflege und so liefert das WIdO e-Paper ebenso umfangreiche Ergebnisse zur Versorgung nach SGB V. Es zeigt: fast die Hälfte aller Krankenhaustage (49,3 %) entfiel 2023 auf pflegebedürftige Patientinnen und Patienten. Die Hospitalisierungsraten der Pflegebedürftigen unterschieden sich dabei nach Versorgungsform. Ein Beispiel: Ein Drittel (39,2 %) der Menschen mit Pflegegrad 4 und 5, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, wurde im Quartal mindestens einmal im Krankenhaus versorgt. Demgegenüber war die Hälfte der Pflegebedürftigen mit ambulantem Pflegedienst und gleicher Pflegeschwere mindestens einmal im Quartal hospitalisiert (50,4 %). Von den im Pflegeheim versorgten Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 4 und 5 betraf dies 40 %.


Pflegebedürftigkeit in Deutschland Widopapier 2025.jpg
Pflegebedürftigkeit in Deutschland Widopapier 2025.jpg (151.03 KiB) 161 mal betrachtet

Die Online-Publikation zur Pflegebedürftigkeit in Deutschland steht auf der Website des WIdO zum kostenlosen Download bereit: zum Bericht>> https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/D ... 122025.pdf

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